Mother - DVD

DVD Start: 02.12.2010
FSK: ab 12 - Laufzeit: 129 min

Mother DVD Cover -> zur DVD Kritik

Preisvergleich

alle Preise inkl. MWST

-> alle DVD, Blu-ray zum Film

Inhalt

Als ein ziemlich einfältiger junger Mann in einem Provinznest aufgrund von Indizien des Mordes an einer Schülerin angeklagt wird, setzt seine überfürsorgliche Mutter alles daran, seine Unschuld im Alleingang zu beweisen. Dabei kommen Dinge ans Licht, die besser im Dunkeln geblieben wären. Faszinierender und packender Thriller irgendwo zwischen Hitchcock und Almodovar, in dem der Regisseur des Monster-Hits The Host einmal mehr seine Klasse beweist.

-> mehr Info zum Film mit Trailer, Cast & Crew

DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Ascot Elite
Tonformate:
Dolby Digital 5.1 (Deutsch)
Dolby Digital 2.0 (Koreanisch)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 2,35:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Making Of, Interview Mr. Bong, Behind the Scenes, Original Teaser, Original Trailer, Trailershow

Video on demand - Mother

DVD und Blu-ray | Mother

DVD
Mother Mother
DVD Start:
02.12.2010
FSK: 12 - Laufzeit: 129 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Mother Mother
Blu-ray Start:
02.12.2010
FSK: 12 - Laufzeit: 129 min.

DVD Kritik - Mother

DVD Wertung:
Film: | 10/10
Bild: | 8/10
Ton: | 6/10
Extras: | 8/10
Gesamt: | 8/10


Koreanisches Meisterwerk
Das koreanische Thrillerdrama „Mother“ schafft es, den Zuschauer von dem ersten Bild an in seinen Bann zu ziehen. Man sieht die Hauptperson allein in einem weiten Feld stehen. Und dann fängt sie an zu tanzen. In dieser Umgebung wirkt das zutiefst verzweifelt, da Einsamkeit verbunden mit einer Lebenslust sie dazu bringt. Alle zentralen Themen des Filmes werden schon in der ersten langen Einstellung behandelt. Regisseur Bong Joon-Ho hat den Zuschauer voll im Griff. Er hat nicht nur erfolgreiche Monsterfilme wie „The Host“ gedreht, sondern mit „Memories of Murder“ auch einen der allerbesten Serienkillerfilme. Thriller sind ihm also nicht komplett fremd. Dabei ist die Krimihandlung gar nicht das wichtigste im Film. Durch den Tanz im Feld wird es schon symbolisiert: Lebenssehnsucht, Freiheit, Wille zur Befreiung, Einsamkeit und Verzweiflung. Dieser düstere, aber gleichzeitig sehr poetische Film handelt von Mutterliebe, Verdrängung, Schuld und Sühne. Das mag jetzt überladen klingen. Aber die Handlung nimmt den Zuschauer mit und man kann ihn durchaus als Unterhaltungsfilm sehen. Viele Elemente werden für das Unterbewusstsein gestaltet. Kleine Veränderungen im Bild oder in der Farbe, die auf den Zuschauer einen tiefen Eindruck hinterlassen. Die Farben etwa werden dunkler, die Räume kleiner und karger. Das letzte Bild zeigt gut den Aufbruch der Heldin, indem sie wieder tanzt. Allerdings steckt sie in einem selbstgewählten „Gefängnis“, da sie in einem Bus sitzt. Sie ist in sich selbst gefangen, obwohl sie nach außen einen Ausbruch wagt. Ihre Schuld und ihre Vergangenheit nimmt sie mit sich. Die Symbole sind nie überladen. Wenn die Mutter auf dem Cover eine Rohrzange in der Hand hält (die in der Handlung eine große Rolle spielen wird) so steht das auch für das richten, für das reparieren. Voller Verzweiflung will sie ihren geistig behinderten Sohn von dem Mordverdacht freisprechen und macht sich auf die Suche nach dem wahren Mörder. Dabei entdeckt sie einige unangenehme Wahrheiten. Nervt am Anfang etwas ihre Übermutterung, wird es dennoch durch einige humorvolle Szenen aufgewogen. Die Stimmung des Filmes ändert sich aber schleichend und sehr subtil. Bong Joon-Ho findet eine hervorragende Bildsprache mit Bildern die in der Erinnerung bleiben werden. Er beweist wieder einmal dass einige der aufregendsten Filme der letzten Jahre aus Südkorea stammen. „Mother“ ist wahrlich ein Meisterwerk.

Der Ton ist im Dialog etwas leise, aber das Bild ist gut. Neben Trailern gibt es ein interessantes Making Of zu den unterschiedlichsten Aspekten. So wird hier berichtet, wie anhand der Kostüme und der Bauten die subtile Stimmungsänderung vollzogen wurde. Daran sollten sich manche Regisseure ein Beispiel nehmen. Das Behind the Scenes ist leider ohne Untertitel und macht damit nur für Zuschauer Sinn, die des Koreanischen mächtig sind. Schlussendlich gibt es noch ein sehr ausführliches und sehr interessantes Interview mit dem Regisseur. Nicht nur in Bezug auf diesen Film, sondern auf seine ganze, noch kurze, Karriere.

