Mr. Nobody (Director's Cut + Kinofassung, 2 Discs) - DVD

DVD Start: 03.02.2011
FSK: ab 12 - Laufzeit: 134 min

Mr. Nobody (Director's Cut + Kinofassung, 2 Discs) DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

Ein Junge steht auf einem Bahnsteig. Gleich wird der Zug losfahren. Die Mutter ist in den Zug eingestiegen, der Vater bleibt am Bahnhof zurück. Eine Trennung.
Der Junge steht dazwischen. Für wen soll er sich entscheiden, bei wem will er lieber bleiben?

Eine endlose Zahl verschiedener Möglichkeiten ergibt sich aus dieser Entscheidung. Aber so lange er sich nicht entschließt, kann ihm nichts passieren, so lange kann er noch nachdenken, wie seine Zukunft aussehen könnte.

Drei Mädchen haben den Jungen bisher begleitet, alle drei interessieren ihn. Welche wäre die Richtige? Schon beginnen drei Liebesgeschichten, jede zeigt ein ganzes Leben voll glücklicher und trauriger Ereignisse:

Anna ist die Ruhige, mit der ihn eine Liebe verbinden wird, die so heftig und wunderbar ist, dass er sie nie mehr vergisst. Die beiden werden getrennt, finden wieder zusammen und verlieren sich erneut, sein Leben lang sucht er nach ihr.

Elise ist die immer irgendwie Unglückliche, mit der er drei Kinder haben wird, trotz ihrer Unzufriedenheit. Sie gibt ihm den Auftrag, nach ihrem Tod ihre Asche auf dem Mars zu verstreuen, also tritt er die lange Reise ins Weltall an, ein Marstourist im Gefrierschlaf.

Jeanne ist die Perfekte, mit der er Ehrgeiz und Langeweile teilen wird. Das Leben mit ihr ist luxuriös, eine Villa mit Pool, zwei Söhne, nur sein Herz ist nicht ganz dabei.

Drei Varianten der Liebe werden das Leben des Jungen bestimmen – als alter Mann blickt er darauf zurück. Er weiß: Jedes einzelne dieser Leben verdiente es, gelebt zu werden.

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DVD Details

Medienanzahl: 2
Regionalcode: 2
Vertrieb: Concorde Home Entertainment
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Deutsch (DTS 5.1)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 2,35:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
- 16 Minuten längere Director's Cut-Fassung
- Making-of
- Hinter den Kulissen
- Entfallene Szenen
- Deutscher und Original-Kinotrailer

Video on demand - Mr. Nobody

DVD und Blu-ray | Mr. Nobody (Director's Cut + Kinofassung, 2 Discs)

DVD
Mr. Nobody (Director's Cut + Kinofassung, 2 Discs) Mr. Nobody (Director's Cut + Kinofassung, 2 Discs)
DVD Start:
03.02.2011
FSK: 12 - Laufzeit: 134 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Mr. Nobody Mr. Nobody
Blu-ray Start:
03.02.2011
FSK: 12 - Laufzeit: 139 min.

DVD Kritik - Mr. Nobody (Director's Cut + Kinofassung, 2 Discs)

DVD Wertung:
Film: | 10/10
Bild: | 9/10
Ton: | 6/10
Extras: | 9/10
Gesamt: | 9/10


Ein Meisterwerk und der wahrscheinlich beste und leider unbekannteste Film des Jahres 2010?!

Nemo Nobody (Jared Leto) führt ein ganz normales Leben mit seiner Frau Elise (Sarah Polley) und ihren drei Kindern. Eines Tages jedoch wacht er auf und ist 120 Jahre alt. Es ist das Jahr 2092 und Mr. Nobody ist der letzte Sterbliche in einer Gesellschaft, die durch Wissenschaft und Forschung die Unsterblichkeit erreicht hat. Einem Journalisten berichtet er rückblickend von seinem Leben. Doch erzählt er dabei nicht wie sein Leben verlaufen ist, sondern wie es hätte verlaufen können. Was passiert wäre, wenn sich der Schuljunge von damals (Thomas Byrne) bei der Trennung seiner Eltern entschieden hätte, bei seinem Vater (Rhys Ifans) zu bleiben und nicht bei seiner Mutter (Natasha Little) – drei Varianten eines Lebens und eine verdrehter als die andere. Als alter Mann blickt Nemo nun darauf zurück und weiß: Jedes einzelne dieser Leben verdiente es, gelebt zu werden.

