Midnight in Paris - DVD

DVD Start: 21.12.2011
FSK: ab 0 - Laufzeit: 91 min

Midnight in Paris DVD Cover -> zur DVD Kritik

Preisvergleich

alle Preise inkl. MWST

-> alle DVD, Blu-ray zum Film

Inhalt

Ein Wunschtraum geht für den Amerikaner Gil (OWEN WILSON) in Erfüllung, als er mit seiner Verlobten Inez (RACHEL McADAMS), ein Mädchen aus wohlhabendem Hause, seinen Urlaub in Paris verbringen kann. Seit seiner Jugend schwärmt Gil von der dortigen Künstlerszene der Zwanzigerjahre. Wenn er nur damals hätte leben können! Hemingway, Fitzgerald, Gertrude Stein - das sind die Idole des erfolgreichen Hollywood-Drehbuchautoren, der sich sehnlichst wünscht, als ernst zu nehmender Schriftsteller zu reüssieren. Inez hat kein Verständnis für seine Schwärmerei. Eines Abends bricht Gil allein auf und verirrt sich bei seinem Streifzug durch die Straßen der Stadt der Liebe. Punkt Mitternacht geschieht Wundersames: Gil wird von einer Limousine aufgelesen, die ihn geradewegs in die Roaring Twenties transportiert, zu all den legendären Künstlern, die er immer schon bewundert hat! Mit einem Mal ist nichts mehr so, wie es vorher war...

-> mehr Info zum Film mit Trailer, Cast & Crew

DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Concorde Home Entertainment
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 3.0)
Englisch (Dolby Digital 3.0)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 1,78:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
- Trailer

Video on demand - Midnight in Paris

DVD und Blu-ray | Midnight in Paris

DVD
Midnight in Paris Midnight in Paris
DVD Start:
21.12.2011
FSK: 0 - Laufzeit: 91 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Midnight in Paris Midnight in Paris
Blu-ray Start:
21.12.2011
FSK: 0 - Laufzeit: 94 min.

DVD Kritik - Midnight in Paris

DVD Wertung:
Film: | 9/10
Bild: | 9/10
Ton: | 9/10
Extras: | 0/10
Gesamt: | 8/10


Goldene Zeitalter
Woody Allen verlagert seinen Fokus immer mehr auf Europa. Waren die letzten Filme schon vom Schauplatz her fast ausschließlich in Europa verankert, so ist „Midnight in Paris“ eine einzige Liebeserklärung nicht nur an Paris, sondern an die gesamte europäische Kultur. Das ist auf den zweiten Blick aber weniger überraschend. Abgesehen von seinen Frühwerken, die eher von Amerikas Tradition des Slapsticks beeinflusst waren, so ist sein späteres Schaffen als Filmemacher eindeutig europäisch geprägt. Seine große Verehrung von Ingmar Bergman und seinen Filmen hat er ja auch nie verheimlicht. Aber selten kamen die Amerikaner bestimmter Herkunft und Ansichten so schlecht weg wie hier. So ist der Film zum einen eine Liebeserklärung und zum anderen eine Parodie. Zunächst ist es aber ein wunderschöner Film über Träume und Sehnsuchtsorte. Ein Hollywooddrehbuchautor, der an seinem ersten Roman sitzt, ist auf Verlobungsreise in Paris und träumt von den Goldenen Zwanzigern und den, vornehmlichen amerikanischen, Künstlern, welche die damalige Szene prägten. Seine Verlobte, eine materialistisch geprägte Republikanerin, kann damit nichts anfangen und sieht alle romantischen Anwandlungen ihres Verlobten eher als einen Spleen an. Nach einem eher frustrierenden Abend mit seiner Verlobten und Freunden von ihr, steigt Gil Pender in ein altes Auto, welches ihn in die zwanziger Jahre transportiert. In dem Auto sitzen niemand geringeres als F. Scott Fitzgerald und seine Frau Zelda. In den folgenden Nächten reist Pender immer wieder in die Vergangenheit und lernt die Stars der damaligen kulturellen Zeit kennen. Aber er verliebt sich auch. Somit ist der Film eine Hymne nicht nur auf die damalige Zeit als Sehnsuchtsort, sondern auch eine Hymne auf die damalige Schaffenskraft amerikanischer Künstler. