Ringo kommt zurück - Western Unchained No. 9 - DVD

DVD Start: 18.01.2013
FSK: ab 18 - Laufzeit: 95 min

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Inhalt

Bürgerkriegsveteran Ringo will nach Ende des Krieges nur noch nach Hause zu seiner Frau und seiner kleinen Tochter. Zu seiner Überraschung muss er jedoch feststellen, dass sich in der Zeit seiner Abwesenheit viele Dinge verändert haben. Seine Heimatstadt steht unter der Kontrolle der beiden Fuentes-Brüder, er selbst wurde für Tod erklärt und seine Frau ist mittlerweile mit Paco Fuentes liiert. Als mexikanischer Bettler getarnt, verschafft sich Ringo Zutritt zur Stadt und plant seinen ganz eigenen Rachefeldzug....

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Koch Media Home Entertainment
Tonformate:
Dolby Digital 2.0 (Deutsch, Englisch, Italienisch)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 2,35:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
- Features
- Originaltrailer
- Bildergalerie

DVD und Blu-ray | Ringo kommt zurück - Western Unchained No. 9

DVD
Ringo kommt zurück - Western Unchained No. 9 Ringo kommt zurück - Western Unchained No. 9
DVD Start:
18.01.2013
FSK: 18 - Laufzeit: 95 min.

zur DVD Kritik

DVD Kritik - Ringo kommt zurück - Western Unchained No. 9

DVD Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 8/10
Ton: | 8/10
Extras: | 6/10
Gesamt: | 7/10


Bürgerkriegsveteran Ringo will nach Ende des Krieges nur noch nach Hause zu seiner Frau und seiner kleinen Tochter. Zu seiner Überraschung muss er jedoch feststellen, dass sich in der Zeit seiner Abwesenheit viele Dinge verändert haben. Seine Heimatstadt steht unter der Kontrolle der beiden Fuentes-Brüder, er selbst wurde für Tod erklärt und seine Frau ist mittlerweile mit Paco Fuentes liiert. Als mexikanischer Bettler getarnt, verschafft sich Ringo Zutritt zur Stadt und plant seinen ganz eigenen Rachefeldzug....

„Ringo kehrt zurück“ ist der zweite Ringo-Film von Regisseur Duccio Tessari aus dem Jahr 1965. Erneut erleben wir Giuliano Gemma in der Rolle des Ringo, obgleich er hier mit seinem wahren Namen, Montgomery Brown, angesprochen wird. Außer dem Hauptdarsteller gibt es inhaltlich keine Überschneidungen zum Film „Eine Pistole für Ringo“, weshalb es sich hier um keine Fortsetzung oder Vorgeschichte handelt, sondern ähnlich wie bei den Django-Filmen um einen eigenständigen Film, der ohne jegliches Vorwissen gesehen werden kann.

Bei diesem Italowestern erleben wir eine Kombination aus italienischem Genre-Kino und griechischer Mythologie, denn „Ringo kehrt zurück“ ist Tessaris filmische Interpretation von Homers „Odyssee“.
Genau wie der griechische Sagenheld Odysseus nach langer Zeit im trojanischem Krieg nach Hause zurückkehrt, sein Reich und seine Frau in den Händen raffgieriger Anwärter vorfindet und Rache will, sieht auch Ringo seine Welt durch die Vorgänge innerhalb seiner langen Abwesenheit völlig aus den Angeln gehoben. Wie auch Odysseus dürstet es ihm nach Rache, wobei er zunächst als getarnter Bettler die Gegend ausspioniert. Die Ähnlichkeiten zur literarischen Vorlage sind deutlich erkennbar und dies ist wohl auch genauso beabsichtigt gewesen. Tessari macht zu keinem Zeitpunkt einen Hehl aus seiner Adaption, verbindet gekonnt historische Literatur mit typischen Italowestern-Merkmalen und tauscht bestimmte Elemente mit zeitgemäßen Gegebenheiten aus. So ist er anders als Odysseus nicht als Bettler, sondern als Mexikaner verkleidet, wird jedoch genauso schlecht behandelt wie der griechische Sagenheld. Auf diese Weise verpasst Tessari seinem Film die typische Portion Gesellschaftskritik, indem er die rassistische Herabstufung von Menschen mexikanischer Herkunft nach Ende des Bürgerkrieges in bestimmten Grenzlandgebieten thematisiert.

Im Gegensatz zu „Eine Pistole für Ringo“, ist dieser Film im wesentlichen Sinne Humorfrei. Flotte Sprüche des Hauptcharakters sucht man vergebens, stattdessen erlebt man einen todernsten Ringo, der sich irgendwo zwischen selbsthassender Zweifler und systematischer Racheengel bewegt.
Auch wenn der Film mit denselben Darstellern wie im ersten Ringo aufwartet, hat man allein durch die Charakterdarstellungen eine wesentlich düstere Atmosphäre erzeugt, weshalb diese beiden Filme nur schwerlich als zusammenhängendes Werk gesehen werden können.

Die Musik von Ennio Morricone ist wie immer passend und unterstreicht die Atmosphäre im Film gewohnt souverän. Auch Kameraeinstellungen, Schnitttechnik, Kostüme und Schauwerte fügen sich passend ineinander und sorgen dadurch für kurzweiliges Filmvergnügen.

„Ringo kommt zurück“ ist trotz seines literarischen Unterbaus ein Italowestern durch und durch. Der Held handelt nicht aus edlen, sondern persönlichen Motiven. Die Schusswechsel sind rasant gefilmt und das gesamte Szenario staubig inszeniert. Fans des Subgenres bekommen also genau das geboten was sie wollen, ein Meisterwerk darf man aber nicht erwarten. Tessaris zweiter Ringo-Film ist ein souveräner Italowestern, der ein episches Historiendrama auf seine ganz eigene Weise neu aufgelegt hat...nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Die DVD präsentiert den Film in guter Bild- und Tonqualität und hat als Extras unter anderem ein Feature zur Hintergrundgeschichte des Films zu bieten. Dazu gibt es die alternative Synchronfassung, den Originaltrailer und eine Bildergalerie.

Fazit: Tessaris Kombination aus Italowestern und Homers Odyssee ist durchaus gelungen und unterscheidet sich allein dadurch von vielen anderen Ablegern seines Genres.


by Till Huber
Bilder © Koch Media Home Entertainment