Poolboy - DVD

DVD Start: 09.12.2011
FSK: ab 18 - Laufzeit: 86 min

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Inhalt

Vietnam-Veteran Sarge Bando kämpft nach seiner Rückkehr in die geliebte Heimat Kalifornien immer noch mit dem Verlust seines Kameraden, dem er im Angesicht des Todes das Versprechen gegeben hatte, seine Poolreinigunsgfirma zu weiter zu betreiben. Doch als Bando nun ohne den teuren Freund in die Heimat zurückkehrt, muss er nicht nur feststellen, dass das gesamte Poolbusiness fest in den Händen der Mexikaner ist, sondern auch dass seine Frau ihn mit einem mexikanischen Poolreiniger betrügt. Zuviel für Bando - er beschließt nach guter alter militärischer Routine auf eine Mission zu gehen: Das Poolreinigungsgeschäft muss wieder in amerikanische Hände und es kann nur einen "Poolboy" geben: Bando. Doch als seine Frau und sein Sohn getötet werden, wird aus der Poolmission ein äußerst blutiger Rachfeldzug, der nur ein Ziel hat - den mexikanischen Gangsterboss Caesar (Danny Trejo) zu töten, der das Geschäft kontrolliert und seine Familie auf dem Gewissen hat...

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universum Film / Senator Home Entertainment
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Bildformat: 16:9 / 1,78:1 Anamorph Widescreen

DVD und Blu-ray | Poolboy

DVD
Poolboy Poolboy
DVD Start:
09.12.2011
FSK: 18 - Laufzeit: 86 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Poolboy Poolboy
Blu-ray Start:
09.12.2011
FSK: 18 - Laufzeit: 90 min.

DVD Kritik - Poolboy

DVD Wertung:
Film: | 5/10
Bild: | 7/10
Ton: | 7/10
Extras: | 0/10
Gesamt: | 5/10


Feuchte Parodie
„Poolboy“ dürfe die Meinungen scheiden wie Moses das Wasser. Zum einen ist der Film zwar eine sehr gelungene Parodie auf Actionfilme vor allem der 1980er Jahre, zum anderen aber so konsequent albern und schonungslos, dass der Humor nicht jeden treffen könnte. Kevin Sorbo und Danny Trejo haben aber sichtlich Spaß an dem Film und ziehen alles gnadenlos durch den Schredder. Das hat nicht nur die Gesamtstruktur von solchen Filmen auf dem Kieker, sondern auch die Machart. „Poolboy - Drowning out the Fury“ (wie er ganz offiziell heißt), gibt vor, ein Sequel zu einem Film zu sein, der nie gezeigt worden ist (weil die Filmdose von einem wütenden Walfänger harpuniert wurde). In einer schönen Parodie auf die üblichen DVD-Extras werden immer wieder Kommentare von dem vermeintlichen Regisseur, Kameramann, Darsteller und Tonassistent eingefügt, welche zum einen leider die Handlung unterbrechen, aber dennoch schön die üblichen PR-Darbietungen in den Extras konterkarieren. Manchmal gerät das etwas zu albern, ist aber auf anderer Ebene äußerst gelungen. Was schon ein gelungenes Beispiel ist für gute Ideen und einige, die in der Überdrehtheit zu sehr strapaziert werden. Im Schnelldurchlauf werden alle bekannten Elemente des 80er Actionkinos veralbert. Das fängt schon mit der Story an: in Vietnam unterhält sich der Held mit einem Kameraden und sie beschließen nach Kriegsende, eine Poolreinigungsfirma aufzumachen. Klischeehaft stirbt kurz darauf der Freund und der Krieg ist auch prompt zu Ende. Da es sich aber für einen Veteranen so gehört, bleibt unser Held noch 12 Jahre in Vietnam, um Drogensüchtig zu werden, russisches Roulette zu spielen, Geschlechtskrankheiten zu bekommen und generell etwas durchzudrehen. Sein latenter Rassismus wird offenbar, als seine Frau und Sohn mit einem Mexikaner zusammenleben und später von diesem umgebracht werden. Sal Brando nimmt die Poolreinigung in seine Hände, um die Mexikaner aus dem Geschäft zu drängen und Rache zu nehmen. Hier haben wir also den traumatisierten Vietnamveteranen mitsamt seiner Kampferfahrung, eine tragische Vergangenheit und einen akuten Auslöser, um zur Waffe zu greifen. Das ist das gängige Schema für Actionfilme, welches man schon nicht mehr sehen kann. Sagt sich auch der Film und beantwortet dann gleich auch mehrere andere Fragen, wie etwa „Wo kommen immer all die Waffen her?“ Antwort: sie werden von einem Assistenten in das Bild geworfen. Denn es wird nicht nur die Struktur offengelegt, sondern auch die Tricks und Sprüche. Da werden Schaufensterpuppen als vermeintliche Leichen aus dem Pool gezogen, da wird einer Puppe der Kopf abgehackt und die bissigen Hunde sind Stofftiere. Das ist alles durchaus gelungen und auch Szenen wie der „Kommentar“ des Regisseurs, dass die Produzenten mehr Sex haben wollten und er einfach mit anderen Darstellern solche Szenen eingefügt habe, sind gelungen. Aber leider sind sie manchmal zu exzessiv durchgeführt. So wechseln sich gelungene Gags ab mit solchen, die zu überdreht und demnach Geschmacksache sind. Da fragt während des Films ein Darsteller nach einem Text, der Bösewicht hat mit dem Helden eine gemeinsame Vergangenheit und die exzessive Nutzung von Zeitlupen wird extrem gedehnt. Was man dem Film aber wirklich noch zugutehalten muss ist, dass der unterschwellige Rassismus der Actionfilme offen gelegt wird. Actionfilme brauchen ein Feindbild und in der Installation dessen kommen durchaus rassistische Töne vor. Der Darsteller des Helden, der von Kevin Sorbo dargestellt wird, ist eine deutliche Reminiszenz an Jean-Claude van Damme, aber auch Brandon Lees tödlicher Unfall bei den Dreharbeiten zu „The Crow“ kommen vor, wie auch „Rambo“ und das Reaktionäre eines Chuck Norris. Aber auch die Sexfilme der siebziger. Hier kommt also alles einmal vor, manchmal blutig, manchmal gelungen und mit der Trickoffenlegung als Parodie sehr gelungen. Aber der überdrehte Humor dürfte Geschmackssache sein. Bei aller Albernheit wäre der Film aber wahrscheinlich gelungen für einen geselligen DVD-Abend, bei dem keiner mehr nüchtern ist.

Der Ton und das Bild sind gut. Extras sind abgesehen von dem Originaltrailer und einer Trailershow aber leider nicht vorhanden. Vielleicht ist das ja auch eine weise Entscheidung, denn schließlich wurde diese Praxis auch im Film parodiert.

Eine überdrehte, blutige, manchmal zu alberne Parodie, welche die Mechanismen des Actionkinos der 1980er Jahre schonungslos offen legt.


by Jons Marek Schiemann
Bilder © Universum Film / Senator Home Entertainment