Outrage Beyond - DVD

DVD Start: 27.05.2016
FSK: ab 16 - Laufzeit: 108 min

Outrage Beyond DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

Fünf Jahre nachdem Ishihara seinen ehemaligen Boss Otomo verraten und ins Gefängnis gebracht hat, ist das Sanno-kai-Syndikat unter Ishihara und Kato zum mächtigsten aller Yakuza-Clans angewachsen. Zum Missfallen der alten Garde drängen sie auch in die Politik und legale Geschäftswelt vor. Detective Kataoka will dies stoppen, indem er Streit innerhalb der eigenen Reihen sowie mit dem verfeindeten Hanabishi-kai-Clan entfacht – in der Hoffnung, dass sich diese so gegenseitig zerstören. Zu diesem Zweck arrangiert er die Entlassung des totgeglaubten Otomo aus dem Gefängnis, der sich mit einem Erzfeind verbündet und auf einen unbarmherzigen Rachefeldzug begibt ...

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Alive / Capelight Pictures
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Japanisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 2,40:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Trailer

DVD und Blu-ray | Outrage Beyond

DVD
Outrage Beyond Outrage Beyond
DVD Start:
27.05.2016
FSK: 16 - Laufzeit: 108 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Outrage Beyond (3-Disc Limited Collectors Edition) Outrage Beyond (3-Disc Limited Collectors Edition)
Blu-ray Start:
27.05.2016
FSK: 16 - Laufzeit: 112 min.
Outrage Beyond Outrage Beyond
Blu-ray Start:
22.09.2017
FSK: 16 - Laufzeit: 112 min.

DVD Kritik - Outrage Beyond

DVD Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 8/10
Ton: | 8/10
Extras: | 1/10
Gesamt: | 7/10


Ganze vier Jahre hat es gedauert, bis nun auch hierzulande die Fortsetzung zu Takeshi Kitanos ultrabrutalem und schnörkellosem Yakuza-Thriller „Outrage“ veröffentlicht wurde. Wieder hat sich Capelight daran getan, auch mit „Outrage Beyond“ eine sehr schöne Mediabook-Sammleredition zu gestalten, die nicht nur besagten Film enthält, sondern auch Kitanos bislang ebenfalls unveröffentlichte verschrobene Komödie „Achilles und die Schildkröte“ von 2008.

Outrage Beyond Szenenbild „Outrage“ war zehn Jahre nach „Brother“ Kitanos Rückkehr zum Yakuzafilm-Genre, das er quasi bewusst trotzig als kommerziellen Film für das Publikum konzipiert hat, das sich nach Unterhaltung und Gewalt sehnt. Heraus kam ein Film, bei dem ein extremer und betont kreativer Gewaltmoment auf den nächsten folgte, darum spann Kitano eine komplexe Gangstergeschichte voller Vertrauensbrüche, Täuschungen und Doppelspiele, bei der am Ende kaum jemand überlebte. Die Fortsetzung ging Kitano nun in etwas entspannterem Erzählrhythmus an, die Gewaltexzesse sind deutlich zurückgeschraubt, der Plot ist nochmal ein gutes Stück komplizierter geworden, sodass man am besten eine Übersicht aller Figuren mitsamt ihrer Beziehungen untereinander auslegt (eine Herangehensweise, die Kitano bei der Planung von „Outrage“ tatsächlich verwendete).

Natürlich sollte an dieser Stelle gesagt werden, dass ein Anschauen dieses Films ohne Kenntnis der Vorgeschichte ziemlich sinnlos ist. Kitano gibt sich zu Beginn Mühe, die Ereignisse in Form einer gesprochenen Exposition nochmal Revue passieren zu lassen, um den Weg in Teil Zwei zu erleichtern.
Die Ereignisse von „Outrage Beyond“ spielen fünf Jahre nach dem ersten Teil. Der intrigante Anführer des machtvollen Clans der Sanno-Kai Kato (Tomokazu Miura), der am Ende des ersten Films einen mörderischen Verrat beging, um zur Spitze zu kommen, ist immer noch an der Macht. Dem riesigen Syndikat ist es mittlerweile auch gelungen, sich in die japanische Politik einzukaufen und als profitreiches Großunternehmen zu etablieren, das sogar ganz legal mit der Börse liebäugelt. Outrage Beyond SzenenbildDoch Querelen in den eigenen Reihen und eine Fehde mit dem verfeindeten Hanabishi-Kai-Clan sorgen für Unruhe. Nachdem ein ranghoher Politiker scheinbar vom Sanna-Kai ermordert wurde, schaltet sich der Polizeichef ein, der den durch und durch berechnenden und korrupten Detective Kataoka (Fumiyo Kohinata) damit beauftragt hat, die zu groß gewordene Macht des Syndikats zu zerschlagen. Dies soll bewerkstelligt werden, indem Kataoka die beiden Clans gegeneinander ausspielt. Seine stärkste Waffe hierbei ist der nur scheinbar bei seinem Gefängnisaufenthalt getötete, von Kato und seiner rechten Hand Ishihara (Ryo Kase) am Ende des ersten Films verratene Otomo (Takeshi Kitano). Kataoka lässt Otomo frühzeitig aus dem Knast, um ihn als zusätzlichen Unruheherd auf die Clans loszulassen. Entgegen aller Erwartungen schließt sich Otomo mit seinem ehemaligen Erzfeind Kimura (Hideo Nakano) zusammen, den er im ersten Teil noch mit einem Teppichmesser entstellt hat. Dieser hat nämlich auch noch einige Rechnungen zu begleichen...

