Parada - DVD

DVD Start: 22.03.2013
FSK: ab 12 - Laufzeit: 115 min

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Inhalt

Der ehemalige Kriminelle Limun (Nikola Kojo) besitzt eine Sicherheitsfirma, ist Kriegsveteran und dazu höchst homophob. Seine Verlobte Pearl (Hristina Popović) steckt mitten in Hochzeitsvorbereitungen. Ihr Hochzeitsplaner ist der schwule Mirko (Goran Jevtić). Frustriert von Limuns schwulenfeindlichen Beschimpfungen, will Mirko den Job schon schmeißen, als Pearl ihrem Verlobten ein Ultimatum stellt. Nicht nur besteht sie darauf, dass Mirko bleibt. Das Jawort spricht sie nur dann, wenn Limuns Firma die von Mirko und seinem Freund organisierte Gay-Pride-Parade beschützt, die massiven Anfeindungen ausgesetzt ist. Das Alpha-Tier muss schließlich gemeinsam mit dem schwulen Pärchen für die Rechte von Homosexuellen kämpfen. Ohne Unterstützung der Polizei.
Auf der Suche nach Sympathisanten reisen sie gemeinsam durch ein zerrissenes Land und engagieren dubiose Mitstreiter für eine gerechte Sache. Die alten Feinde – Serben, bosnische Muslime, Kosovo-Albaner und kroatische Kriegsveteranen - bilden zusammen eine utopische Truppe der besonderen Art, die es mit bunten Luftballons und Regenbogenfahnen gegen fiese Nationalisten und Neo-Nazis aufnimmt.

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DVD Details

Medienanzahl: 2
Regionalcode: 2
Vertrieb: Indigo / Neue Visionen
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Serbisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 2,35:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Making-of, Interview mit Regisseur, Trailer

DVD und Blu-ray | Parada

DVD
Parada Parada
DVD Start:
22.03.2013
FSK: 12 - Laufzeit: 115 min.

zur DVD Kritik

DVD Kritik - Parada

DVD Wertung:
Film: | 9/10
Bild: | 9/10
Ton: | 9/10
Extras: | 9/10
Gesamt: | 9/10


Der Film „Parada“ (Originaltitel: „Parada“, Serbien/ Kroatien/ Mazedonien/ Slowenien, 2012) erzählt die Geschichte von der Organisation einer Gay Pride in Serbien. Der Regisseur Srdjan Dragojević wählte für das ernste Thema nicht die Filmgattung Sozialdrama, sondern die Form der Komödie, aus. Er ist davon überzeugt, dass der Inhalt so besser transportiert wird und ein größeres Publikum damit erreicht wird. Und der internationale Erfolg gibt ihm Recht.

Radmilo (Miloš Samolov) und Mirko (Goran Jevtić) sind ein schwules Paar in Belgrad. Mirko ist Hochzeitsplaner und betätigt sich zusätzlich noch als Aktivist für die homosexuelle Gemeinschaft. Er möchte eine erfolgreiche Gay-Pride-Parade auf die Beine stellen. Sein Partner Radmilo ist ein ruhiger Tierarzt, der lieber unauffällig leben möchte. Durch einen veterinären Notfall lernt er Micky Limun (Nikola Kojo), einen ehemaligen Gangster und nun Leiter einer Sicherheitsfirma, kennen. Limuns Verlobte Pearl (Hristina Popovi) möchte von Mirko die Hochzeit ausgerichtet bekommen und heiratet ihn nicht eher, solange er nicht für die Sicherheit der Parade bürgt, weil diese keinen Schutz von der Polizei erhält und große Gegenwehr erwartet wird. Da er für Pearl alles tun würde, stellt er eine kampferprobte Truppe aus Ex-Soldaten aus unterschiedlichen Ländern zusammen.

Im Jahr 2001 wurden Homosexuelle auf dem Hauptplatz von Belgrad angegriffen, ohne ein Einschreiten der Polizei. Zudem mussten die Teilnehmer der Gay-Pride-Parade 2010 in Belgrad von 5000 Polizisten vor 6000 Hooligans beschützt werden, worauf sie im darauf folgenden Jahr komplett abgesagt wurde. Der Regisseur und Drehbuchschreiber Srdjan Dragojević hat auf Grundlage dieser Ereignisse ein bewegenden und durchweg amüsanten Film geschaffen. „Parada“, an dessen Drehbuch Dragojević sieben Jahre lang geschrieben hat, wurde mit drei Preisen auf der Berlinale 2012 ausgezeichnet. Aber nicht nur in Deutschland erfuhr der Filme eine breite, positive Resonanz, sondern auch in den stark homophoben Ländern des Balkanraums. Der Humor des Films ist der Schlüssel zu seinem Erfolg. Er setzt sich aus pointierten Dialogen, Übertreibungen und vor allem aus dem Spiel mit Klischees und Stereotypen zusammen. Dabei spielt er nicht nur mit schwulenfeindlichen Vorurteilen, sondern auch mit hartnäckigen Klischees, die zwischen den Ländern Ex-Jugoslawiens herrschen. Das Augenmerk legt der Filmemacher aber nicht nur auf die Unterschiede, sondern auf ihre Gemeinsamkeiten. Durch diese ist es für die Protagonisten möglich sich gegenseitig zu akzeptieren, statt zu verurteilen. Der Film erzählt eine Geschichte von Mut und Toleranz und wie schwer es ist, in diesem Land offen zu seiner Sexualität zu stehen. Er macht den Druck auf die Homosexuellen spürbar und legt die gesamten Sympathien auf diese kleine Gruppe von Menschen. Aber er zeigt auch die Möglichkeit der Versöhnung auf und könnte damit ein Stück dazu beitragen. Neben der Geschichte kann der Film aber auch qualitativ überzeugen. Die Rollen wurden alle mit herausragenden Schauspielern sympathisch besetzt. Die Schauplätze und die Ausstattung wurden gut ausgewählt und hergerichtet. Auch die Musik ist passend arrangiert. Der gesamte Film liefert ein stimmiges Bild.

Die 2-Disc Edition des Filmes besitzt eine gute Bild- und Tonqualität. Auf der ersten DVD finden sich zusätzlich zu dem Film noch ein Kinotrailer und fünf weitere Trailer. Auf der Bonus-DVD bietet ein ausführliches Making-Of (60 Minuten) guten Einblick in die Produktion und wird noch innerhalb dessen durch Interviews und gelöschten Szenen bereichert. Zudem befindet sich ebenfalls noch ein informatives Interview mit dem Regisseur Srdjan Dragojević (20 Minuten) auf der DVD.

Fazit: „Parada“ ist ein zu Recht hochgelobter und ausgezeichneter Film. Er zeichnet sich durch seinen durchgehend guten Humor und dem gelungen Spiel mit diversen Klischees aus

by Doreen Matthei
Bilder © Indigo / Neue Visionen