RBG - Ein Leben für die Gerechtigkeit - DVD

DVD Start: 25.04.2019
FSK: ab 0 - Laufzeit: 94 min

RBG - Ein Leben für die Gerechtigkeit DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

Ruth Bader Ginsburg hat die Welt für amerikanische Frauen verändert. Die heute 85-jährige Richterin stellte ihr Lebenswerk in den Dienst der Gleichberechtigung und derjenigen, die bereit sind, dafür zu kämpfen. 1993 wurde sie als zweite Frau an den Supreme Court der USA berufen und hält dort eisern die Stellung. Die beiden Regisseurinnen Betsy West und Julie Cohen zeigen in RBG – Ein Leben für die Gerechtigkeit den außergewöhnlichen Aufstieg der stillen, aber unnachgiebigen Kämpferin. Ihre Laufbahn begann sie als eine von nur neun Studentinnen an der Harvard Law School und als eine der ersten Jura-Professorinnen der USA. In den 70er Jahren erkämpfte Ruth Bader Ginsburg gegen alle Widerstände bahnbrechende Gerichtsurteile zur Gleichstellung der Geschlechter, die sie zu einer Heldin der Frauenrechtsbewegung und zu einer weltbekannten Ikone machten. Inzwischen berühmt und berüchtigt als Notorious RBG entschied sich die Demokratin nach der Wahl Donald Trumps gegen Rückzug und Ruhestand. Bis heute sorgt sie mit ihrer engagierten Agenda für Schlagzeilen und macht dem umstrittenen Präsidenten mitunter das Leben schwer. Mit brillantem Verstand und Leidenschaft bleibt Ruth Bader Ginsburg gerade jetzt eine unverzichtbare Inspiration für die politische Kultur der USA und der Welt.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Koch Media
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 1,85:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Interviews, Interviews, Kinotrailer

DVD und Blu-ray | RBG - Ein Leben für die Gerechtigkeit

DVD
RBG - Ein Leben für die Gerechtigkeit RBG - Ein Leben für die Gerechtigkeit
DVD Start:
25.04.2019
FSK: 0 - Laufzeit: 94 min.

zur DVD Kritik

DVD Kritik - RBG - Ein Leben für die Gerechtigkeit

DVD Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 7/10
Ton: | 7/10
Extras: | 4/10
Gesamt: | 7/10


Ruth Bader Ginsburg ist etwas gelungen, das wohl nur wenige Juristen geschafft haben: Sie entwickelte sich gerade in den letzten Jahren zur unfreiwilligen Popkultur-Ikone, die gerade von jüngeren, gerade linksliberalen Generationen zum schillernden Symbol für Gerechtigkeit und Gleichberechtigung herauf stilisiert wird. So wird die 86-jährige Richterin des obersten Gerichtshofs nicht nur mittlerweile „The Notorious R.B.G.“ (nach Rapper Biggie Smalls, alias Notorious B.I.G.) genannt, ihr stilisiertes Antlitz ziert auch T-Shirts, Kaffeetassen, Tattoos, sogar Actionfiguren werden von ihr gefertigt. Nicht nur ein eigenes Biopic in Form von „Die Berufung – Ihr Kampf für Gerechtigkeit“ mit Felicity Jones kam kürzlich heraus, vor allem der Oscar-nominierte Dokumentarfilm „RBG – Ein Leben für Gerechtigkeit“ sorgte für Aufmerksamkeit.

Der Film von Julie Cohen und Betsy West ist sowohl traditionell als auch übersichtlich inszeniert und erzählt. Er schildert das Leben der ruhigen und unscheinbaren Powerfrau anhand ihres Aufstiegs in einer männerdominierten juristischen und politischen Welt, lässt aber auch viel Platz für die außergewöhnliche Beziehung zu ihrem Mann Marty, der ihr bis zu seinem Tod 2010 stets zur Seite stand. In gerade mal 94 Minuten packt der Film natürlich jede Menge Inhalt, denn Bader Ginsburgs Leben bietet außergewöhnlich viel interessantes Material.