Dieser Film ist mehr als nur eine fiktive Biographie, ein Drama, eine schöne Liebesgeschichte, ein visuelles Kunstwerk oder eine Aneinanderreihung von wissenschaftlichen Fakten und Theorien. Dieses Werk ist eine Symbiose aus all dem und irgendwie noch viel mehr. Es ist schon eine Weile her, dass mich ein Film so nachhaltig beeindruckt hat und noch nachträglich in seinen Bann zog, das letzte Werk das mich so fesselte war „The Fountain“ und bekam ähnlich wie „Mr. Nobody“ zu wenig Beachtung. Es grenzt schon fast an einen Frevel das beide Werke jeweils bei den Oscars übergangen wurden, war „The Fountain“ insgesamt gesehen stärker gespielt, so ist „Mr. Nobody“ facettenreicher, gehaltvoller und noch verwirrender als „The Fountain“ von Darren Aranoffsky.
Regisseur Jaco Van Dormael („Am Achten Tag“) hat schon seit über 13 Jahren keine Regie mehr geführt und kommt, wie bereits oben erwähnt mit einem richtigen Meisterwerk daher das viel mehr Anerkennung hätte finden müssen, dieser Film packt einen schon in den ersten Minuten und lässt einen nicht mehr los. Es liegt teilweise an der visuellen Strahlkraft, an den poetisch anmutenden Bildern, an der tieferen Botschaft und allen voran der genialen Geschichte.

Ich muss auch noch einmal die Kameraarbeit von Christophe Beaucarne („So ist Paris“)  erwähnen der im Minutentakt Postkartenmotive und künstlerisch angehauchte Bilder präsentiert. Zum Schauspiel, Jared Leto war Ende der 90iger mein nächster kommender Johnny Depp, leider gelang ihm nie richtig der Durchbruch, obwohl er immer wieder in starken Filmen wie „Fight Club“ oder „Panic Room“ sein Talent in Nebenrollen unter Beweis stellte. Seit Mitte 2000 ist Jared mehr Musiker und das erfolgreich. Seine Band 30 Seconds to Mars hatte bereits einige Hits und zig ausverkaufte Konzerthallen, so dass seine Schauspielkarriere seiner Musikkarriere teilweise im Weg steht und er nur noch wenig Filmprojekte realisieren kann. Mit dem Wissen bin ich wirklich froh das „Mr. Nobody“ in seinen vollen Terminkalender passte und er diesen genialen Film abdrehte. Jared muss hier nicht den Hamlet geben aber seine Parts sind glaubwürdig und vielschichtig. Natürlich ist er ein durchaus attraktiver Mann, der bei unzähligen Mädchen und Frauen Anklang findet, so dass dieser Faktor natürlich hilfreich ist um seiner romantischen Figur noch einen Touch mehr Authentizität zu verleihen.
Was Diane Kruger angeht, sie gehört eindeutig nicht zu meinen favorisierten Schauspielerinnen, es gibt einiges das mich an ihrem Spiel, besonders aber an ihrer Stimme, die sie ja fast immer selbst für die deutsche Fassung synchronisiert, stört. Jedoch abgesehen von ihrer Stimme, gab es in diesem Film nichts an ihrer Spielkunst zu meckern. Sie wirkte sogar teilweise sympathisch und so hatte ich sie bisher nie empfunden.
Sarah Polley auf der anderen Seite hatte mich schon in vielen Filmen überzeugt, doch in diesem Werk strapazierte ihr Charakter die Nerven der Zuschauer bedeutet, sie hat ihren Job ohne Zweifel gut gemacht. Der Junge Nemo wurde auch gut gespielt von dem Jungen Toby Regbo. Nachhaltig am meisten hat mich aber die junge Elisa gespielt von Clare Stone beeindruckt. Dieses Mädchen hat Potential und ich denke von der jungen Dame werden wir in Zukunft mehr sehen?!

Die Bildqualität war sensationell, leider ist die Tonqualität nicht so gut, man muss schon gewaltig den Lautstärkeregler aufdrehen. Das Bonusmaterial ist ebenfalls sehr gut mit Making of, entfallenen Szenen, Trailern und einen Blick hinter die Kulissen bestückt. Besonders zu empfehlen ist der „Directors Cut“ der noch mal um 16 Minuten länger ist und den Filmgenuss um einiges steigert.

Mein Fazit:
Ich bin gerne vorsichtig wenn es um Meisterwerke und sogenannte beste Filme geht, aber bei „Mr. Nobody“ sage ich es mit Inbrunst. Der beste Film aus dem Jahre 2010... unter Vorbehalt, da ich „Black Swan“ und „The Social Network“ noch nicht gesehen habe, irgendwie habe ich aber eine Ahnung, dass die genanten Werke mit „Mr. Nobody“ nicht mithalten können?!


by Marc Engel
Bilder © Concorde Home Entertainment




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