Nader und Simin - Eine Trennung - DVD

DVD Start: 27.01.2012
FSK: ab 12 - Laufzeit: 123 min

Nader und Simin - Eine Trennung DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

Nader und Simin sitzen vor Gericht. Simin will die Scheidung, um mit ihrer Tochter das Land zu verlassen. Nader weigert sich mitzugehen, er möchte seinen alzheimerkranken Vater nicht zurücklassen. Als ihr der Richter die Scheidung verwehrt, zieht Simin zurück zu ihren Eltern. Nader engagiert für die Pflege seines Vaters die junge Mutter Razieh. Doch Razieh arbeitet ohne Erlaubnis ihres jähzornigen und hoch verschuldeten Ehemannes – und sie erwartet ein weiteres Kind. Mit der Pflege des verwirrten Vaters ist sie schon bald überfordert. Eines Tages bindet sie den alten Mann ans Bett und verlässt die Wohnung. Als Nader seinen bewusstlosen Vater findet, stößt er Razieh wütend aus der Wohnung.
Am nächsten Tag erfährt Nader, dass Razieh bei dem Sturz ihr Kind verloren hat. Wusste er, dass sie schwanger war? Sagt Razieh die volle Wahrheit? Ein Netz aus Lügen, Angst und Beschuldigungen spinnt sich unentrinnbar um alle Beteiligten.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Alive AG / Alamode
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Persisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 1,85:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
- Interview mit Asghar Farhadi
- Interview mit Leila Hatami
- "Geburt eines Regisseurs": Interview mit Asghar Farhadi mit Auszügen aus seinen ersten Filmen
- Trailer

DVD und Blu-ray | Nader und Simin - Eine Trennung

DVD
Nader und Simin - Eine Trennung Nader und Simin - Eine Trennung
DVD Start:
27.01.2012
FSK: 12 - Laufzeit: 123 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Nader und Simin - Eine Trennung Nader und Simin - Eine Trennung
Blu-ray Start:
27.01.2012
FSK: 12 - Laufzeit: 127 min.

DVD Kritik - Nader und Simin - Eine Trennung

DVD Wertung:
Film: | 9/10
Bild: | 9/10
Ton: | 9/10
Extras: | 6/10
Gesamt: | 9/10


Im Stolz gefangen
Der iranische Film „Nader und Simin“ war letztes Jahr einer der großen Überraschungserfolge des Independentkinos. Vielfach ausgezeichnet wurde er als einer der besten Filme der Berlinale 2011 bezeichnet. So gewann er denn auch den Goldenen Bären als bester Film und zwei Silberne Bären. Auch ist „Nader und Simin“ mittlerweile der iranische Beitrag für den Oscar als bester fremdländischer Film. Gefilmt mit einem starken dokumentarischen Charakter wird dem Film ein starker Realitätsgehalt verliehen. So wird komplett auf eine Filmmusik verzichtet und auch die Kamera und die Regie von Asghar Farhadi sind extrem unauffällig. Abgesehen von der Einstiegssequenz, die sehr gelungen ist, kommen keinerlei Kameratricks vor. Ebenso ist eine sichtbare Regie kaum zu spüren. Natürlich gibt es keine zufälligen Bilder, aber der Regisseur drängt sich nicht in den Vordergrund, sondern lässt die Darsteller und die Story laufen. Das macht den Film auf Dauer etwas spröde, aber die starken Charaktere und die sich immer weiter zuspitzende Story macht den Film spannend und zu einem Sehgenuss. Der Film gerät im Laufe der Geschichte nicht nur zu einer Beziehungsstudie zweier Familien, sondern auch zu einem kleinen Krimi, in dem es um die vielen Gesichter der Wahrheit und deren Deutung geht. Regisseur Asghar Farhadi gibt den Figuren keinen Raum. Sie stehen sich im Bild immer im Weg. Entweder sie sind in einer Menschenmenge, in einem engen Raum des Autos oder halten sich in einer vollgestellten Wohnung auf. Zu keinem Zeitpunkt können sich die Charaktere frei bewegen. Das korreliert hervorragend mit der Story, bei der sich alle gegenseitig im Wege stehen und sich gegenseitig zudem immer weiter in die Enge treiben. Auf den ersten Blick ist der Film nicht unbedingt sozialkritisch und Kritik an den herrschenden Verhältnissen im Iran taucht nicht auf. Aber das ist nur auf den ersten Blick so. Denn alle persönliche Verwirklichung wird gehemmt. In völliger Umkehr einer stark patriarchalisch geprägten Gesellschaft (welche die iranische nun einmal ist), sind die Frauen in dem Film die stärkeren und die ehrlicheren. Dummer männlicher Stolz zerstört alles und gegen Ende des Filmes schließt sich ein Kreis wenn man das erste Bild und das letzte verbindet. Hat man am Anfang noch Hoffnung und Anzeichen dafür, dass sich die titelgebende Trennung in Luft auflöst, so führt das unnachgiebige sture Verhalten, Ehrempfinden und Wut und Verletzt sein dazu, dass sich alle Figuren in dem Film unheilbar voneinander entfremden. Sind dem Zuschauer zu Beginn des Filmes noch alle Figuren sympathisch, so ändert sich das deutlich im Laufe der Geschehnisse. Vor allem die letzte Szene, mit der Tochter vor Gericht, ist auf ihre Weise sehr erschütternd und bringt das ganze Dilemma des Filmes auf den Punkt. Loyalität, Liebe, Ehre, Gesellschaftsformen und die politischen und rechtlichen Verhältnisse stehen sich im Weg und verhindern eine individuelle Entfaltung. In der Hinsicht ist der Film auch wieder durchaus politisch.

Das Bild und der Ton sind gut. Die Extras sind sehr informativ aber auch interviewlastig. Im Grunde sind alles Interviews die mit einigen Szenensprengseln aus dem Film unterfüttert werden. Das die hervorragende Hauptdarstellerin Leila Hatami und der Regisseur interviewt werden ist logisch. Aber auch die Dokumentation über den Regisseur ist ein einziges Interview.

Ein spannendes, dynamisches Beziehungsdrama, was sehr versteckt auch Rückschlüsse auf die iranische Gesellschaft zulässt. Die vielen Gesichter der Wahrheit entblößen auch die Schwächen der Figuren und führen zu einer völligen gegenseitigen Entfremdung.

by Jons Marek Schiemann
Bilder © Alive AG / Alamode