„Mother“ ist ein Meisterwerk. Ebenso für Cineasten, wie für Krimiliebhaber oder für Anhänger von Filmdramen geeignet. Der Film schafft es, mit einer hervorragenden Bildsprache zu punkten, die stellenweise ein Musterbeispiel für das Filmeschaffen ist.


by Jons Marek Schiemann
Bilder © Ascot Elite





DVD Wertung:
Film: | 10/10
Bild: | 9/10
Ton: | 9/10
Extras: | 8/10
Gesamt: | 9/10


Wie weit kann Mutterliebe gehen? Wozu ist eine Mutter fähig, wenn man ihr den einzigen, über alles geliebten Sohn nimmt? Hye-ja ist eine seit langer Zeit verwitwete Frau, die mit ihrem ebenso naiven wie abhängigen Sohn in einer südkoreanischen Kleinstadt lebt. Do-joon ist ihr Ein und Alles. Als ein junges Mädchen ermordet wird, gerät Do-joon schnell ins Visier des korrupten Polizeiapparats und landet hinter Gittern. Hye-ja ist von der Unschuld ihres Sohnes überzeugt und setzt alles daran, den wahren Täter zu finden. Auf ihrer Mission gerät sie immer tiefer in ein Geflecht aus Lügen, Missgunst und moralischen Fehlbarkeiten und deckt Stück für Stück den wahren Tathergang auf... mit einem erschreckenden Ergebnis.

Ich bin noch immer überrascht und fasziniert wie gut und anders dieser Thriller war. Der Regisseur Joohn-ho Bong („The Host“) hat es mit seinem Genremix von Familiendrama bis hin zum Thriller geschafft den Zuschauer von der ersten bis zur letzten Minute in seinen Bann zu ziehen. Der Film „Mother“ hat in seiner Erzählstruktur, seiner poetischen Bildersprache und seinem Schauspiel keine Schwächen vorzuweisen. In diesem Werk ist alles punktgenau gekonnt und meisterlich. Sogar das übliche gewöhnungsbedürftige Schauspiel asiatischer Filme, ist hier mit sehr gut zu bewerten. Der Plot an sich verändert sich so wie auch die Bildersprache. Denkt man anfänglich noch man befindet sich in einem recht ruhigen Familiendrama, entwickelt sich die Geschichte in seinem zweiten Drittel zur Miss Marple-ähnlichen Detektivstory, jedoch mit viel mehr Abgründen als es Lady Marple sich jemals hätte vorstellen können. Bis hin zum Ende, wo sich der Film in ein morbides, verstörendes Kokon von Gewalt und Suspense transformiert. Ich bin ein Fan der asiatischen Filmkunst, dabei spielt es keine Rolle ob die Filme aus China, Korea oder Japan kommen. Ich hoffe jedes Jahr, dass ähnliche Werke wie „Oldboy“, „Bin Jip“, „To be with you“ oder „Infernal Affairs“ veröffentlicht werden. Doch meistens muss man sich auch im asiatischen Kino durch viel 0815 Ware durchgucken, um letzten Endes eine Perle zu finden. „Mother“ reiht sich nahtlos an oben genannte Titel ein. Das Schauspiel, wie bereits erwähnt, ist sehr gut. Was oft schwer fällt und hin und wieder nervt ist, dass die Asiaten sehr häufig ein recht anderes Mimikspiel haben als europäische oder amerikanische Darsteller. Zum Glück fällt das in diesem Film völlig weg. Man kann sich so wunderbar auf die seltsamen Charaktere einlassen, die scheinbar alle irgendwelche unterbewussten Probleme haben. Natürlich sollte man die Hauptdarstellerin Hye-ja Kim hervorheben, die in diesem Werk eine regelrechte Tour de Farce durchlebt. Ihr gelingt das Kunststück und die Transformation von naiv dümmlich bis hin zu berechnend und kaltblütig. Der Film lebt und atmet durch diese verzweifelte Mutter, die alles für ihren zurückgebliebenen Sohn tun würde. Und der Regisseur setzt gekonnt seine Hauptdarstellerin jeglichen vorstellbaren Situationen aus. Die Bildqualität war sagenhaft und auch die Tonqualität war gut, auch wenn dies eher ein ruhiger Film ist, gibt es an dieser DVD nichts zu bemängeln. Dasselbe gilt für die Extras, die für diese Art von Film keine Wünsche offen lassen. Mein Fazit, wenn ihr Filme wie „Oldboy“, „Bin Jip“ oder „Infernal Affairs“ mochtet, dann werdet ihr an diesem Werk nichts auszusetzen haben. Ich bin begeistert von „Mother“.

by Marc Engel



Von Interesse: