Road to Hell - DVD

DVD Start: 01.02.2018
FSK: ab 18 - Laufzeit: 85 min

Road to Hell DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

Mitten im unbewohnten Westen Amerikas. Der Bürgerkrieg ist seit einiger Zeit zu Ende. Eine Postkutsche bahnt sich den Weg durch die karge Landschaft. An Bord die attraktiven Schwestern Mestiza und Rose. Sie haben sich auf die Reise gemacht, um den letzten Willen ihres verstorbenen Vaters zu erfüllen. Als sie Rast an der Black Hell Station machen, wird diese bald vom sadistischen „Colonel« und seinen Männern aus Nebraska angegriffen. Schnell wird klar, dass dieser Überfall nicht zufällig passiert. Die Bande ist auf der Suche nach einem unermesslich wertvollen Schatz und sie foltern jeden einzelnen brutal und gnadenlos, bis der sein Wissen darüber preis gibt. Dabei machen sie vor nichts und niemanden Halt, bis sie haben was sie wollen.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Tiberius Film
Bonusmaterial:
Trailer

DVD und Blu-ray | Road to Hell

DVD
Road to Hell Road to Hell
DVD Start:
01.02.2018
FSK: 18 - Laufzeit: 85 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Road to Hell Road to Hell
Blu-ray Start:
01.02.2018
FSK: 18 - Laufzeit: 89 min.

DVD Kritik - Road to Hell

DVD Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 8/10
Ton: | 9/10
Extras: | 1/10
Gesamt: | 8/10


Einsames Sterben
Mit „Road to Hell“ besitzt dieser Film einen Allerweltstitel. Allein schon aus dem Bereich des Horrorfilmes könnte jeder dritte Film so heißen. Aber diese vermeintliche Einfallslosigkeit kann täuschen. Denn allein schon die Tatsache, dass es diesen Film überhaupt gibt, ist eine Überraschung. Nachdem der Eurowestern in den 1960ern und 1970ern seinen Höhepunkt hatte, gab es dieses Genre auf unserem Kontinent im Grunde gar nicht mehr. Durch ein Übermaß an Italowestern hatte sich das Subgenre selber erschossen. Mit „Road to Hell“ liegt nun ein neuer Western vor. Allerdings nicht aus Italien, sondern aus Spanien. Aber dort wurden ja auch schon die Klassiker des Spaghetti Western gedreht. Erfahrung ist also vorhanden. Dennoch bedient man sich eindeutig des Erfolges von Quentin Tarantinos „The Hateful Eight“, da sich sowohl hier als auch dort eine Gruppe von Menschen in einer einsam gelegenen Poststation belauern und alles in einem Blutbad endet. Aber auch ein Klassiker wie „Spiel mir das Lied vom Tod“ wird zitiert wenn der Oberschurke zu einem Kind sagt, dass es nun bedauerlicherweise seinen Namen kenne und es erschießt. Das erinnert an die damals äußerst schockierende Szene in welcher der aufrechte amerikanische Held Henry Fonda kaltblütig einen Jungen ermordet.

Szene aus Road to Hell
Szene aus Road to Hell © Tiberius Film
„Road to Hell“ erschöpft sich aber nicht in Zitaten, sondern zeigt ein düsteres Bild einer sich selbst auffressenden Gesellschaft. Der Minimalismus des Settings ist einerseits dem geringen Budget geschuldet kann andererseits aber auch ein intensives Kammerspiel in Gang bringen. Die Kargheit des Settings und der sie umgebenden Natur unterstreicht noch den Nihilismus des Filmes. Zarte Gemüter seien aber gewarnt: nicht nur ist die Stimmung fatalistisch und dementsprechend trostlos, sondern es geht auch sehr brutal zu. Hier sei vermerkt, dass dieser Besprechung die ungeschnittene Fassung vorlag, es aber noch eine geschnittene Fassung zu geben scheint. Lobenswert an dem Film ist das Sprengen von Klischees. So wächst der vermeintliche Held nicht über sich hinaus. Er bemüht sich, aber er kann im entscheidenden Moment nicht über seinen Schatten springen und sein Handicap überwinden, sondern versagt auf ganzer Linie. Auch als vermeintliche Helfer ankommen, beginnt zwar der Showdown, endet aber auf unerwartete Art und Weise. Die krude Philosophie des Oberschurken steht für den Raubtierkapitalismus in dem der persönliche Gewinn über alles steht und die individuelle Freiheit und das Streben nach Glück keinerlei Rücksicht auf andere nehmen darf. Das ist ein pervertierter amerikanischer Traum und man kann es als fatalistischen Kommentar auf Trumps Amerika sehen. Dabei ist der Böse sehr charismatisch und äußerst beängstigend. Ab und an zeigt er Anflüge von Charme, aber er kippt schnell in gnadenlose Gewalt um. Er ist also ein wandelndes Pulverfass. Wie der gesamte Film. Insgesamt ist es ein sehr intensiver Film bei dem die Gewaltexzesse dem Zuschauer nahe gehen. Auch wenn „Road to Hell“ bei dem ersten Sehen vielleicht nicht gerade für Begeisterungsstürme sorgen wird, so hallt er noch lange nach. Und das kann nicht jeder Film von sich behaupten.

Szene aus Road to Hell
Szene aus Road to Hell © Tiberius Film
Wenn man das Hauptmenü einer DVD als Entree ansieht, so ist das Willkommen nicht gerade freundlich, denn in dem Menü kann man nicht erkennen, wo sich gerade der Cursor der Fernbedienung befindet und so muss man etwas herumprobieren bis man dort landet wo man hinwill. Ebenso lieblos sind die Extras die sich auf den Trailer und eine Trailershow beschränken. Da wären angesichts des Filmes ein paar zusätzliche Worte schön gewesen. Aber sowohl das Bild und vor allem der Ton sind gelungen.


Fazit:
Ein nihilistischer und brutaler Western der noch lange nachhallt. Lobenswerterweise werden hier nicht nur Klischees gesprengt, sondern auch ein bitterer Blick auf das heutige Amerika im Subtext versteckt.

by Jons Marek Schiemann
Bilder © Tiberius Film