Nightcrawler - Jede Nacht hat ihren Preis - DVD

DVD Start: 26.03.2015
FSK: ab 16 - Laufzeit: 113 min

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Inhalt

Lou Bloom (Jake Gyllenhaal) lebt zurückgezogen in Los Angeles und hält sich mehr schlecht als recht mit kleineren Diebstählen über Wasser. Nach erfolglosem Bemühen um einen anständigen Job, beginnt Lou als freier Kameramann für einen TV-Nachrichtensender zu arbeiten. Sein Spezialgebiet: lokale Verbrechen und Unfälle. Dabei muss er nicht nur möglichst als erster am Tatort sein, je näher und schonungsloser er mit seiner Kamera das Geschehene dokumentiert, desto besser kann er die Bilder verkaufen. Der äußerst ehrgeizige Lou lernt schnell und findet zusehends Gefallen an dem skrupellosen Geschäft der "Nightcrawler", bei dem jedes gefilmte Verbrechen bares Geld bedeutet und Opfer Mittel zum Zweck werden. Die Nachrichtenchefin Nina (Rene Russo) ist begeistert von dem Einsatz des neuen Freelancers. Doch sie ahnt nicht, wie weit Lou - in seinem Drang nach Anerkennung - bereit ist zu gehen.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Concorde Home Entertainment
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Deutsch (DTS)
Untertitel:
Deutsch für Hörgeschädigte
Bildformat: 16:9 / 2,40:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
- Making-of
- Dt. und Original-Trailer
- Wendecover

Video on demand - Nightcrawler - Jede Nacht hat ihren Preis

DVD und Blu-ray | Nightcrawler - Jede Nacht hat ihren Preis

DVD
Nightcrawler - Jede Nacht hat ihren Preis Nightcrawler - Jede Nacht hat ihren Preis
DVD Start:
26.03.2015
FSK: 16 - Laufzeit: 113 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Nightcrawler - Jede Nacht hat ihren Preis Nightcrawler - Jede Nacht hat ihren Preis
Blu-ray Start:
26.03.2015
FSK: 16 - Laufzeit: 118 min.

DVD Kritik - Nightcrawler - Jede Nacht hat ihren Preis

DVD Wertung:
Film: | 9/10
Bild: | 9/10
Ton: | 9/10
Extras: | 4/10
Gesamt: | 9/10


Verbrechen für die Quote - „Nightcrawler“ ist ein sozialkritischer Thriller über die krisengeschüttelte USA und deren Medien die nicht zuletzt durch das Internet erheblich unter Quotendruck geraten sind. Auch wenn eine allzu deutliche soziologische Untersuchung vermieden wird, so was gerät in den USA ja schnell unter den Sozialismusverdacht und zu bissigen Abwehrreaktionen vieler Konservativer die das Wort „Sozialismus“ wahrscheinlich nicht mal schreiben können, ist das doch ein Thema da die Hauptperson nicht anders zu denken ist. Ein Kleinkrimineller nutzt jeden Diebstahl möglichst auch dazu, einen Job zu finden und biedert sich allen möglichen Leuten an. Allein schon dieser Aspekt zeigt einige Folgen der schweren Wirtschafts- und Finanzkrise in den Staaten auf. Man tut alles, um zu einem Job und zu Geld zu kommen. Das verleitet dazu innerhalb des Kernlandes des Raubtierkapitalismus unbarmherzig zu sein. Der sogenannte „Pursuit of Happiness“ gilt nicht mehr für alle. Zwangsläufig geraten da einige unter die Räder und der amerikanische Traum ist ausgeträumt. Doch ist er das wirklich? Der Held ist ja am Ende erfolgreich. Auch wenn er dafür das Gesetz bricht und Tatorte und andere Scenes of Crimes manipuliert um bessere Bilder zu bekommen und die dann auch so blutig wie möglich an das Fernsehen verkaufen zu können. Somit besteht eine Komplizenschaft zwischen dem juristisch und moralisch verkommenden Einzelnen, was noch bestraft werden könnte, und den Mechanismen der Fernsehwirtschaft, also des Marktes. Wenn diese nicht die Möglichkeiten dazu geben würden, könnte man auch den kriminellen Bodensatz austrocknen. Angesichts der hier gezeigten Szenen fragt man sich auch ob anhand der hier gezeigten Mechanismen man den Bildern die man selber in den Nachrichten sieht überhaupt noch trauen kann. Jedenfalls herrscht hier ein düsterer, spannender Blick auf eine Welt vor, die sich selber auffrisst und man fragt sich wie man das wohl aufhalten kann. Jake Gyllenhaal ist beängstigend gut als Soziopath der alles nur aus dem Internet kennt und die abstrusesten Dinge als wahrhaft und echt herunterleiert. Er lernt mechanisch und mechanistisch, aber selten aus Erfahrung. Was er gelesen hat nimmt er ungeprüft als Wahrheit hin und ist komplett von sich überzeugt, ohne in der Lage zu sein, eine Verbindung zu Menschen herzustellen. Er kann sich nicht mehr in andere hineinfühlen und alle Interaktionen sind von einer kalten Kalkulation geprägt, welches wohl auf eine Sozialisation anhand des Internets also einem Computer verweisen soll. Dabei ist er hungrig, gierig, verzweifelt und strebt einzig nach Erfolg und nach einem Platz in der Welt. So mausert er sich vom Kleinkriminellen zu einem Firmeninhaber wobei auch seine moralischen Untaten immer größer werden. Was schon sehr zynisch ist, da Verbrechen sich doch in einer dazu passenden Gesellschaft offenbar auszahlen. Ein zutiefst deprimierender Blick auf die Staaten. Da die Kamera immer nah am Geschehen ist und dadurch auf eine Art und Weise die Ereignisse und Mechanismen wiederspiegelt, ist alles sehr dynamisch, wirkt aber auch sehr kalt. Ein Film der einen frösteln lässt und ein zutiefst deprimierendes Bild der Gesellschaft zeichnet.

Sowohl das Bild als auch der Ton sind sehr gut und lassen kaum Wünsche offen. Neben einem gelungenen Audiokommentar gibt es noch den Trailer, eine Trailershow und ein Making Of als Extras. Letzteres ist nur mäßig interessant. Erschreckend daran ist, dass die hier geschilderten Verhaltensweisen der Nightcrawler nur mäßig übertrieben sind.


Fazit:
Ein düsterer, pessimistischer Blick auf die amerikanische Gesellschaft in einem Thrillergewand. Spannend und hervorragend gespielt, lässt der Film einen durch und durch frösteln.


by Jons Marek Schiemann
Bilder © Concorde Home Entertainment




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