Painless - DVD

DVD Start: 10.05.2013
FSK: ab 16 - Laufzeit: 101 min

Painless DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

Nach einem verheerenden Autounfall bekommt der Neurochirurg David (Àlex Brendemühl) im Krankenhaus eine niederschmetternde Diagnose: Er leidet an Krebs und benötigt dringend eine passende Knochenmarkspende. David wendet sich an seine Eltern, doch deren Reaktion lässt ihn in den ungeahnten Abgrund seiner eigenen Herkunft stürzen. Sie können ihm nicht helfen, da sie nicht mit ihm verwandt sind. David muss sich auf die Suche nach seinen Wurzeln begeben, um zu überleben. Seine Nachforschungen führen in die Zeit des Spanischen Bürgerkriegs in ein Sanatorium in Katalonien, welches eine Gruppe außergewöhnlicher Kinder beherbergte. Sie waren physischen Schmerzen gegenüber vollkommen unempfindlich und wurden Teil eines unvorstellbaren medizinischen Experiments … Davids Versuche, die Wahrheit über sich selbst herauszufinden, stoßen auf eine Mauer des Schweigens und des Schreckens.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universum Film / Senator Home Entertainment
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Spanisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 2,35:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
- Making of

DVD und Blu-ray | Painless

DVD
Painless Painless
DVD Start:
10.05.2013
FSK: 16 - Laufzeit: 101 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Painless Painless
Blu-ray Start:
10.05.2013
FSK: 16 - Laufzeit: 105 min.

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DVD Kritik - Painless

DVD Wertung:
Film: | 10/10
Bild: | 10/10
Ton: | 10/10
Extras: | 5/10
Gesamt: | 9/10


Leben ist Schmerz - Manchmal gibt es Filme von denen man sich nichts erwartet und die einen vom Inhalt nur so halbwegs interessieren. Dann sagt man sich, es könne ja ganz nett sein. Man setzt sich also in seinen Sessel und bekommt einen Film wie „Painless“, der einen aus den Kissen bläst. Die spanische Produktion ist dabei nicht nur ein hoch spannender Thriller, der den Zuschauer von der ersten Einstellung an gefangen nimmt, sondern zudem noch hoch intelligent. Man findet so dermaßen viele verschiedene Ebenen, dass es gleich für mehrere Filme gereicht hätte. Dabei wirkt die Produktion nie überladen, weil alles in den Inhalt eingebunden ist und kein einziges Symbol zu einem Selbstzweck wird. Zunächst fällt die tolle Kameraarbeit auf, mit satten Farben, die zugleich symbolisch sind und sehr gut mit Licht und Schatten arbeitet. Das schürt die Spannung und setzt den Figuren auch immer noch zusätzliche Charakterfacetten hinzu. Der einzige Schwachpunkt ist der Held, dessen individuelles Schicksal etwas im Nebenstrang, welcher chronologisch gesehen eigentlich der Hauptstrang ist, unterzugehen droht. Zudem agiert der Darsteller in seiner Rolle etwas zu betäubt. Das macht es für den Zuschauer schwierig, sich mit ihm zu identifizieren. Aber das ist auch der einzige Schwachpunkt und der Held ist weniger als ein Charakter, sondern eher als eine Art Kompilationszentrum zu sehen. Was erst ganz am Ende deutlich wird. Es geht ja zunächst um Kinder, die keinen Schmerz empfinden können. Diese Schmerzlosigkeit („Painless“) verhindert allerdings das Menschsein. Denn wenn man keinen Schmerz empfinden kann, kann man auch nicht wissen, was er für andere bedeutet. Man kann sich dann nicht in andere Personen versetzen, da man keine Empathie entwickeln kann. Wenn jemand anderes sich verbrennt und vor Schmerzen schreit, dann wundern sich die hier gezeigten Kinder nur, denn sie spüren die Flammen ja nicht. Nicht nur ist hier ein sehr griffiger Punkt für die menschliche Entwicklung gefunden worden, sondern auch ein Symbol für die Gesellschaft. Es ist natürlich kein Zufall, dass der spanische Bürgerkrieg im Film eine zentrale Rolle einnimmt. Ebenso wie die Kinder für Experimente genutzt werden, wurden die Menschen im 20. Jahrhundert von Ideologien benutzt. Was hier auf der Mikroebene mit den Kindern geschieht. Als Individuen zählen sie nicht, sondern nur als ein Mittel, als Experimentiermaterial und Kanonenfutter. Insofern sind sie der Traum der kommunistischen und faschistischen Ideologien, da dort nur die Masse und nicht die Individualität zählt. Zudem macht die Schmerzunempfindlichkeit die Kinder auch zu perfekten Vertretern der jeweiligen Herrschenden. Was natürlich überdeutliche Schattenseiten hat. Wenn ein Kind von einer tödlichen Krankheit erlöst wird, so ist das nicht nur eine schockierende Szene, sondern man fühlt sich angesichts des Kontextes an Bilder aus dem KZ erinnert. Wobei der helfende Arzt ausgerechnet Jude ist. Auch wird eine extrem symbiotische Täter-Opfer-Verstrickung eingeführt, wobei oft diese Rollen selbst innerhalb mancher Figuren nicht zu trennen sind. Es gibt wenig Schwarz-Weiß-Malerei, was ja gerade einen Bürgerkrieg ausmacht. Denn die klar definierten Grenzen anderer Kriege sind in einem solchen Bürgerkrieg schließlich nicht vorhanden. Man darf die Vergangenheit aber nicht wegschließen, sondern muss sich mit ihr beschäftigen. Sonst wuchert sie und bildet einen Krebs aus, ein Geschwür im sozialen Körper. Und so kulminieren die Geschichte und alle Symbole im Körper des Helden, bei dem alle Stränge der Geschichte (im doppeldeutigen Sinne) zusammenlaufen. Ein hervorragender Film, der auf allen Ebenen funktioniert und den Zuschauer noch lange nach dem Betrachten nicht loslassen wird. Jetzt schon einer der besten Filme des Jahres.

Der Ton ist sehr gut und vor allem die vielen Soundeffekte kommen dann hervorragend zur Geltung. Ebenso gilt es für das Bild. Neben den üblichen Extras wie dem Originaltrailer und einer Trailershow gibt es noch ein gelungenes halbstündiges Making Of, welches mal keine reine Eigenwerbung ist, sondern wirklich Einblicke liefert.

Jetzt schon einer der besten Filme des Jahres. Hochgradig spannend, intelligent, voller verschiedener Bedeutungsebene und schockierend. Dieser Film wird niemanden kalt lassen.

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by Jons Marek Schiemann
Bilder © Universum Film / Senator Home Entertainment