Nach dem Urteil - DVD

DVD Start: 21.12.2018
FSK: ab 16 - Laufzeit: 90 min

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Inhalt

Miriam ist fassungslos, als das Gericht ihrem unberechenbaren Ex-Mann Antoine das Besuchsrecht für den gemeinsamen Sohn Julien zuspricht. Von nun an soll der 11-Jährige jedes zweite Wochenende bei seinem Vater verbringen. Die Besuche bei Antoine werden für Julien zur Tortur. Während Miriam daheim krank vor Sorge wartet, setzt Julien alles daran, seinen um Annäherung bemühten Vater nicht zu provozieren. Aber ist Antoine wirklich ein Pulverfass?

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universum Film / Weltkino
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Französisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 2,40:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Trailer; Wendecover

DVD und Blu-ray | Nach dem Urteil

DVD
Nach dem Urteil Nach dem Urteil
DVD Start:
21.12.2018
FSK: 16 - Laufzeit: 90 min.

zur DVD Kritik

DVD Kritik - Nach dem Urteil

DVD Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 7/10
Ton: | 9/10
Extras: | 1/10
Gesamt: | 8/10


Der französische Film „Nach dem Urteil“ ist ein auf Festivals vielfach ausgezeichnetes Beziehungsdrama und besitzt einen Metascore von 88/100 Punkten. Dennoch spielte er in den (deutschen) Kinos eher eine Randfigur, auch wenn „Nach dem Urteil“ teilweise extra schon als Thriller gekennzeichnet wird. Nun, am 21.12.2018, erscheint er hierzulande immerhin für das Heimkino - allerdings auch das nur als DVD. Dieses Schicksal teilt sich die kleine Filmperle mit vielen ähnlich gearteten Filmen (den besten und jüngsten Vergleich dürfte wohl Loveless darstellen). Jedenfalls ein Grund mehr ihn hier zu besprechen.

Nach dem Urteil: Léa Drucker und Denis Ménochet
Nach dem Urteil: Léa Drucker und Denis Ménochet © KG Productions
Alles beginnt dort, wo andere Streifen eigentlich aufhören – nämlich mit einem zerstrittenen Ehepaar, wobei die Mutter das Sorgerecht der Kinder erhalten hat. Und tatsächlich gab es die Vorgeschichte schon. Der Oscar-nominierte Kurzfilm „Avant que de tout perdre“ zeigt in 30 Minuten die exakte Vorgeschichte – ebenso geleitet von Regisseur Xavier Legrand und mit denselben Akteuren gespielt.

Nun beginnt „Nach dem Urteil“ eben danach und wir sehen Antoine (Denis Ménochet), der mithilfe eines neuerlichen Richterspruchs wieder regelmäßigen Kontakt zu seinen Kindern erhalten will. Miriam (Léa Drucker) möchte das verhindern. Auch der Sohn Julien (Thomas Gioria) scheint nichts mehr von seinem Vater wissen zu wollen. Die fast erwachsene Tochter wird kaum involviert.

Nach dem Urteil: Thomas Gioria
Nach dem Urteil: Thomas Gioria © KG Productions
Diesen Kurzinhalt kriegen wir vor der Richterin und von den Anwältinnen der beiden Protagonisten vorgetragen. Dabei ist es unklar, welchen der sicherlich kleinlichst ausformulierten Standpunkte man Glauben schenken soll. Während der rund 15-minütigen Dialoge kann man dem Geschehen nur stirnrunzelnd folgen. Viel mehr darf man als Zuschauer auf die Gestik und Mimik der beiden Eltern achten. Ein gelungener Kunstgriff, der den Zuschauer sofort in die Handlung hinein katapultiert.

Wenn man sich aufgrund der Herangehensweise zwangsläufig ein persönliches Bild vom Geschehen gemacht hat, verfolgt man die spannende Entwicklung. Die von Angst und Abneigung gekennzeichnete Beziehung gegenüber Antoine ist bislang nicht nachvollziehbar. Doch statt daran zu arbeiten nutzt Antoine die teuer erkämpfte Zeit mit seinem Sohn nur insofern, als dass er seine Ex-Partnerin ausspionieren will. Wo wohnt sie und hat sie einen neuen Freund? Bei allem Streit um die Kinder geht es natürlich noch um die Beziehung der beiden und man vermutet, dass vor allem die Missgunst gegenüber des jeweils anderen die Eltern leitet. Zu diesem Zeitpunkt erscheint es noch sehr abwegig, dass die Opfer- und Täterrollen hier klar verteilt sind.

Nach dem Urteil: Léa Drucker
Nach dem Urteil: Léa Drucker © KG Productions
Das Drama bewegt sich minimalistisch aber umso effektvoller auf das packende Ende zu. Auf ablenkende und künstlich aufputschende Stilmittel wird verzichtet, was dennoch beklemmende Momente schafft. Das fällt schon im Menü der DVD bei der fehlenden Titelmelodie auf und behält es bis zum Abspann bei, der einen dann verstört zurücklässt. So wird der Film zu jeder Zeit von den famosen Schauspielern getragen, welche die ausgefeilten Charaktere authentisch verkörpern.

Zum Bild und Ton gibt es daher auch wenig zu sagen und sind für DVD-Ansprüche vollkommen in Ordnung. Einzig bei schwachem Licht wir die Umgebung etwas zu unscharf und Konturen verschwimmen. Zudem fällt in dem Zusammenhang noch etwas negativ auf, dass die französische Sprache bei Texten (wie z.B. Handy-Nachrichten) nicht untertitelt übersetzt wird. Bonusmaterial fehlt auf der DVD abgesehen vom Trailer komplett.


Fazit:
„Nach dem Urteil“ ist ein pointiertes Beziehungsdrama, das den Zuschauer sofort mitnimmt. Diese Aufmerksamkeit bleibt während der vielen beklemmenden, wenn auch etwas zäheren Momenten bestehen. Bis zuletzt wird der Zuschauer im Glauben gelassen, eine Eskalation wäre vermeidbar gewesen, bis der Film überraschendeweise doch noch zum Thriller ausartet.

by Nicolas Wenger
Bilder © Universum Film / Weltkino