Prisoners - DVD

DVD Start: 13.02.2014
FSK: ab 16 - Laufzeit: 147 min

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Inhalt

Keller Dover (Hugh Jackman), raubeiniger Handwerker aus Pennsylvania, liebt seine kleine Tochter über alles. Als sie an Thanksgiving zusammen mit ihrer besten Freundin gekidnappt wird, führt die Spur zu einem heruntergekommenen Wohnmobil. Dessen Besitzer Alex (Paul Dano) ist schnell geschnappt, doch Detective Loki (Jake Gyllenhaal) kann ihm nichts nachweisen. Zähneknirschend muss er den geistig minderbemittelten Alex laufen lassen. Dover dagegen ist fest von Alex' Schuld überzeugt – so fest, dass er beschließt, das Gesetz in die eigene Hand zu nehmen. Er entführt Alex und versucht, ihm mit aller Macht ein Geständnis abzuringen...

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universal Pictures
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Englisch für Hörgeschädigte, Deutsch
Bildformat: 16:9 / 1,85:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
- Deutsche Premiere
- Featurettes:
Beeindruckende Darsteller
Jede Sekunde zählt
- Interview mit Hugh Jackman
- Trailer

DVD und Blu-ray | Prisoners

DVD
Prisoners Prisoners
DVD Start:
13.02.2014
FSK: 16 - Laufzeit: 147 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Prisoners Prisoners
Blu-ray Start:
13.02.2014
FSK: 16 - Laufzeit: 153 min.
Prisoners - Steelbook (Limited Edition) Prisoners - Steelbook (Limited Edition)
Blu-ray Start:
13.02.2014
FSK: 16 - Laufzeit: 153 min.

DVD Kritik - Prisoners

DVD Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 8/10
Ton: | 8/10
Extras: | 4/10
Gesamt: | 8/10


„Sei vorbereitet. Auf Hurrikans, Überschwemmungen, auf was auch immer“, heißt es am Anfang von „Prisoners“. Ein leerer Ratschlag. Denn auf das, was die befreundeten Familien Dover und Birch an Thanksgiving erwartet, kann man sich nicht vorbereiten. Gerade noch beim gemeinsamen Festessen, sind plötzlich die jüngsten Töchter Anna und Joy verschwunden. Die Suche in der Nachbarschaft bleibt erfolglos, doch ein unbekanntes Wohnmobil, das zuvor in der Straße parkte, führt die Polizisten um Detective Loki (Jake Gyllenhaal, „Jarhead“) zum geistig zurückgebliebenen Alex Jones (Paul Dano, „There Will Be Blood“). Der besitzt zwar einen Führerschein, aber auch den IQ eines Zehnjährigen und scheidet mangels Beweisen alsbald als potenzieller Täter aus. Doch die Mädchen bleiben verschwunden und den Ermittlern läuft die Zeit davon.

Kindesentführung, Eltern im emotionalen Ausnahmezustand, Folter als Verhörmethode: Es ist schwere Kost, verpackt in unheilschwangere, graue Bilder, die Ex-Autorenfilmer Denis Villeneuve (Oscar-nominiert­­­ 2011 für „Incendies“) in seinem ersten US-Werk auffährt. „Prisoners“ geht an die Substanz, fordert Protagonisten und Zuschauern alles ab. Intensiv, ohne plumpe Effekthascherei illustriert der Kanadier die Auswirkungen des Kidnappings auf die betroffenen Familien. Den aktivsten Part nimmt dabei Keller Dover („Wolverine“ Hugh Jackman in seiner bislang wohl stärksten Rolle: verletzlich und raubeinig zugleich). Der Handwerker, gottesfürchtig und klar strukturiert, ist es gewohnt, die Dinge unter Kontrolle zu haben. Sein Wertesystem gerät durch den drohenden Verlust seiner Tochter Anna arg ins Wanken, zumal er den Ermittlungen der Behörden misstraut. In seiner Verzweiflung greift er zur Ultima Ratio Selbstjustiz, verschleppt den Verdächtigen Alex und versucht mittels Gewalt, den Aufenthaltsort der Entführten aus dem stammelnden Sonderling heraus zu prügeln. Kellers Frau Grace (etwas verschenkt: Maria Bello, „A History of Violence“) hingegen versucht, ihren Schmerz mittels Schlaftabletten auf Distanz zu halten.

Regisseur Denis Villeneuve hat darüber hinaus mit Terrence Howard („Iron Man“) und Viola Davis (Oscar-nominiert für „Glaubensfrage“) als Franklin und Nancy Birch sowie Melissa Leo (Oscar-prämiert für „The Fighter“) als Holly Jones eine wirklich bemerkenswerte Besetzung versammelt, die durch die Bank Schauspielkino de luxe abliefert. Den superben Darstellern und dem starken Skript von Aaron Guzikowski („Contraband“) ist es zu verdanken, dass „Prisoners“ ein so mitreißendes Drama geworden ist, das beim Publikum unweigerlich Fragen evoziert wie: Wie würde ich reagieren, wenn das meine Tochter wäre? Wie weit würde ich gehen? Heiligt der Zweck alle Mittel? Zugleich ist der Film ein packender Kriminal-Thriller, der nicht nur wegen Cop Jake Gyllenhaal zeitweise an David Finchers Verbrechensstudie „Zodiac“ erinnert. Auch wenn Polizist Loki im Vergleich zu Familienvater Dover sicherlich der oberflächlichere Charakter bleibt, sind vor allem die wenigen Szenen, in denen beide Figuren, die dasselbe Ziel, wenn auch auf unterschiedlichen Seiten des Gesetzes, verfolgen, interagieren, von besonderer Wucht.

Die knapp zweieinhalb Stunden Laufzeit merkt man „Prisoners“ kaum an. Bleibt das Aha-Erlebnis am Ende trotz einiger Wendungen überschaubar: Die Auflösung lässt einen frösteln. Diese Einschätzung gilt – negativ gesehen – leider auch für die mageren Zugaben der DVD. Neben überflüssigen Impressionen von der deutschen Filmpremiere in Berlin und Trailern gibt es kurze Featurettes, in denen sich die Schauspieler gegenseitig versichern, wie toll sie sind. Auch die beiden Interviews mit Hugh Jackman sind wenig gehaltvoll. Bei der brisanten Thematik hätte man sich Beiträge mit mehr Tiefgang gewünscht. Über jeden Zweifel erhaben ist dagegen das DVD-Bild. Kameramann Roger Deakins’ („True Grit“) düster-triste Einstellungen fangen den Gemütszustand der Figuren perfekt ein. Kein Wunder, brachte dem Briten seine brillante Arbeit jüngst die elfte Oscar-Nominierung ein.

„Prisoners“ ist ein zermürbender Mix aus Drama und Psycho-Crime-Thriller, der gerade durch seine eher zurückhaltend-nüchterne Art mitreißt und in seinem verzweifelt-aufwühlenden Grundton erstaunlich konsequent bleibt.

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by Florian Ferber
Bilder © Universal Pictures