Moebius, die Lust, das Messer - DVD

DVD Start: 18.02.2014
FSK: ab 18 - Laufzeit: 88 min

Moebius, die Lust, das Messer DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

Die Mutter möchte sich am Vater für seinen Betrug rächen. Büßen muss dafür der minderjährige Sohn. Und so setzt sich eine Spirale aus Sex und Gewalt in Gang.
Kim Ki-duks düsteres Meisterwerk ist kontrovers und kompromisslos. Ohne Dialoge erzählt er eine Geschichte, die Freuds schlimmsten Albträumen entnommen sein könnte und lässt seine archetypengleichen Charaktere ihre dunklen Gelüste ausleben bis es kein Zurück mehr gibt.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Ascot Elite Home Entertainment / MFA
Tonformate:
ohne Dialoge, Dolby Digital 5.1
Bildformat: 16:9 / 1,85:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Trailer, Trailershow

DVD und Blu-ray | Moebius, die Lust, das Messer

DVD
Moebius, die Lust, das Messer Moebius, die Lust, das Messer
DVD Start:
18.02.2014
FSK: 18 - Laufzeit: 88 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Moebius, die Lust, das Messer Moebius, die Lust, das Messer
Blu-ray Start:
18.02.2014
FSK: 18 - Laufzeit: 88 min.

DVD Kritik - Moebius, die Lust, das Messer

DVD Wertung:
Film: | 10/10
Bild: | 9/10
Ton: | 8/10
Extras: | 0/10
Gesamt: | 9/10


Sexuelle Gewalt - Der südkoreanische Regisseur Kim Ki-duk ist beileibe kein Unbekannter mehr in der westlichen Hemisphäre. Mit „Frühling, Sommer, Herbst, Winter…und Frühling“ sowie „Pieta“ konnte er schon einiges an Aufmerksamkeit erringen. Wobei gerade zwei der früheren Filme, „Seom-Die Insel“ und „Hwal-Der Bogen“ eher in der Tradition des neuen Filmes stehen. Wie selten ein anderer Regisseur schafft es Kim Ki-duk in seinen Filmen filmsprachliche Poesie und Drama mit expliziter Erotik und Gewalt zu verbinden, was in dieser Kombination mehr als verstörend ist. So wird dieser Film „Moebius, die Lust, das Messer“ stellenweise zu recht in eine Linie mit „Antichrist“ von Lars von Trier gestellt. Denn hier wie dort rächt sich eine Ehefrau mit äußerster Härte an ihrem Mann, wobei es das dann auch mit der Ähnlichkeit schon war. Hier muss der Sohn für seinen Vater büßen, der daraufhin alles tut, um es wieder gut zu machen, während die Mutter gegen Ende auch bereit ist ein großes Opfer zu bringen. Aber diese in Gang gesetzte Spirale von Sex und Gewalt ist nicht immer leicht anzusehen. Auch wenn auf äußerst explizite Szenen verzichtet wird, sprich Splatter und Pornographie sind nicht zu sehen, so ist es doch extrem hart geraten. Schließlich gibt es hier eine Mischung aus Schlägereien, Kastration, Vergewaltigung, Masochismus, Sadismus und Inzest. Alles keine schöne Themen. Dabei geht Kim Ki-duk keine Kompromisse ein und lässt den Film wie eine Bebilderung zu Freuds Ödipus-Komplex erscheinen. Was den Film für manche Zuschauer abschreckend wirken lassen könnte, ist die Tatsache, das hier keinerlei Dialoge vorkommen. Es ist nicht in dem Sinne ein Stummfilm, sondern es wird einfach nicht gesprochen. Aber es ist alles verständlich, was in den Figuren vorgeht, da es allesamt hervorragende Darsteller sind, die sich zum Glück jeglicher Übertreibung enthalten. Was im Grunde nicht nur dem Stil eines Stummfilmes, sondern auch schon fast dem Kulturkreis widerspricht. Dabei ist die Filmsprache hervorragend und man verlässt sich voll auf die Bilder und Darsteller so dass der Dialog nicht mal vermisst wird. Auf der Biennale und dem Internationalen Filmfestival Venedig wurde der Film außer Konkurrenz 2013 gezeigt und während manche ihn für preiswürdig hielten, verließen andere schockiert und angeekelt den Saal. Das ist der Stoff nicht nur für Diskussionen, sondern auch für das Hirn und jetzt bereits Kult. Lust, Schuld und Gewalt ergibt hier eine unheilvolle Trias, die einer antiken Tragödie hätte entnommen worden sein können. Mittels einer Handkamera wird schon in den ersten Minuten deutlich, wie dysfunktional die Familie ist, um die es hier geht. Der Ödipuskomplex wird sogar in einer doppelten Form ausgeführt, da es nicht nur um die Mutter, sondern vor allem um die Geliebte des Vaters geht. So verstörend der Film auch ist, so kann er doch mit der Aufopferung des Vaters besondere Emotionen erzeugen, was zusammen mit der symbolgeladenen Bildsprache auf jeden Fall ein Erlebnis liefert, das man nicht so schnell aus dem Kopf bekommen kann.

Der Ton ist sehr gut und vor allem das Bild kann mit seinen satten Farben überzeugen. Leider gibt es abgesehen von dem Trailer und einer kleinen Trailershow keinerlei Extras. Was sehr bedauerlich ist, da zumindest ein Interview schön gewesen wäre.

Verstörend und brutal, aber auch faszinierend und sehr intelligent schafft es Kim Ki-duk sämtlich ohne Dialoge eine Bebilderung des Ödipus-Komplexes darzustellen der seines gleichen sucht.

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by Jons Marek Schiemann
Bilder © Ascot Elite Home Entertainment / MFA