Moonrise Kingdom - DVD

DVD Start: 27.09.2012
FSK: ab 12 - Laufzeit: 91 min

Moonrise Kingdom DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

Eine kleine Insel vor der Küste Neuenglands im Sommer 1965: Ausgestattet mit allem, was man zum Überleben in der Wildnis benötigt, büchst der junge Pfadfinder Sam aus dem Sommercamp aus, um mit seiner Freundin Suzy durchzubrennen. Der ganze Ort steht daraufhin Kopf und eine fieberhafte Suche nach den 12-jährigen Ausreißern beginnt. An ihr beteiligen sich neben den hysterischen Eltern des Mädchens auch der Dorf-Sheriff, der Oberpfadfinder des Ferienlagers und eine überambitionierte Sozialarbeiterin. Je schwieriger sich die von großem Tumult begleitete Aktion gestaltet, desto mehr dämmert allen Beteiligten, dass die Liebe zwischen den flüchtigen Teenies doch wohl sehr groß sein muss.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universal Pictures
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch, Englisch
Bildformat: 16:9 / 1,85:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
- Making Of
- Featurettes (Bruce Willis, Bill Murray, Edward Norton, Wes Anderson)
- Featurette: A Look inside Moonrise Kingdom
- Set Tour mit Bill Murray
- B-Roll

DVD und Blu-ray | Moonrise Kingdom

DVD
Moonrise Kingdom Moonrise Kingdom
DVD Start:
27.09.2012
FSK: 12 - Laufzeit: 91 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Moonrise Kingdom Moonrise Kingdom
Blu-ray Start:
27.09.2012
FSK: 12 - Laufzeit: 94 min.

DVD Kritik - Moonrise Kingdom

DVD Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 7/10
Ton: | 7/10
Extras: | 7/10
Gesamt: | 7/10


Stagnation eines Genies, künstlerisch wertvolle Redundanz: Was in Fankreisen des Regie-Nerds Wes Anderson einer Blasphemie gleichkommt, durchzieht viele Rezensionen seines neuen Werkes „Moonrise Kingdom“. Und in der Tat: Die skurrile Coming-of-Age-Story fügt dem bekannten Anderson-Kosmos, der beständig um spleenige Familienbanden kreist und von neurotischen Panoptiken bevölkert wird, wenig Neues hinzu. Was in „The Royal Tenenbaums“ (2001) noch genial funktionierte und in „Der Tiefseetaucher“ (2004) in allzu absurde Sphären abdriftete, pendelt sich in „Moonrise Kingdom“ auf Normal-Niveau ein – jedenfalls nach Anderson-Maßstäben. Und die liegen, trotz aller Kritik, immer noch höher als bei jeder 08/15-Hochglanzkomödie aus der Traumfabrik.

Schauplatz ist diesmal das fiktive Eiland New Penzance vor der Küste Neuenglands im Sommer 1965. Hier starten der ungeliebte Außenseiter und ausgestiegene Pfadfinder Sam Shakusky (gewollt altklug: Jared Gilman) und die von ihren Eltern („Fargo“-Queen Frances McDormand und Anderson-Spezi Bill Murray) chronisch unverstandene Suzy (mit tödlichem Blick: Kara Hayward) frisch verliebt eine Flucht in die Wildnis. Damit versetzen sie die ganzen Insel-Bewohner in Aufruhr, darunter Scout Master Randy Ward (mal nicht der Psycho vom Dienst: Edward Norton), Ober-Pfadfinder des Camp Ivanhoe und verantwortlich für Truppe 55, und Polizeichef Captain Sharp (Bruce Willis in der John-McClane-Version von Wes Anderson). Dazu droht weiteres Ungemach in Gestalt des Jugendamtes (Tilda Swinton) und eines aufziehenden Sturms.

Turbulenzen aller Art sorgen somit in „Moonrise Kingdom“ für Unterhaltung und dies gelingt Regisseur Anderson auch diesmal famos – vorausgesetzt, man erwartet keinen platten Schenkelklopferklamauk, sondern hat ein Auge für schrullige Details und eine Antenne für trockenen Humor. Ein Problem, wenn man es so nennen darf, wird aber auch diesmal nicht gelöst – oder soll es vielmehr gar nicht: Die Realität bleibt der größte Feind in Andersons Filmwelten. Dabei ist es grundsätzlich in Ordnung, wenn Absurdität das oberste Gebot ist. Allerdings ist der Preis dafür in diesem Fall eine glaubwürdige Darstellung der ersten großen Liebe mit all ihren emotionalen Höhenflügen und Abstürzen. Denn diese Gefühlswelt vermag „Moonrise Kingdom“ nicht vollends überzeugend nachzuzeichnen. Der Charme einer verschrobenen Versuchsanordnung bleibt.

Die Extras zur DVD versprechen auf den ersten Blick mehr als sie halten. Neben einer Trailershow sind die Zugaben in ein deutsches (also mit deutscher Tonspur überlegt) und ein englisches Segment gegliedert. Im deutschen Teil gibt es kurze Featurettes über den Film, Bruce Willis, Edward Norton, Bill Murray und Wes Anderson (Film-Erzähler Bob Balaban stellt die Darsteller und ihre Figuren vor) sowie ein Making Of, eine Set-Tour mit Bill Murray, einen Clip über Die Bücher im Film, das Screening im Scout-Camp und den deutschen Trailer und TV-Spot. Haken an der Sache: Unzählige Passagen wiederholen sich in den einzelnen Beiträgen und außer kollektivem Lob für den Regisseur haben sie inhaltlich wenig zu bieten. Etwas gehaltvoller kommen da die englischen Extras daher. Es gibt Interviews mit Edward Norton, Bill Murray, Jason Schwartzman (er stellt eine Parallele zwischen seiner Rolle des Cousin Ben und Han Solo her!) und Wes Anderson, dazu eine B-Roll, eine Bildergalerie, den Original-Trailer und TV-Spot.

Optisch und akustisch bleibt sich Wes Anderson treu. Seine bunten und liebevollen Interieurs (siehe vor allem die Anfangssequenz) gleichen mit ihrem Detailreichtum einem Puppenhaus, der Soundtrack ist exzentrisch und sonderbar, aber nie belangloses Hintergrundgedudel.

„Moonrise Kingdom“ als Stilübung zu bezeichnen wäre etwas zu herablassend, denn bei vielen Filmschaffenden in Hollywood würde man sich nur einen Bruchteil der Kreativität wünschen, die bei Wes Anderson aus nahezu jeder Szene schimmert. Trotzdem: Auch dem Meister stünde ein Tapetenwechsel gut zu Gesicht. Ein Thriller, ganz ohne Familienchaos? Warum nicht?

by Florian Ferber
Bilder © Universal Pictures