Ruth Bader Ginsburg und Jimmy Carter
Ruth Bader Ginsburg und Jimmy Carter © Koch Media / Neue Visionen
1933 in Brooklyn geboren, ebnet sich die Tochter jüdischer Einwanderer-Eltern ihren Weg zur großen Juristen-Karriere. Während des Studiums an der Cornell Universität lernt sie ihren späteren Mann Martin Ginsburg kennen. Auch er ist angehender Jurist und beginnt nach der Heirat ein Studium der Rechtswissenschaften in Harvard. Ruth geht nach der Geburt der ersten gemeinsamen Tochter denselben Weg – als eine von neun Kommilitoninnen unter mehr als 500 männlichen Studenten. Schon hier musste sich Bader Ginsburg gegen Geschlechtsdiskriminierung zu Wehr setzen. Beleidigungen von Uni-Angestellten oder sogar des Dekans waren an der Tagesordnung, ebenso auch der Druck nicht nur sich selbst, sondern alle Frauen zu repräsentieren.

Ihre Agenda stilisierte sich so schon frühzeitig heraus: Sie würde Barrieren durchbrechen, beharrlich für Gleichberechtigung kämpfen, vor allem für Frauen, aber auch für alle, dies nötig haben – auch Männer. „RBG“ schildert anschaulich die Lebensrealität, die für Frauen in den 50er- und 60er Jahren vorherrschte: Vergewaltigung in der Ehe wurde meist nicht strafrechtlich verfolgt, eine Schwangerschaft sorgte in der Regel zur sofortigen Entlassung. Die Rollenverteilung von Mann und Frau war gesellschaftlich klar geregelt, von Gleichberechtigung war meist keine Rede.

Anders aber bei Ruth und Marty, die in ihrer Ehe stets eine bemerkenswerte Balance hielten. Er war ein extrovertierter, zu Späßen aufgelegter und stets verständnisvoller Typ, der seine introvertierte und ruhige Frau bei all ihren beruflichen Herausforderungen bedingungslos unterstützte. So wird Ruth Bader Ginsburg von Weggefährten als enormes Arbeitstier beschrieben, die nie für laute Töne oder Aggressivität bekannt war. Ihr gelang dann auch ein Abschluss mit Bestleistung, obwohl ihr Mann an Krebs in dieser Zeit erkrankt ist und sie nahezu alleine für ihre Tochter sorgen musste.

Ruth Bader Ginsburg in RBG - Ein Leben für die Gerechtigkeit
Ruth Bader Ginsburg in RBG - Ein Leben für die Gerechtigkeit © Koch Media / Neue Visionen
Schließlich schildert der Film dann weitere bedeutungsvolle Stationen in Bader Ginsburgs Leben: Nachdem sie wegen ihres Geschlechts viel Ablehnung erfahren musste, fand sie einen Job als Rechtreferendarin und nach diversen anderen Stationen fungierte sie als Dozentin an der Columbia Universität. Doch erst in den 70er Jahren sorgte sie für weitflächige Aufmerksamkeit, als sie als Mitbegründerin und Anwältin des Frauenrechtsprojekts der American Civil Liberties Union zahlreiche Diskriminierungsverfahren betreute, die der Film exemplarisch vorstellt. Nicht nur wird hier ein Rechtsstreit wegen mangelnder Gleichberechtigung von Frauen beim US-Militär hervorgehoben, Ginsburg kämpfte eben auch für einen alleinerziehenden Mann, dem nach dem Tod seiner Frau die staatliche Unterstützung versagt wurde, die nur für Witwen, aber nicht Witwer vorgesehen war.

