Nur Vampire küssen blutig - DVD

DVD Start: 18.10.2012
FSK: ab 16 - Laufzeit: 91 min

Nur Vampire küssen blutig DVD Cover -> zur DVD Kritik

Preisvergleich

12,99 € jetzt kaufen
alle Preise inkl. MWST

-> alle DVD zum Film

Inhalt

Österreich, 1830. Der junge Brite Richard Lestrange nimmt eine Stelle als Englischlehrer im sagenumwobenen Schloss Karnstein an, das inzwischen eine Mädchenschule beherbergt. Eine seiner Schülerinnen ist die hübsche Mircalla, die Richard mit ihrer faszinierenden Ausstrahlung magisch anzieht. Währenddessen häufen sich mysteriöse Vorfälle und immer mehr Mädchen verschwinden auf mysteriöse Weise. Der Geschichtslehrer Giles Barton stellt Nachforschungen an und konfrontiert Richard mit seiner unfassbaren Entdeckung. Aber Richard will nicht glauben, dass die von ihm verehrte Mircalla in Wirklichkeit die blutrünstige Vampirfrau Carmilla Karnstein sein soll. Ein fataler Fehler ...

-> mehr Info zum Film mit Trailer, Cast & Crew

DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Studiocanal Home Entertainment
Tonformate:
Deutsch, Englisch (Mono DD)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 1,85:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Fotogalerie, Original-Trailer, Werbematerial, Wendecover

DVD und Blu-ray | Nur Vampire küssen blutig

DVD
Nur Vampire küssen blutig Nur Vampire küssen blutig
DVD Start:
18.10.2012
FSK: 16 - Laufzeit: 91 min.

zur DVD Kritik

DVD Kritik - Nur Vampire küssen blutig

DVD Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 9/10
Ton: | 9/10
Extras: | 2/10
Gesamt: | 8/10


Lustleid der Vampire - „Nur Vampire küssen blutig“ ist nicht nur ein dämlicher Filmtitel, die man leider im Horrorbereich viel zu oft anfindet. Gerade die britischen Hammer Produktionen, zu denen dieser Film zu zählen ist, wurden im deutschen oftmals mit absurden Titeln versehen. Man denke nur an „Dracula jagt Mini-Mädchen“, der im Original schlicht „Dracula A.D. 1972“ heißt. Dracula jagt keine weiblichen Zwerge, sondern Frauen, welche Mini-Rock tragen. Vielleicht ist das einer der verunglücktesten Filmtitel der Geschichte. „Nur Vampire küssen blutig“ hieß im Original „Lust for a Vampire“. Dort ist der Titel extrem passend. Schließlich beinhaltet dieser schon das sexuelle Verlangen nach einem Vampir und die Verführungskraft der Langzähne. Vampirismus war schließlich schon immer mit sexueller Symbolik aufgeladen. Nicht nur Bram Stoker hatte den Biss des Vampirs Dracula mit dem Geschlechtsverkehr gleichgesetzt, sondern auch Joseph Sheridan Le Fanu in „Carmilla, der weibliche Vampir“. In dem viktorianischen Zeitalter konnte man die sexuellen Aspekte nur verklausuliert zeigen oder umschreiben. Und so war der Vampir ideal, da er zugleich sinnlich und anziehend, aber auch böse genug war, um in seiner Niederlage das individuelle und soziale Gewissen der prüden Gesellschaft zu beruhigen. Der Sieg des Helden über den Vampir war gleichzeitig der Sieg über seine eigenen Triebe. Zudem war etwa Le Fanus Carmilla auch noch lesbisch, was zu der damaligen Zeit erst recht ein Tabu war. „Nur Vampire küssen blutig“ nimmt hierauf Bezug. Schließlich basiert der Film auf der Vorlage von Le Fanu, wobei er nicht als Verfilmung zählen darf, sondern sich eher der Figuren und einiger Elemente der Novelle bedient. Die Modernisierung hat dabei Vorteile und Nachteile. Die Nachteile bestehen im Mangel der Subtilität. Alle sexuelle Symbolik wurde aufgehoben und der Unterton ist verschwunden. Andererseits ist das auch ein Vorteil, da der Film deutlich explizit macht, was immer implizit war. Damals dürfte er da für einige Aufregung gesorgt haben, was schon ausreicht, ihn hier als einen Klassiker zu titulieren, an dem kein wahrer Fan von Vampiren („Twilight“-Fans müssen jetzt aufhören zu lesen) vorbei kommt. Die lesbische Erotik ist explizit, indem (halb-)nackte Frauen bei erotischen Spielchen zu sehen sind. Es wird viel nackte Haut gezeigt, ohne auf den plakativen Effekt zu setzen. Was aber eine Skandalszene darstellt, ist die Szene in welcher der Held tatsächlich Sex mit dem weiblichen Vampir hat. Das klingt vielleicht harmlos, ist aber nichts anderes als Nekrophilie! Und das ist wieder sehr gewagt. In der Offenlegung der sexuellen Inhalte und Symbolismen des Vampirismus ist der Film ein früher Meilenstein. Leider hat „Nur Vampire küssen blutig“ auch so einige Schwächen. Wer nämlich die Hammerproduktionen kennt, und wer tut das nicht unter Horrorfans, schließlich waren sie die Bereiter der Moderne im Horrorfilm und lieferten viele Klassiker, weiß, das ein Grund für den Untergang des Studios die Massenproduktion war, die zwangsläufig zu einer großen Standardisierung führte und somit im Laufe der Jahre wenig an Überraschungen bot. Andere neue Ansätze sucht man dann hier auch vergebens und die Bildsprache des Gothic Horrors ist hier schon durch die permanente Wiederholung am Ende angelangt. Um sonderlich spannend zu werden, ist leider viel zu schnell klar, wer der Vampir ist und es kann kein kriminalistisches Rätselraten aufkommen. In diesem Mittelteil rutscht der Film viel zu sehr in das melodramatische ab, um wirklich fesseln zu können. Zudem ist die Besetzung des weiblichen Vampirs nicht sonderlich gelungen, da bei der Darstellerin zumindest dem Rezensenten unklar ist, wie man sich sofort in sie verlieben könnte. Und das betrifft sowohl Frauen als auch Männer, denn Carmilla ist ja nicht wählerisch. Aber um das wichtige Zentrum eines solchen Filmes zu sein, ist Yutte Steensgard einfach die falsche Frau. Auch wenn der eigentliche Inhalt doch recht schematisch abläuft, ist der Film aufgrund oben genannter Gründe eine wahre Kaufempfehlung.

Der Ton und das Bild sind sehr gut. Nur sind die Extras mit dem Trailer, einer kleinen Trailershow, einer Fotogalerie und dem Werbeflyer sehr mager ausgefallen.

Ein Klassiker der Hammer Studios, der zu den ersten Filmen gehört, welche dem Vampirismus die sexuell symbolische Hülle nahmen. Das geschieht zwar durchaus zu dem Verlust der unterschwelligen Spannung, ist aber hoch interessant und spannend. Leider ist die weibliche Hauptrolle eine Fehlbesetzung.

12,99 € jetzt kaufen

by Jons Marek Schiemann
Bilder © Studiocanal Home Entertainment