Professor Marston & The Wonder Women - DVD

DVD Start: 29.03.2018
FSK: ab 12 - Laufzeit: 104 min

Professor Marston & The Wonder Women DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

PROFESSOR MARSTON & THE WONDER WOMEN von Autorin/Regisseurin Angela Robinson beleuchtet die Hintergründe der gleichermaßen verwegenen wie wahren Entstehungsgeschichte einer Superheldin und ist ebenso eine Geschichte über revolutionäre Ideen, Durchhaltewillen und Mut im Angesicht von Unterdrückung.

Dass hinter jedem starken Mann eine mindestens ebenso starke Frau steht, wusste Harvard-Psychologe Dr. William Moulton Marston (Luke Evans) nur zu gut. Genauer gesagt konnte er sich mehr als glücklich schätzen, gleich zwei jener starken weiblichen Persönlichkeiten hinter sich zu wissen: seine Ehefrau Elizabeth Marston (Rebecca Hall) und ihre gemeinsame Geliebte Olive Byrne (Bella Heathcote). Die beiden Frauen halfen ihm nicht nur dabei, den Lügendetektortest zu perfektionieren, sie unterstützten ihn auch bei seinen innovativen Forschungen über den Menschen und inspirierten ihn, die feministische Superheldin Wonder Woman zu erschaffen – eine im wahrsten Sinne des Wortes bahnbrechende Heldin, die alle Konventionen sprengte und in den nachfolgenden 80 Jahren Millionen von Fans begeistern konnte.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Sony Pictures Home Entertainment
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Spanisch (Dolby Digital 5.1)
Italienisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch, Englisch, Spanisch, Türkisch, Italienisch, Litauisch, Lettisch
Bildformat: 16:9 / 2,39:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Ein dynamisches Trio: Die Geburt einer feministischen Kultfigur
Eine kritische Sichtweise: Die Regieführung bei Professor Marston & The Wonder Women

DVD und Blu-ray | Professor Marston & The Wonder Women

DVD
Professor Marston & The Wonder Women Professor Marston & The Wonder Women
DVD Start:
29.03.2018
FSK: 12 - Laufzeit: 104 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Professor Marston & The Wonder Women Professor Marston & The Wonder Women
Blu-ray Start:
29.03.2018
FSK: 12 - Laufzeit: 108 min.

DVD Kritik - Professor Marston & The Wonder Women

DVD Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 10/10
Ton: | 8/10
Extras: | 6/10
Gesamt: | 8/10


Geburt einer Ikone
Manche mögen sich verwundert fragen, ob hier ein neuer Superheldenfilm vorliegt. Ist es etwa der zweite Teil von „Wonder Woman“? Nein, ist es nicht. Vielmehr liegt hier ein sehr ungewöhnliches Biopic vor. Die Comicheldin Wonder Woman hat schon eine interessante Geburtsgeschichte hinter sich. Zum einen wurde sie bewusst als weibliches Gegenstück zu dem männlich dominierten Genre der Superhelden entworfen und besaß somit von Beginn an ein feministisches Anliegen. Zum anderen war der Erfinder und Autor William Moulton Marston ein Psychologe und machte mit seiner Theorie über Emotionen aber vor allem mit der Erfindung des Lügendetektors sich einen Namen. Er war also kein Nerd, auch wenn man sie damals nicht so bezeichnete, und kam auch nicht aus einer künstlerischen, sondern aus einer gänzlich anderen Richtung. Moulton stieß spät zu der Comicbranche und sah diese als ein Mittel, um seine psychologischen Theorien zu verbreiten. Im Grunde war also Wonder Woman ein Propagandacomic für den Feminismus, aber auch für Psychologie und die sexuellen Untertöne des Sadomasochismus und des Bondage.