Ginsburgs größter Triumph war dann schließlich die Berufung als Richterin zum Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten unter dem frisch ernannten Präsidenten Bill Clinton im Jahr 1993 – eine Stellung, die vor ihr mit Sandra Day O’Connor erst eine einzige Frau inne hatte. Exemplarisch stellt der Film hier einen Fall vor, der es weiblichen Kadetten dank der Entscheidung des Obersten Gerichtshofs erlaubte, an der bisher exklusiv männlichen Virginia Military School aufgenommen zu werden.

Im Verlauf des Films kommen zahlreiche Weggefährten und Experten, aber auch Verwandte und natürlich Ruth Bader Ginsburg selbst zu Wort. Diese wird unter anderem auch bei ihrem wöchentlichen Workout mit ihrem langjährigen Fitnesstrainer gezeigt. Das absolviert sie immer noch mit großer Beharrlichkeit, obwohl sie seit 1999 bereits dreimal unterschiedliche Krebsarten besiegt hat. Bader Ginsburg ist eine faszinierende und inspirierende Persönlichkeit, gerade weil sie erstaunlich normal, bescheiden und zurückhaltend daherkommt. Ironischerweise ist sie ein völliger Kontrast zu der hochstilisierten Ikone, denn ihr „Kampf“ basiert mehr auf kluger, beharrlicher und ruhig-akribischer Vorgehensweise als auf wütenden Feldzügen. Das Rampenlicht oder gesellschaftliche Aufmerksamkeit hat diese Frau nie gesucht, viel mehr ist sie eben eine Persönlichkeit, die Taten statt leere Worte für sich sprechen lässt. Das tut sie auch bis heute, auch wenn sie nicht ohne Feinde ist, darunter natürlich Donald Trump höchstpersönlich.

Ruth Bader Ginsburg in RBG - Ein Leben für die Gerechtigkeit
Ruth Bader Ginsburg in RBG - Ein Leben für die Gerechtigkeit © Koch Media / Neue Visionen
„RBG“ ist dank seines Themas zweifelsohne ein wichtiger Film, der diese besondere Persönlichkeit mit spürbarer Leidenschaft facetten- und einsichtsreich vorstellt. Da kann man auch verschmerzen, dass der angenehm leichtfüßige Film sehr konventionell daherkommt und gar nicht so zum introvertierten Charakter von Ruth Bader Ginsburg passt. Gerade der Oscar-nominierte Song „I’ll Fight“, der zum Ende ertönt, mag zur ruhig-beharrlichen Persönlichkeit seines Subjekts trotz bester Absichten kaum passen. Ein gelungenes Tribut an diese Frau und die Gleichberechtigung ist der Film aber allemal.

Bild „RBG“ vermischt neue Interviews und Aufnahmen in knackiger Qualität mit Archivmaterial, das natürlich teilweise grobkörniger daherkommt. Die DVD leistet sich keine Bildprobleme und liefert ein ansprechendes und homogenes Bild, das man so auch von anderen Dokumentarfilmen dieser Art gewohnt ist.

Ton Wie auch beim Bild geht es auch bei der Tonqualität standesgemäß zu. Der Film ist frontlastig, aber astrein verständlich und klar abgemischt. Hier und da gibt es auch immer wieder Platz für etwas Dynamik, insgesamt bleibt die Tonspur aber zurückhaltend und zweckdienlich.

Extras
An Bonusmaterial liefert die DVD lediglich weiteres Interview- und Szenenmaterial, das dem Schnitt zum Opfer fiel. Hinzu kommen noch zwei Trailer, ansonsten wird hier leider nichts Substantielles geboten.
• Interviews (02:20 Min.)
• Deleted Scenes (06:55 Min.)
• Trailer Deutsch (02:26 Min.)
• Trailer Englisch (02:16 Min.)


Fazit:
„RBG“ ist eine kurzweilig-leichtfüßige Huldigung vor der unfreiwilligen Popkulur-Ikone Ruth Bader Ginsburg, die das Leben und die Bedeutung der berühmten Juristin einsichts- und facettenreich beleuchtet.

by Florian Hoffmann
Bilder © Koch Media