Nico, 1988 - DVD

DVD Start: 19.10.2018
FSK: ab 12 - Laufzeit: 93 min

Nico, 1988 DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

NICO, 1988 ist ein Roadmovie über die letzten Lebensjahre von Christa Päffgen – bekannt unter ihrem Künstlernamen „Nico“; erstes deutsches Supermodel, einstige Muse von Andy Warhol und Sängerin der Gruppe „Velvet Underground“. Der Film erzählt von ihren letzten Auftritten in den achtziger Jahren und spielt in Paris, Prag, Nürnberg, Manchester, auf dem polnischen Land und an der römischen Küste.
Die „Priesterin der Finsternis“, wie man sie nannte, fand nach ihren allseits bekannten Exzessen mit ihrer Solokarriere wieder zu sich und baute eine neue Beziehung zu ihrem einzigen, fast vergessenen Sohn, den sie mit Schauspieler Alain Delon hatte, auf. NICO, 1988 ist die Geschichte der Wiedergeburt einer Künstlerin, Mutter und Frau, die einst eine Ikone war.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: goodmovies / Schwarz-Weiss
Tonformate:
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel:
Deutsch

DVD und Blu-ray | Nico, 1988

DVD
Nico, 1988 Nico, 1988
DVD Start:
19.10.2018
FSK: 12 - Laufzeit: 93 min.

zur DVD Kritik

DVD Kritik - Nico, 1988

DVD Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 8/10
Ton: | 8/10
Extras: | 0/10
Gesamt: | 7/10


Christa Päffgen, besser bekannt als Nico, ist heute vor allem durch ihre Zusammenarbeit mit The Velvet Underground in Erinnerung, durch die eines der einflussreichsten Alben aller Zeit entstand. Eben auf diese Zusammenarbeit wird eine 48-jährige Nico am Anfang von "Nico, 1988" in einem Interview angesprochen, worauf sie schnippisch antwortet, dass sie auch eigene Alben gemacht habe. In der nächsten Szene wird sie als Nico angesprochen und antwortet: "Don't call me Nico! Call me Christa."

Nico, 1988 hat kein Interesse daran, den Aufstieg der Sängerin und ihre Zeit mit Lou Reed, Jim Morrison, Iggy Pop und Andy Warhol zu zeigen, stattdessen sehen wir eine gealterte Nico in den letzten drei Jahren ihres Lebens, die nicht mehr viel von dem Charisma und der Beliebtheit ihrer früheren Tage besitzt.

Trine Dyrholm in Nico, 1988
Trine Dyrholm in Nico, 1988 © Schwarz-Weiss Filmverleih
Der Film der italienischen Regisseurin Susanna Nicchiarelli nimmt größtenteils eine beobachtende Position ein und führt ohne zusammenhängende Geschichte durch Nicos Zeit in Manchester, bei der sie Konzerte gibt, Heroin nimmt und in einem heruntergekommen Apartment lebt, während sie die Beziehung zu ihrem Sohn pflegt und es den Menschen um sie herum mit ihrem wechselhaften Verhalten nicht einfach macht, mit ihr zurechtzukommen.

Nico, 1988 macht zwei entgegengesetzte Dinge zugleich. Zum einen entmystifiziert der Film die Musik-Ikone Nico. Die hier dargestellte Nico, zwischen Heroin und Selbstsucht, ähnelt nur entfernt der "Femme Fatale" der 60er Jahre. Auf der anderen Seite jedoch ist Nico auch hier eine mysteriöse Figur, und Nicchiarelli baut ihr hier ein besonderes Denkmal, bei dem sie die gealterte Sängerin als unnahbare, geheimnisvolle Person zeichnet, wobei sie immer eine gewisse Faszination umgibt, der man sich als Zuschauer nicht entziehen kann.

Trine Dyrholm in Nico, 1988
Trine Dyrholm in Nico, 1988 © Schwarz-Weiss Filmverleih
Dem Film fehlt eine erkennbare Struktur und er fängt mitten in Nicos Leben an und hört noch vor ihrem Tod auf, und bietet somit nur eine Momentaufnahme aus ihrem Leben, die mit ungewöhnlichem quadratischen Bildformat und erkennbar niedrigem Budget gedreht wurde. Das alles macht den Film an manchen Stellen zu einem sehr sperrigen Film, was jedoch der Solo-Musik der Sängerin entspricht, die es ebenso nicht leicht macht, einen Zugang zu finden.

Das eindeutige Highlight von Nico, 1988 ist die Darstellung Nicos von Trine Dyrholm, die nicht nur maßgeblich zum Erfolg des Filmes beiträgt, sondern ihn sogar an manchen Stellen gefühlt alleine auf den Schultern trägt. Dyrholms Nico ist in jeder Szene, ja sogar in jedem Augenblick des Film sehenswert und faszinierend, und nur wenigen Schauspielern wäre es gelungen, einem derart schwierigen Charakter dennoch die emotionale Tiefe zu verleihen, die ihr Trine Dyrholm gibt. Noch dazu beeindruckt, dass sie alle Lieder im Film selbst singt, was hervorragend funktioniert und der echten Nico erstaunlich ähnlich klingt.

Allgemein sind die Konzertszenen diejenigen, in denen der Film am meisten fesselt. Nicos Bühnenpräsenz und Einzigartigkeit wird hier ebenso deutlich wie die unvergleichbare Musik, die die Hälfte ihrer Zuhörer fesselt, während die andere Hälfte bei den ersten disharmonischen Tönen die Flucht ergreifen möchte.

Trine Dyrholm und John Gordon Sinclair in Nico, 1988
Trine Dyrholm und John Gordon Sinclair in Nico, 1988 © Schwarz-Weiss Filmverleih
Leider begeht Nico, 1988 einen Fehler, den die meisten biografischen Filme, so auch der zuletzt erschienene Bohemian Rhapsody, begehen. Der Film klammert die Dinge aus, die unbequem sind, und lässt Nico in einem Licht erscheinen, dass von deutlich mehr Grau- und Schwarztönen gefärbt sein sollte. Über Nicos offen rassistische Einstellung besteht kein Zweifel, und obwohl hier interessante Anspielungen auf Nicos Kindheit im Nachkriegs-Berlin zu finden sind, wird das Thema leider komplett ignoriert.

Da der Film nur in wenigen Kinos lief und nirgendwo die Aufmerksamkeit bekam, die er verdient hätte, befindet sich auf der DVD kein deutscher Ton, allerdings scheint dies auch angemessen, da die wenigen Szenen in Deutschland ohnehin auf Deutsch sind, Nico als Deutsche in Manchester logischerweise jedoch Englisch spricht. Extras befinden sich auf der DVD keine, und wenigstens ein Blick hinter die Szenen auf die Zusammenarbeit zwischen Dyrholm und Nicchiarelli wäre wünschenswert gewesen. Was Bild und Ton angeht, ist bis auf die gelegentlichen Defizite, die jedoch dem geringen Budget geschuldet sind, nicht viel auszusetzen, und in den Musikszenen ist gerade die Tonabmischung herausragend.


Fazit:
Nicht perfekt, aber immer faszinierend, ein Film für Nico-Fans und solche, die es werden wollen, mit einer herausragenden Hauptdarstellerin.

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by Jonathan Maack
Bilder © goodmovies / Schwarz-Weiss