Pieta - DVD

DVD Start: 23.04.2013
FSK: ab 16 - Laufzeit: 104 min

Pieta DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

Mit brachialer Gewalt treibt LEE Kang-do für einen Geldverleiher Schulden ein. Säumige Schuldner, welche die horrenden Wucherzinsen nicht zahlen können, macht er gnadenlos zu Krüppeln, um die Unfallversicherungssumme zu kassieren. Eines Tages begegnet dieser Unmensch einer Frau, die behauptet, sie sei seine Mutter. Anfangs weist der alleinstehende, mutterlos aufgewachsene junge Mann die geheimnisvolle Fremde schroff ab. Als er sie vergewaltigen will, wehrt sie sich weinend. Nach der Inzest-Attacke beginnt Kang-do ihr zu glauben, sie zieht bei ihm ein und bemuttert ihn. Die Fürsorge löst eine Art Läuterungsprozess beim Mann aus, er gibt seine brutale Tätigkeit auf. Als die Frau plötzlich verschwindet, denkt Kang-do, sie wäre von einem seiner früheren Misshandlungsopfer aus Rache entführt worden. Beim verzweifelten Rettungsversuch macht Kang-do eine schockierende Entdeckung.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Ascot Elite Home Entertainment / MFA Film
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Koreanisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 1,85:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Trailer, Trailershow

DVD und Blu-ray | Pieta

DVD
Pieta Pieta
DVD Start:
23.04.2013
FSK: 16 - Laufzeit: 104 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Pieta Pieta
Blu-ray Start:
23.04.2013
FSK: 16 - Laufzeit: 107 min.
Pieta - Special Edition (2 Discs) Pieta - Special Edition (2 Discs)
Blu-ray Start:
23.04.2013
FSK: 16 - Laufzeit: 107 min.

DVD Kritik - Pieta

DVD Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 8/10
Ton: | 7/10
Extras: | 4/10
Gesamt: | 8/10


In tristen und grauen Farben bekommt man die reduzierte, auf Not und Armut beschränkte Realität von Cheonggyecheon, dem abgewirtschafteten Industriestandort im Herzen von Seoul, geschildert. Den Menschen dort bleibt zum Überleben oftmals nichts anderes übrig, als zu horrenden Zinsen Schulden zu machen, die sie niemals zurück zahlen können. Und da kommt der kaltblütige Lee Kang-do ins Spiel, der erbarmungslos Schulden eintreibt. Abgestumpft, als emotionales Wrack, fungiert er in einer von Kapitalismus geprägten Welt, als Antipol zum Traum von Reichtum und erkauftem Glück.

Besonders in der Art und Weise, wie die Figur des Lee Kang-do seine Arbeit verrichtet, möchte uns Regisseur Kim Ki-duk bewusst überzeichnet auf die Missstände, die der Kapitalismus mit sich bringt, aufmerksam machen. Hierbei ist er immer nah an den Opfern. Er zeigt uns in rauen Bildern die Schicksale derer, die es nicht schaffen aus eigener Kraft zu überleben. So darf man Pieta durchaus als Kritik an den Kapitalismus unserer Zeit verstehen, doch es ist weitaus mehr, was uns hier aufgetischt wird. So ist Pieta auch ein Drama über Schuld und Sühne, und der gewählte Titel kein Zufall. Pietà bedeutet im Italienischen Mitleid, Barmherzigkeit und in der Kunst bezeichnet es die Abbildung der Jungfrau Marias, die trauernd den Leichnam Christi in den Armen hält.

Doch was wäre ein koreanischer Film, ohne das oftmals zentrale Thema Rache. Und auch in Pieta rückt dieses Thema im Laufe des Films immer mehr in den Vordergrund.
Mit der Figur der Mutter, die in Lee Kang-dos Leben tritt, wird er im Laufe der Handlung mit der Grausamkeit seiner eigenen Taten konfrontiert und eine Selbstreflexion bleibt ihm nicht erspart. Nachdem er sich zunächst gegen die Liebe seiner Mutter wehrt und auch seine eigenen Abgründe, seine Zerrissenheit zum Vorschein kommen, welche in einem inzestuösen Übergriff gipfeln, quillt die Angst über, dass man seine Mutter, die er schließlich als solche anerkennt, als Opfer, um Rache an ihm zu nehmen, missbrauchen könnte. Doch es kommt ganz anders, als man denkt, denn Pieta wartet mit einigen Überraschungen auf, die es in sich haben.

Der Film ist Kim Ki-duks 18tes Werk, nach einer Schaffenskrise, die er zuvor dokumentarisch mit seinem Film Arirang verarbeitete. Hier kommt er nun zurück, und zwar Gewaltig. Mit Pieta zieht er uns in eine Welt, in der ein Menschenleben nicht viel Wert zu sein scheint. Und Gliedmaßen schon mal gar nicht, zumindest nicht für Lee Kang-do, wobei, das stimmt nicht ganz. Den Wert aus der Versicherungssumme seiner Opfer kann er nämlich ziemlich genau beziffern. So spielt neben Sozial- und Kapitalismus-Kritik auch christliche Symbolik eine Rolle. Hier ist es nicht der Apfel in der Bibel, sondern Geld, was Kim Ki-duks Protagonisten zum Sündenfall bewegt. Er selbst führt folgendes an: „Die Menschen heutzutage sind besessen vom Irrglauben, dass Geld alle Probleme lösen könne. Dabei ist in den meisten Fällen Geld das Problem.“

Kim Ki-duk ist also zurück und er hat uns etwas zu sagen. Das ist gut so, ob man seine Filme nun mag, oder nicht. Denn auch Pieta ist ein recht eigenwilliges Werk, mit dem sich nicht jeder anfreunden wird. Es ist kein Mainstream Kino, zur reinen Unterhaltung. Vielmehr ist es brachiales Erzählkino, mit kritischen Untertönen und epischer Wucht. Auch wenn Kim Ki-duks Werk andere Ansätze als Park Chan-wooks immer wieder genannte Rache Trilogie (Sympathy for Mr. Vengeance, Oldboy, Sympathy for Lady Vengeance) hat, braucht er sich vor ihr nicht zu verstecken. Für alle, die koreanisches Kino mögen und Kim Ki-duks Filme im Speziellen, ist Pieta eine klare Empfehlung.

Die DVD selbst hat ein recht scharfes Bild zu bieten, sodass der Sehgenuss nicht zu kurz kommt. Leider hat man bei den Extras gespart. Wer mehr als eine Trailer-Show zu sehen bekommen möchte, muss bei Pieta auf die Blu-ray zurück greifen.

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by Andre Rüsenberg
Bilder © Ascot Elite Home Entertainment / MFA Film