Nothing Personal - DVD

DVD Start: 28.09.2010
FSK: ab 6 - Laufzeit: 85 min

Nothing Personal DVD Cover -> zur DVD Kritik

Preisvergleich

8,99 € jetzt kaufen
alle Preise inkl. MWST

-> alle DVD zum Film

Inhalt

NOTHING PERSONAL erzählt von einer jungen Holländerin, die ihr Leben hinter sich lässt. Nur mit einem Rucksack und ein paar elementaren Gegenständen wie Zelt und Schlafsack bricht sie nach Irland auf und wandert dort in völliger Einsamkeit durch die Wildnis. Nur gelegentlich bedient sie sich des Autostops, doch diese Begegnungen sind ihr verhasst, denn sie will nur ihre Ruhe haben und sich die Menschen so weit als möglich vom Leib halten. Doch dann wird sie eines Morgens vom etwas älteren, gebildeten Eigenbrötler Martin (Stephen Rea) angesprochen, der ihr Essen anbietet, wenn sie ihm im Garten helfe. Anne stimmt zu, doch als es beim Abendessen zum Streit kommt, will sie wieder abhauen. Schliesslich machen sie einen Handel: Essen für Arbeit, kein persönlicher Kontakt, keine Fragen. So kommen die beiden langsam in einen Trott hinein und arrangieren sich miteinander. Martin erklärt ihr die Arbeit, sie führt sie aus und er versorgt sie mit Mahlzeiten, welche er ihr jeweils bereit stellt, da sie nicht gemeinsam essen. Doch obwohl sie nur das nötigste miteinander sprechen, beginnen sich die Schutzmauern langsam abzubauen und sie lernen sich schrittweise etwas kennen. Doch wird sich Anne darauf einlassen, wird sie wieder sesshaft werden oder macht sie vielleicht vorher ihren Abgang?

-> mehr Info zum Film mit Trailer, Cast & Crew

DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Ascot Elite
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 1,85:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Interviews, Trailer, Trailershow

DVD und Blu-ray | Nothing Personal

DVD
Nothing Personal Nothing Personal
DVD Start:
28.09.2010
FSK: 6 - Laufzeit: 85 min.

zur DVD Kritik

DVD Kritik - Nothing Personal

DVD Wertung:
Film: | 10/10
Bild: | 8/10
Ton: | 8/10
Extras: | 2/10
Gesamt: | 7/10


Karge Welt
Das Erstaunlichste an diesem Film ist, obwohl in ihm so gut wie nichts inhaltlich passiert, dass er dennoch so spannend ist. Zwischenmenschliche Beziehungen sind halt seit Menschengedenken etwas, was uns Menschen beschäftigt und mit allen ihren Konsequenzen uns immer noch berührt. So besteht die Spannung dieses Filmes darin, wie sich die beiden Charaktere in diesem Film näher kommen. Oder ob überhaupt. „Nothing Personal“, der jetzt auf DVD erscheint, berührt grundlegend menschliches und das ist immer spannend. Wie sich eine zwischenmenschliche Beziehung entwickelt ist eines der Themen des Filmes. Und die Antwort besteht in der Nähe. Man muss keine Kenntnisse über einen anderen haben. Man kann auch emotionale Bindungen zu Leuten haben, die man nicht kennt. Als Fan von Schauspielern weiß man das ja auch nur zu genau. Die Frage ist aber, wie sehr man unter die Oberfläche sehen kann. Und ob das, was an der Oberfläche ist, zählen wir mal die ganze individuelle Biographie, Vorlieben und Einstellungen dazu, nicht den Zugriff auf das Innerste verbaut. Oder machen die drei genannten Komponenten dieses Innerste aus? Dieser Konflikt ist das Thema des Filmes. Das macht die Charaktere zuerst sehr unsympathisch. Gerade die von Lotte Verbeek dargestellte junge Frau ohne Namen kommt zu Beginn sehr schlecht weg. Stephen Rea wirkt mit seinem altersweisen Gesicht und seiner Melancholie um einiges sympathischer. Die Kunst in dem Film besteht aber darin, das dem Zuschauer beide Figuren im Laufe der Zeit sympathischer werden und das, obwohl man nichts über sie erfährt. Und damit schafft die Regisseurin Urszula Antoniak es, den Zuschauer genau in die Situation zu versetzen, in der die Charaktere des Filmes sind. Denn der Zuschauer erfährt nicht mehr über die Charaktere, als sie selbst voneinander. Und dennoch leidet der Zuschauer, der Beobachter, mit ihnen mit. Und so wird auf sehr geschickte Weise die Fähigkeit der Empathie erweckt und man erschafft eine emotionale Bindung zu Figuren, über die man nicht nur nichts weiß, sondern die zudem auch noch fiktional sind.

Die sehr eindringlichen Landschaftsaufnahmen und die stark komponierten Bilder, schaffen auch auf der Bildebene einen sehr passenden Konflikt zwischen Ordnung und Chaos, zwischen Balance und Wildheit. Somit schaffen die Bilder schöne Symbole für den Seelenzustand der Charaktere. Sind dabei aber zugleich sehr poetisch und anrührend. Vor allem wie zaghaft eine kleine Berührung zwischen Fingern gefilmt wird ist wunderschön. An einer Stelle im Film wird sinngemäß gesagt, dass man nicht nach Perfektion streben solle, da man sonst nur unzufrieden sei. Und dass das Talent weiß, wann es aufzuhören hat. Hoffentlich hält sich die Regisseurin nicht daran. Denn nach „Nothing Personal“ kann man nur „Mehr!!“ schreien.

Der Ton ist etwas leise geraten. Das Bild hätte stellenweise etwas schärfer sein können. Es ist zwar ohne Mängel, aber die einzelnen Grashalme kann man auch nicht zählen. Als Extras gibt es nur Trailer und ein Interview mit der Regisseurin. Dieses ist aber sehr gut und auch sehr intelligent.

Ganz großes Kino. Selten wurden die philosophischen Themen des Filmes so kongenial auf den Zuschauer übertragen. Der Film überzeugt auf allen Ebenen und ist ein wahres „Must see“.

8,99 € jetzt kaufen

by Jons Marek Schiemann
Bilder © Ascot Elite