Sasori Scorpion Vol. 1 - Edition Nippon Classics - DVD

DVD Start: 20.05.2011
FSK: ab 18 - Laufzeit: 87 min

Sasori Scorpion Vol. 1 - Edition Nippon Classics DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

Weil die junge Hei Tai von Profikillern gezwungen wird, ihre Schwägerin zu töten, muss sie eine Strafe im Gefängnis absitzen. Um dort zu überleben, muss sie genauso brutal wie ihre Mitgefangenen werden. Hilfe erhält sie von einer anderen Insassin, die sie trainiert. Gestärkt durch unzählige Auseinandersetzungen und getrieben von Rache flieht Hei Tei aus dem Gefängnis. Sie hat geschworen, die drei Killer sowie ihren Auftraggeber aufzuspüren und zu töten.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Alive AG
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 2.0)
Japanisch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 2,35:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
- Trailer
- Bildergalerie

DVD und Blu-ray | Sasori Scorpion Vol. 1 - Edition Nippon Classics

DVD
Sasori - Besessen von Rache Sasori - Besessen von Rache
DVD Start:
20.11.2009
FSK: 18 - Laufzeit: 96 min.

zur DVD Kritik
Sasori Scorpion Vol. 1 - Edition Nippon Classics Sasori Scorpion Vol. 1 - Edition Nippon Classics
DVD Start:
20.05.2011
FSK: 18 - Laufzeit: 87 min.

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DVD Kritik - Sasori Scorpion Vol. 1 - Edition Nippon Classics

DVD Wertung:
Film: | 10/10
Bild: | 9/10
Ton: | 9/10
Extras: | 1/10
Gesamt: | 9/10


Ein wahrer Klassiker
„Sasori“ von dem japanischen Regisseur Shunya Ito aus dem Jahr 1972 basiert auf einer Mangareihe und war der Auftakt zu einer sechsteiligen Spielfilmserie. Der erste Teil wurde übrigens 2008 neu verfilmt. Doch nun werden die klassischen Filme erneut als DVD veröffentlicht. Wobei heute nur die ersten vier Filme als eigentliche Reihe zählen, da mit dem Weggang der Hauptdarstellerin auch die Serie an Originalität und Wiedererkennungswert verlor. Die ganze Filmreihe ist ein wahrer Klassiker. Für westliche Augen immer noch verwundernd, wie sich auch in asiatischen Mainstreamfilmen gerne Experimente einschlichen, die auch einem LSD-Trip entstammen könnten. In „Sasori“ wird nicht nur viel mit Perspektiven gearbeitet, die den Zuschauer bisweilen verunsichern, sondern auch mit Verfremdungseffekten. So kommt in einer Szene eine klassische Drehbühne des Theaters vor und manche Szenen werden in einem komplett leeren Theaterraum gefilmt. An einer Stelle bekommt eine Frau in ihrem Zorn die Maske eines Dämons aus dem traditionellen japanischen Kabukitheater verpasst. Dennoch ist der Film beileibe kein Experimentalfilm, sondern ein Actionreißer mit teils sehr brutalen Bildern (die neue Veröffentlichung ist im Übrigen ungeschnitten). „Sasori“ ist zunächst ein typisches Beispiel für den seinerzeit beliebten und berüchtigten Frauengefängnisfilm, der dem Genre gemäß voller Blut, Sex, Sadismus und Gewalt ist. „Sasori“ aber verband die typischen Genreelemente mit ungewohnten Perspektiven, kulturellen Experimenten, expressionistischen Bildern und ungewohnten Schnitten. Das allein macht eigentlich noch nicht einen Klassiker aus, sondern zunächst erst mal einen guten Film. Vor allem fällt er aus der Masse der anderen Filme damit heraus. Aber „Sasori“ traf offenbar auch einen Nerv der Zeit, der ihn die ganzen Jahre überdauern ließ. Nicht nur die Gewalt und der Sex, die beide für die damalige Zeit, eben 1972, noch sehr neu waren. Nein, in gewisser Weise wird sogar eine, vorsichtig formulierte, Form des Feminismus eingeführt. Denn der Film ist selbstreflexiv: er zeigt das männliche, ja machohafte, Auge auf die Frauen und schildert Gewalt, Sex, Erotik, Sadismen und Vergewaltigungen. Andererseits thematisiert er das auch. Direkt am Anfang sehen wir nackte Frauen über eine Art Tretmühle steigen. In der Mühle ist ein Wachmann, dem vor lauter weiblicher Nacktheit die Augen übergehen. Diese ironische Brechung der männlichen Lust an der weiblichen Erniedrigung wurde selten so in einem einzigen Bild thematisiert. Das einem der Schurken ausgerechnet in der weiblichen Duschkabine ein Auge ausgestochen wird, ist demzufolge sehr folgerichtig, da in einen solchen intimen Bereich der männliche Blick nicht hingehört. Und die einzige Szene in dem Film, wo die männlichen Wächter wirklich Angst bekommen, ist die, in der sie von Frauen vergewaltigt werden. Dass Frauen ihre Lust und Sexualität selbstbestimmend ausleben, macht ihnen dabei die meiste Angst. Und das vor allem im patriarchalischen Japan, wo die Frau nur sehr wenig zu sagen hat, sondern ihrem Mann zu dienen hat. Denn das ist auch das Grundthema des Filmes und der ganzen Reihe: die Selbstbestimmung der Frau. Die Hauptfigur, Nami Matsushima, der Skorpion (=“Sasori“), mit starker Präsenz dargestellt von Meiko Kaji, gerät in die Fänge eines Systems, das von Patriarchen, von Männern generell, geschaffen wurde und in dem sie gequält, erniedrigt, verraten und vergewaltigt wird. Droht jetzt das Ganze in purem Voyeurismus abzugleiten, schildert der Film stattdessen durchgehend den Widerstand der Heldin, die sich auch nicht scheut zur Waffe zu greifen. In den 70er Jahren war das sogenannte Exploitationkino groß im Kommen (in den USA zum Beispiel mit „Foxy Brown“) und „Sasori“ ist durch den intelligenten Subtext auf jeden Fall zu Recht ein die Zeiten überlebender Klassiker.

Als Extras gibt es leider nur den Kinotrailer und eine Bildergalerie. Der Ton und das Bild sind dafür aber sehr gut.

Ein wahrer japanischer Klassiker nicht nur des Exploitationkinos und des Frauengefängnisfilms, sondern auch selbstreflexiv in Hinblick auf den männlichen Blick und in gewisser Weise auch den Feminismus preisend.

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by Jons Marek Schiemann
Bilder © Alive AG