Perfect Sisters - DVD

DVD Start: 24.04.2015
FSK: ab 12 - Laufzeit: 100 min

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Inhalt

Die Schwestern Sandra (Abigail Breslin) und Beth (Georgie Henley) sind unzertrennlich. Mitten in der Pubertät zeigen sie ihr unterschiedliches Temperament: Extrovertiert und immer im Mittelpunkt der Jungs die eine, die andere introvertiert und mit dem Kopf lieber in einem Buch. Ihre Mutter Linda (Mira Sorvino) hat immer stärker mit der Alkoholsucht zu kämpfen und lacht sich einen gewalttätigen Liebhaber (James Russo) an. Nachdem alle ihre Hilferufe ungehört bleiben, haben die Schwestern es satt und fassen einen Entschluss: Mit Hilfe ihrer engsten Freunde hecken sie einen Plan aus, um ihre Mutter zu ermorden und es wie einen Unfall aussehen zu lassen. Nach einem wahren Kriminalfall!

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Alive / Falcom Media
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Bildformat: 16:9 / 2,35:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
- Trailer

Video on demand - Perfect Sisters

DVD und Blu-ray | Perfect Sisters

DVD
Perfect Sisters Perfect Sisters
DVD Start:
24.04.2015
FSK: 12 - Laufzeit: 100 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Perfect Sisters Perfect Sisters
Blu-ray Start:
24.04.2015
FSK: 12 - Laufzeit: 104 min.

DVD Kritik - Perfect Sisters

DVD Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 5/10
Ton: | 5/10
Extras: | 1/10
Gesamt: | 6/10


„Perfect Sisters“ ist eine Mischung aus Thriller und Drama welches einen recht schonungslosen Blick auf die Gesellschaft wirft, aber eine gewisse Paradoxie aufweist. Zum einen wird die Fluchtmöglichkeit der beiden Heldinnen, eben die titelgebenden Schwestern Sandra und Elizabeth, konsequent durchgezogen, aber andererseits ist der Blick auf die sozialen Umstände nicht konsequent. Die Familienverhältnisse sind schwierig. Nach einem erneuten Umzug fasst die Familie etwas Mut. Aber die Mutter ist eine Alkoholikerin, die wieder rückfällig wird und den neuen Job direkt wieder verliert. Zudem gerät sie, wieder einmal, an einen gewalttätigen Liebhaber, der zudem Elizabeth unwillkommene Avancen macht. Natürlich ist das eine schwierige Situation, aber wie es einmal in dem Film passend gesagt wird: es gibt schlimmeres und Jugendliche die noch mehr und ärgeres durchgemacht haben. Was natürlich die Nöte der Protagonisten nicht schmälern soll. Was aber verwundert ist die fehlende soziale Unterstützung oder Einbettung. In einem Gespräch mit der Telefonseelsorge wird deutlich, dass die Schwestern Beweise für eine Misshandlung brauchen bevor das Amt einschreiten kann. Zudem sind sie mit 16 in einem Alter in dem sie selbstständig genug sind als das sich das Jugendamt wirklich um sie kümmern könne.
Das ist schon zynisch genug, aber wo sind alle anderen Angebote und staatliche und kirchliche Hilfsmöglichkeiten? Hier ist der Film nicht konsequent genug indem er sich allein auf die psychologische Entwicklung der beiden Schwestern konzentriert und zeigt nicht auf, wie sehr die Schwestern wirklich allein gelassen werden. Als einzigen Ausweg ihre Situation zu verbessern und den möglichen Stiefvater in spe zu verhindern, ist der Mord an ihrer Mutter. Das ist harter Tobak und geht dem Zuschauer psychologisch schon recht an die Nieren. Zudem wird das recht nüchtern beobachtet. Meist ist die Kamera recht unbeteiligt und es wird so gut wie nie auf die Tränendrüse gedrückt.
Wenn filmisch gar nicht erst versucht wird, Emotionen zu schüren, so bleibt das bei den Darstellern hängen. Und die sind hervorragend. Generell lebt der Film vor allem von seinen weiblichen Schauspielerinnen. Allen voran ist Abigail Breslin hervorragend. Als die vermeintlich stärkere Schwester trägt sie den Haushalt, erzieht den jüngeren Brüder und kümmert sich um die betrunkene Mutter wenn die gerade mal wieder alltagsuntauglich ist. Vor allem der spätere Bruch in der Psyche ist sehr gut dargestellt. Die gerade mal 19jährige hat schon eine beeindruckende Filmographie sammeln können und war bereits einmal für den Oscar nominiert. Jedenfalls kann man von ihr noch einiges erwarten. Auch Mira Sorvino als alkoholkranke Mutter ist hervorragend. Georgie Henley und Zoe Belkin sollte man auch dringend im Auge behalten. Vor allem Georgie Henley kann locker ihre schwierige Rolle mit dem abrupten Erwachsenwerden ausfüllen. Was man ihr ehrlich gesagt nach den „Chroniken von Narnia“ nicht zugetraut hätte. Aber da war sie ja noch ein Kind. Zoe Belkin lohnt sich im Auge zu behalten. Sie hat zwar eine sehr oberflächliche Rolle, aber in ein, zwei Szenen blitzt ein großes Talent auf, was sie in ihren bisherigen Filmen wie „Carrie“ und in diversen TV-Serien noch nicht ausführen konnte. Während sich die Pole der Schwestern umkehren, die Starke wird zur Schwächeren und umgekehrt, ist die Gleichgültigkeit der Gesellschaft erschreckend, was aber leider nicht näher betrachtet wird. Die Mordpläne sind in der Schule bekannt, aber alle halten das für einen Witz und Gedankenspielerei (was auch an die ignorierten Warnsignale der diversen Amokläufe erinnert). Selbst nach der Ausführung wollen und können die Mitschüler das nicht glauben und sehen die Schwestern als Stars und empfinden einen durchaus erotisch aufgeladenen Reiz des Gefährlichen ihnen gegenüber. Ironischerweise lässt das Sandra in eine Rolle fallen, die sehr an ihre Mutter erinnert und deren Verzweiflung nachvollziehbar macht. Nun können sie allerdings niemandem mehr die Schuld an der Situation geben und können nicht klar kommen. Was sich ein bisschen mit vorhergehenden Szenen beißt und nicht sonderlich passen will. Jedenfalls gibt es hier kaum Mitgefühl und Geborgenheit und alles ist in kalten grauen Bildern gefilmt, was mit dazu beiträgt eines der US-Ideale, nämlich die Familie und deren Unantastbarkeit, zu zerschlagen. Und alles beruht zudem auf einem realen Fall.

Der Ton als auch das Bild sind eher durchschnittlich. Gut, der Ton hat nicht viel zu tun und so fällt er wenig auf, ist aber gut austariert. Manchmal gibt es aber leider beim Bild einige Unschärfen. Ausgerechnet wenn bei Traumsequenzen ein Weichzeichner benutzt worden ist, geraten die Konturen leider etwas in das schwimmen. Als Extras gibt es leider nur den Trailer und eine Trailershow.


Fazit:
Psychologisch harter Tobak der sehr gut gespielt ist, aber in der Ignorierung der sozialen Umfelder nicht konsequent genug die Entwicklung beleuchtet.


by Jons Marek Schiemann
Bilder © Alive / Falcom Media