Nerve - DVD

DVD Start: 19.01.2017
FSK: ab 12 - Laufzeit: 93 min

Nerve DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

Bist du Player oder Watcher? Auf Vees (Emma Roberts) Highschool gibt es so gut wie kein anderes Gesprächsthema mehr als die immer riskanter werdenden Challenges, die das illegale Online-Game „Nerve" seinen Spielern stellt. Um einmal so wie ihre Freundin Sydney im Mittelpunkt zu stehen meldet sich die eher schüchterne Vee kurzentschlossen selbst bei „Nerve“ an. Angetrieben vom Kick des Verbotenen bricht Vee mit ihrem ebenso attraktiven wie mysteriösen neuen Game-Partner Ian (Dave Franco) schnell alle Tabus: keine Challenge ist ihnen zu riskant. Über Nacht werden Vee und Ian die Sensation des immer gefährlicher werdenden Spiels! Doch als Vee herausfindet, dass ihre gesamten Social Media Accounts gehackt wurden, und versucht, aus dem Spiel wieder auszusteigen, muss sie feststellen, dass es dafür längst zu spät ist...

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Studiocanal Home Entertainment
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 2,40:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Making of, 17 Featurettes, "Player-Mode", Trailer, Wendecover


DVD und Blu-ray | Nerve

DVD
Nerve Nerve
DVD Start:
19.01.2017
FSK: 12 - Laufzeit: 93 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Nerve Nerve
Blu-ray Start:
19.01.2017
FSK: 12 - Laufzeit: 97 min.

DVD Kritik - Nerve

DVD Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 10/10
Ton: | 8/10
Extras: | 6/10
Gesamt: | 7/10


Unsocial Media
Wahrscheinlich hängt die Wirkung des Filmes „Nerve“ sehr von dem Alter des Rezipienten ab. Teenager, für die der Umgang mit sozialen Medien selbstverständlich ist, dürften hier einen Thriller sehen, der sie in ihrer Alltagswirklichkeit abholt und vorhandene Tendenzen überspitzt darstellt. Nerve SzenenbildSo fragt sich einer der beiden Regisseure im Making Of, warum es das Spiel in der Realität noch nicht gibt. Etwas ältere Zuschauer dürften den Film als eine beängstigende Utopie wahrnehmen. Da geht der Thriller schon etwas in den Horrorbereich über. Aber das hängt von der Wahrnehmung ab. Das titelgebende „Nerve“ ist ein Onlinespiel für Smartphones und mit dem klassischen „Wahrheit oder Pflicht“ vergleichbar, nur dass es die Kategorie „Wahrheit“ nicht gibt.

Man meldet sich entweder als Watcher an, wobei man in der Rolle nur beobachtet, oder eben als Player und bekommt von der Watcher-Gemeinde Mutproben gestellt, die man begehen soll. Der Film erzählt inhaltlich dicht die Geschehnisse einer einzigen Nacht. Die eher introvertierte und wenig wagemutige Vee, hervorragend und sehr glaubwürdig besetzt: Emma Roberts, fühlt sich von ihrer besten Freundin provoziert und meldet sich als Player an und muss gemeinsam mit dem geheimnisvollen Ian die Nacht mit Mutproben bestehen, wobei sich die Ereignisse hochschaukeln und ihre ganze Existenz in Gefahr gerät. Was das beängstigende ist, besteht darin, dass keine verbrecherische Gruppe hinter dem Spiel steht, sondern es eher viral ist. Wenn man sich als Player anmeldet, zieht das Spiel automatisch alle Informationen über die Personen aus dem Netz, um so wirkliche Herausforderungen zu generieren. Ein Grund genug Angstzustände zu bekommen, da es mit dem Datenschutz nun wirklich nicht weit her ist. Doch das wird hier nur mal nebenbei thematisiert und gerade das jüngere Publikum, welches ohnehin alles auf den sozialen Plattformen teilt, dürfte hier nur die Schultern zucken während älteren der Angstschweiß ausbricht. Beängstigender ist es, dass die Masse sich hochschaukelt und durch die Distanz des Internets und des Smartphones keinerlei Empathie empfindet, es als nicht wirklich an sich sieht und droht nicht nur die Leben zu zerstören, sondern auch den Tod der Spielenden in Kauf nimmt. Nerve Szenenbild

Bezeichnend ist da eine Szene in der ein Mädchen welches an Höhenangst leidet, auf einer Leiter die Distanz zwischen zwei Hochhäusern überbrücken muss. Da rufen gleich mehrere wenig Aufmunterndes zu, sondern erinnern die panische Spielerin immer nur daran, dass sie sich selber mit dem Handy filmen muss, da sonst die Erfüllung der Aufgabe nicht zählen würde. Das dieses die Aufgabe noch sehr viel gefährlicher macht, kommt wohl niemanden in den Sinn. Es ist erschreckend wie sehr dann alle das mitfilmen, aber das dürften jüngere anders empfinden. So ist die Gesamtwirkung des Filmes durchwachsen. Aber ansonsten ist es ein temporeicher und durchaus spannender Thriller, der auch einige komische und dramatische Momente beinhaltet. Gerade die erste Hälfte ist noch sehr spielerisch. In der zweiten Hälfte wird es ein um das andere Mal unlogisch. Denn wie sollen manche Sanktionen gegen die Heldin erfolgen können, wenn keine Mastermindgruppe dahinter steckt? Passend zum Thema ist der Film von dem Regieduo Henry Joost und Ariel Schulmann („Paranormal Activity“) sehr stylish und nutzt auch bildsprachlich einiges aus dem Internet. So überlappen sich Bilder, manche Szenen wurden einzig mit einer Handykamera aufgenommen, Einblendungen von Textnachrichten werden vorgenommen und auch der Soundtrack ist äußerst zeitgemäß. Insgesamt liegt hier also ein durchaus unterhaltsamer oder beängstigender Film vor, der ein gutes Zeitdokument ist. Ob zum positiven oder zum Schlechten muss der Zuschauer selber entscheiden.

Wie es ein so stylisher Film wie „Nerve“ verlangt, ist die technische Ausstattung hervorragend. Nerve SzenenbildDas Bild besitzt satte Farben, scharfe Konturen und hat keinerlei Mängel. Zwar hat der Ton keine sonderlichen inhaltlichen Funktionen, kann aber auch durchgehend überzeugen. Erfreulicherweise ist die DVD randvoll mit Extras versehen, wobei hier wie üblich auch der Werbecharakter überwiegt. Vor allem im Making Of ist das deutlich, wobei das Featurette „Creating Nerve“ schon die Konzeption thematisiert. Dann gibt es noch Outtakes, Trailer und die Aufnahmen wie einige Teenager bei einem Festival Nerve nachspielen, was eher befremdlich ist angesichts des filmischen Inhalts (und den Verdacht nahelegt, dass die Zuschauer das Beängstigende und die Warnung nicht verstanden haben). Dann gibt es noch ein interaktives Spiel anhand dessen man Fragen beantwortet und dann ausgewertet bekommt, ob man Watcher oder Player ist.


Fazit:
Die Wirkung des Filmes hängt sehr von dem Alter des Zuschauers oder der Zuschauerin ab. Jüngere dürften sich identifizieren und ihn als spannenden und temporeichen Thriller mit humoristischen Einlagen sehen, ältere ihn als eine düstere Science-Fiction-Horror-Mär die sich schon am Horizont abzeichnet

by Jons Marek Schiemann
Bilder © Studiocanal Home Entertainment