Offside - DVD

DVD Start: 07.10.2010
FSK: ab 0 - Laufzeit: 87 min

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Inhalt

Eine junge Frau verkleidet sich als Mann, um im Stadion das WM-Qualifikationsspiel Iran – Bahrain sehen zu können. Doch bei der Leibesvisitation am Eingang fliegt ihre Tarnung auf. Mit einer Gruppe ebenso fußballbegeisterter junger Frauen gleichen Schicksals wartet sie nun auf ihren Abtransport zur Sittenpolizei. Während die Jubelrufe des Publikums zu ihnen durchdringen, suchen sie nach immer neuen Wegen, doch noch ins Stadium zu gelangen ...

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Kinowelt Home Entertainment
Tonformate:
Deutsch (Dolby Surround)
Iranisch (Stereo Dolby Digital)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 1,78:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Trailer; Wendecover

DVD und Blu-ray | Offside

DVD
Offside Offside
DVD Start:
07.10.2010
FSK: 0 - Laufzeit: 87 min.

zur DVD Kritik

DVD Kritik - Offside

DVD Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 6/10
Ton: | 6/10
Extras: | 6/10
Gesamt: | 6/10


Sport und Mord im Iran: Der runde, lederne Stein des Anstoßes: Sie sind zu jung, zu hübsch, vor allem aber zu sehr Frau: Beim Qualifikations-Match Iran gegen Bahrein (1:0) schleicht sich wieder einmal eine Handvoll junger Frauen, camoufliert mit Baseballkappe, Fan-Fahne und martialischer Bemalung ein. Just im Stadion angelangt, werden sie entdeckt, um in der provisorischen Absperrung an der Stadionmauer auf den Abtransport zur „Sitte“ zu harren. Es sind junge Iranerinnen, die sich wiederholt dem grotesken Stadionverbot für weibliche Anhänger nicht beugen wollen. Es werden 90 quälende Minuten für die „Inhaftierten“, die jede tonale Stimmung aus der gigantischen 100 000-Mann-Geräuschkulisse aufsaugen, jedoch gleichzeitig an den diffusen Gedankenbildern durch die lakonischen Spiel-Kommentare ihrer naiven Bewacher emotional verdursten. Die sich langsam aufbauende Spannung zwischen den selbstbewußten jungen frauen und ihren geistig unterlegenen Bewachern bildet den Kern dieser als „neorealistisch“ gepriesene Humoreske des 45jährigen iranischen Newcomers Panaris, der, wie er konstatiert, „den Film nie zu Ende gedreht hätte, wenn der Iran gegen Bahrein unterlegen“ gewesen wäre. Überlegen dagegen erweisen sich die femininen Laiendarsteller gegenüber diskriminierender Sprüche wie „Frauen müßten wohl vor den Unflätigkeiten grölender Fans geschützt werden“. Die aufrichtige Empörung der Hauptstädterinnen kommt da realistischer einher; wie soll „Mann“ reagieren, wenn entscheidende Argumente wie „Was soll der Quatsch, im Kino dürfen wir doch auch neben Männern sitzen, und da ist es sogar dunkel“, fallen?.

In diesem Zusammenhang besonders amüsant, welch unglaublichem Stress der uniformierte Youngster (M.Kheyrabadi) unterliegt, als eines seiner zu befriedenden Schützlinge(Shayesteh Irani) auch noch ganz nötig zur (Männer)-Toilette muß. Erstaunlich anzusehen, welch filigranes Gespür Jafar Panahis, dessen letzter Film „Talaye Sorkh“(“Crimson Gold“) im Iran verboten wurde, für seine Laiendarsteller entwickelt. Anfängliches Misstrauen und Aggression mündet über die kommunikative Auseinandersetzung am Ende des Films, der teilweise nur mit der wackeligen Handkamera (Cinéma pur) gedreht zu sein scheint, in ein gemeinsames Feiern über den Sieg der iranischen Mannschaft das Script wurde von einem unbekannten Mitarbeiter eingereicht, um überhaupt drehen zu dürfen. Und die derzeitige, prekäre Lage im Iran begräbt nun vollends diese Träume.


by Jean Lüdeke
Bilder © Kinowelt Home Entertainment