Red Nights - DVD

DVD Start: 22.02.2013
FSK: ab 18 - Laufzeit: 96 min

Red Nights DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

Sie ist von unvorstellbarem Wert: die 2000 Jahre alte Jade-Phiole, welche ein tödliches Geheimnis in sich birgt. Sie beinhaltet ein seltenes Gift, welches seine Opfer lähmt und gleichzeitig auch das Schmerzempfinden verstärkt. Durch einen kaltblütigen Mord befindet sich die Jade-Phiole im Besitz der Französin Catherine, die sie in Hongkong an den Meistbietenden verkaufen möchte. Neben den Triaden interessiert sich auch die mysteriöse Geschäftsfrau Carrie für die Phiole. Um in den Besitz der Phiole zu kommen, scheut sie nicht davor zurück, über Leichen zu gehen. Es entspinnt sich ein tödliches Netz aus Sex, Gewalt und brutalsten SM-Morden.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Alive AG / Mad Dimension
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Französisch (Dolby Digital 5.1)
Kantonesisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 2,35:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
- Alternativer Anfang (ca. 15 Minuten)
- Kurzfilm „Betrayal“ (ca. 15 Minuten)
- Original Kinotrailer

DVD und Blu-ray | Red Nights

DVD
Red Nights Red Nights
DVD Start:
22.02.2013
FSK: 18 - Laufzeit: 96 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Red Nights Red Nights
Blu-ray Start:
22.02.2013
FSK: 18 - Laufzeit: 101 min.

DVD Kritik - Red Nights

DVD Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 10/10
Ton: | 8/10
Extras: | 5/10
Gesamt: | 7/10


Style und Blut - „Red Nights“ ist ein erstaunlicher Film. Und das gleich in mehrfacher Hinsicht. Wohl am erstaunlichsten ist der Fakt, dass hier ein Debütfilm vorliegt. Angesichts der sicheren Handschrift, dem Willen zum Stil und dem Drang zu unvergesslichen Bildern ist es schon sehr bemerkenswert, was hier als Endresultat vorliegt. Den Bildern, der ganzen Optik merkt man nicht an, das hier Debütanten am Werk waren, die naturgemäß noch wenig Erfahrung haben. So durchkalkulierte, sinnliche und doch kalte Bilder hat man zuletzt nur bei Stanley Kubrick gesehen. Alles an der Optik ist beeindruckend und manche Bilder kann man nicht mehr aus dem Kopf bekommen. So etwa der Bondage-Mord, der in seiner Brutalität allein schon die 18er Freigabe rechtfertigt. Oder die vielen Einstellungen, die aus monochromen Farben bestehen, aber durch das gelungene Bild durchaus vielschichtig wirken. Allein schon die ersten Szenen sind äußerst beeindruckend und lassen den Zuschauer mit staunenden Augen zurück. Ein anderes Staunen stellt sich dann aber ein, als die eigentliche Handlung beginnt. Denn die haben die beiden Regisseure leider nicht ganz so im Griff. Man wird fast während der ganzen ersten Stunde des Filmes das Gefühl nicht los, eine Fortsetzung zu einem Film zu sehen, den es nicht gibt. Wie kam es zu den ganzen verwickelten Konstellationen, die hier geschildert werden? Was wollen die ganzen Charaktere voneinander? Vor allem die Anfangsszene ist inhaltlich nicht eingebettet und lässt den Zuschauer etwas in der Luft hängen, da sie überhaupt nicht erklärt wird und im weiteren Verlauf auch völlig unwichtig ist. Und das die eine Heldin ein weiblicher Serienkiller ist, im besten Sinne von „American Psycho“ kann man nur erahnen. Sicher, sie ist eine knallharte Geschäftsfrau, die zum Erreichen ihrer Ziele über Leichen geht. Aber warum und weshalb? Motive, Psychologisierungen und Logik sind hier leider nicht immer zu finden. Alle Hintergründe sind einfach nicht existent, so dass alles oberflächlich bleibt, was im optischen Bereich herausragend ist, aber auf der inhaltlichen Ebene nicht funktioniert. Dennoch ist der Film gelungen. Er ist einfach verstörend schön und ausnahmsweise hat einmal ein Werbetext recht, wenn er „Red Nights“ sinngemäß als Dario Argento goes East bezeichnet. Er verbindet den italienischen Stil des Giallo mit der asiatischen Ästhetik und benutzt die Brutalität beider Richtungen. Die Morde sind nämlich unangenehm realistisch gehalten und erinnern in einem Fall an den Film „Der zerrissene Vorhang“ von Alfred Hitchcock, in dem er zeigte, wie schwer es ist, einen Menschen zu töten. Besonders verstörend sind die Morde, weil sie dennoch eine gewisse Ästhetik haben, was den Szenen schon fast einen Meta-Charakter verleiht. Schließlich lebt das Kino von der Action und je nach Genre von der Gewalt. Der voyeuristische Aspekt, der kathartische Effekt wird hier insofern thematisiert, da durch die, naja, Schönheit der Gewalt dieser Bestandteil als eine Art Fetisch generiert wird. Generell ist der französisch-chinesische Hybrid ein einziger Rausch und gelungen und vereint das Beste und alle beliebten Elemente. So sind auch die Darsteller überzeugend und einige Wendungen und Twists sind wahrlich überraschend. Vor allem wenn es eine der weiblichen Hauptperson betrifft. Aber eben wurde leider auch eine Eigenart des italienischen und asiatischen Kinos hier zusätzlich übernommen: die schlechten Drehbücher. Immerhin gibt es am Ende noch einige offenen Fragen, die auf eine Fortsetzung hoffen lassen.

Der Ton ist gut. Ist aber nichts gegen das Bild, das wirklich hervorragend ist. Selbst bei Einstellungen die nur aus einer einzigen Farbe oder Farbabstufungen bestehen, ist es schön kontrastreich und man kann die Konturen jeder Falte oder Wölbung erkennen. Sehr schön. Als Extras gibt es einen Kurzfilm, was immer schön ist und hier auch zu dem eigentlichen Film gehört, sowie den üblichen Trailer. Dann gibt es noch einen alternativen Anfang, der im Grunde nur länger als der eigentliche ist und zu Recht gekürzt wurde, da er in seiner ursprünglichen Länge von der eigentlichen Story ablenkt und den Beginn unnötig verschleppt. Die Impressionen von der Uraufführung bestehen hauptsächlich aus Interviews, die sehr gelungen und interessant sind. Manchmal gibt es sogar auf dem roten Teppich mehr Einsichten, als in den üblichen Making Of Redeschnipseln.

Optisch ist dieser Debütfilm mehr als beeindruckend und versetzt den Zuschauer in einen einzigen Rausch. Der italienische Stil wird mit der asiatischen Ästhetik verknüpft und die Gewalt kommt auch in beiden vor. Leider ist das Drehbuch nicht sonderlich gelungen und es klaffen enorme Lücken.

by Jons Marek Schiemann
Bilder © Alive AG / Mad Dimension