Luke Evans (William Moulton Marston)
Luke Evans (William Moulton Marston) © 2017 PMWW LLC. All Rights Reserved.
Diese sexuellen Konnotationen wurden damals durchaus erkannt und sorgten für einigen Ärger welcher hier auch nicht verschwiegen wird. Die Regisseurin und Autorin Angela Robinson konzentriert sich allerdings nicht rein auf die Comicfigur und deren Entstehen, sondern stolperte bei den Recherchen für den Film auf eine Einzelheit welche ihr ganzes Skript umwarf. So ist der Film kein übliches Biopic von der Wiege zur Bahre, sondern schildert vielmehr einen unkonventionellen Lebensentwurf, in dem ein Mann nicht einfach nur neben seiner Ehefrau eine Geliebte hatte, sondern alle drei in einer Symbiose und in echter Liebe zueinander vereint zusammen lebten. Es war ein Trio voller gegenseitiger Liebe, in der die beiden Frauen auch nach dem Tod des Mannes über 30 Jahre zusammenleben sollten. Und die Kinder des Mannes hatten zwei Mütter. Alle lebten unter einem Dach. Und so ist der Film vor allem auch eine Liebesgeschichte, aber ohne Kitsch, sondern beschreibt eben auch den Mut und das Leid einen Lebensentwurf zu führen der gesellschaftlich nicht akzeptiert wurde, sondern durchaus strafbar war. Schließlich beginnt der Film Ende der 1920er und deckt die Entwicklungen bis etwa 1947 ab. Dabei ist der Film sehr spannend ausgefallen, was vor allem an den Charakteren und deren zwischenmenschlicher Dynamik liegt.

Bella Heathcote (Olive Byrne)
Bella Heathcote (Olive Byrne) © 2017 PMWW LLC. All Rights Reserved.
Natürlich hängt dann viel auch von den Darstellern ab, welche sehr gut sind. Rebecca Hall zieht zwar manche Szenen an sich, aber Luke Evans und Bella Heathcote können durchaus daneben bestehen und besitzen ihre eigene Stärke und machen so die Figuren lebendig. Manchmal vergisst man sogar, dass man ihnen beim Spielen zusieht, da sie so sehr mit den Charakteren verschmelzen. Ein größeres Kompliment kann man Schauspielern wohl kaum machen. Aber auch die Bildsprache der Regisseurin Robinson ist äußerst gelungen und kann auf einer symbolischen Ebene die Emotionen unterstreichen und wie sich die Figuren gegenseitig wahrnehmen. Zudem gelingt es immer wieder eine Metasprache und Verknüpfungen herzustellen. So gibt es Elemente die man später in den Wonder Woman Comics wieder finden wird. Und manche Einstellungen bei der Erprobung des Lügendetektors greifen schon spätere Bondage-Szenen vor in denen die Einstellungen ihr Äquivalent finden. Es ist also kein Superheldenfilm, sondern ein Hohelied auf alternative Lebensentwürfe, die in dem aktuellen Amerika wieder verstärkt unter Beschuss geraten. Zudem werden auch Comicfans bedient, indem aufgezeigt wird, wie sehr persönliche Aspekte und andere Einflüsse in eine fiktive Figur einfließen können und diese heutigen Ikonen nicht aus dem luftleeren Raum entstanden. Jeder, der den Film gesehen hat, wird wohl die Wonder Woman Comics nun mit anderen Augen lesen.

Rebecca Hall (Elizabeth Marston)
Rebecca Hall (Elizabeth Marston) © 2017 PMWW LLC. All Rights Reserved.
Der Ton ist gelungen, hat aber nicht allzu viel zu tun. Das Bild ist aber hervorragend und kann mit satten Farben und klaren Abstufungen punkten. Auch die Extras lohnen sich, da die beiden Making Ofs nicht das übliche wechselseitige Loblied sind, sondern eher auf die Herangehensweise an die real existenten Charaktere eingeht und auch ein bisschen mehr über die Figuren erläutert, als in dem Film selber untergebracht worden ist.


Fazit:
Ein gelungenes Biopic mit sehr guten Darstellungen, einer schönen symbolischen Bildsprache und mehreren Metaebenen welche auch verdeutlichen wofür die Comicfigur Wonder Woman alles steht und wie man sich behaupten muss.

by Jons Marek Schiemann
Bilder © Sony Pictures Home Entertainment