Stilistisch orientiert sich „Outrage Beyond“ an seinen Vorgänger und hat mit Kitanos meditativen und experimentellen Kult-Kunstfilmen wie „Sonatine“, „Hana-Bi“ oder „Violent Cop“ im Grunde nur thematische Ähnlichkeiten. Kitanos Blick auf die Bräuche der Yakuza haben sich in „Outrage Beyond“ im Vergleich zu seinen früheren Filmen aber nochmal gewandelt. Hier wird zum einen ein modernes Bild der japanischen Mafia gezeichnet, die sich im Zwiespalt zwischen dem Streben zum legalen Geschäft und dem Beherzigen alter Traditionen befindet. Kitano portraitiert hier ein knallhart nihilistisches und unbarmherziges Bild einer sich selbst zerfleischenden Gesellschaft, bei der Menschenleben keinerlei Rolle spielen. Outrage Beyond SzenenbildWie auch schon sein Vorgänger ist „Outrage Beyond“ vollgepackt mit zahlreichen Intrigen, die eigentlich immer einen tödlichen Ausgang finden. Hier ist letztlich absolut keiner sicher, niemandem kann getraut werden.

Die ganzen Verflechtungen zwischen den zahlreichen Figuren erfordern höchste Aufmerksamkeit seitens des Zuschauers, um hier nicht frühzeitig den Faden zu verlieren. Die Erzählung von „Outrage Beyond“ ist so nochmal ein gutes Stück Labyrinth-ähnlicher im Vergleich zu seinem Vorgänger geraten, Kitano nimmt sich allerdings auch viel Zeit, um die Verstrickungen zwischen den zahlreichen Figuren der Clans, Polizei und Politik in fast schon Shakespeare-artiger narrativer Dichte zu etablieren. So etwas wie eine emotionale Katharsis darf man hier natürlich nicht erwarten, denn die meisten Charaktere erhalten nicht genug Raum zum Atmen und sind zudem betont unnahbar und unsympathisch, sodass man angesichts der vielen Morde, Schießereien und Faustschläge kaum eine gefühlsbasierte Bindung aufbauen kann. Kitano beobachtet dieses selbstzerstörerische Treiben mit gewohnt reduzierter Distanz, seine Bildsprache ist klar und nüchtern gehalten, der dissonante elektronische Soundtrack von Keiichi Suzuki („Outrage“, „Zatoichi – Der blinde Samurai“) unterstreicht effektiv die düstere und unsichere Stimmung.

Kitano wäre natürlich nicht Kitano, wenn unterschwellig nicht immer noch ein zutiefst schwarzer Humor mitschwingen würde, der die Absurdität dieser korrupten Welt, in der niemandem etwas heilig ist und jeder einzig und allein auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist, pointiert hervorhebt. Die Gewalt ist zwar im Vergleich zu „Outrage“ deutlich reduziert worden, dennoch lässt es sich Kitano nicht nehmen, sich erneut möglichst kreative und nahezu beiläufig inszenierte Tötungsmethoden einfallen zu lassen. So wird etwa eine Baseballwurf-Maschine tödlich umfunktioniert, eine Bohrmaschine zweckentfremdet oder das traditionelle Abtrennen des kleinen Fingers als Respektbekundung schwarzhumorig variiert. Während physische Gewalt weniger zelebriert wird wie im ersten Teil, steht verbale Gewalt in „Outrage Beyond“ nun verstärkt im Mittelpunkt. Outrage Beyond SzenenbildHier ist es durchaus oft amüsant anzusehen, wie die bestens gekleideten Geschäftsmänner sich in der Runde unentwegt anschreien und jeden Satz mit Beleidigungen krönen. Wieder gelingt es Kitano schließlich den Film mit einem überraschenden und plötzlichen Schlusspunkt enden zu lassen, der die Stimmung und Aussage des Films nicht treffender unterstreichen könnte. Wohin ein offenbar dritter Teil führen könnte, kann man mit großer Spannung erwarten, auch wenn hier scheinbar nicht mehr viel zu sagen bleibt.

Bild/Ton Technisch präsentiert sich die DVD in sehr guter Verfassung. Die Ästhetik des Films mit seiner unterkühlten Farbgebung, satten Kontrasten und Schwarztönen kommt sehr überzeugend zur Geltung. Bezüglich Schärfe und Details kann man an eine DVD kaum höhere Forderungen stellen. In einigen dunklen Szenen, gerade gegen Ende des Films, schleichen sich jedoch einige Pixelfehler in die dunklen Bereiche ein.
Die Tonspur ist eher frontlastig abgemischt, Soundeffekte ertönen jedoch dynamisch und gegebenenfalls wuchtig, speziell die zahlreichen Pistolenschüsse.

Extras Wer an Bonusmaterial interessiert ist, muss leider auf das limitierte Mediabook zugreifen. Dort findet sich unter anderem ein ausführliches Making-of und besagter Bonusfilm.
Trailer Outrage (02:03 Min.)
Original Trailer Outrage Beyond (01:57 Min.)
Teaser Outrage Beyond (01:04 Min.)
Filmtipps (Die Leiche der Anna Fritz, Hana-Bi, Dolls)


Fazit:
„Outrage Beyond“ ist eine betont entschleunigte Forsetzung zu Takeshi Kitanos ultrabrutalem Yakuza-Thriller „Outrage“, die die Geschichte komplex aber nicht immer involvierend weiterspinnt.

by Florian Hoffmann
Bilder © Alive / Capelight Pictures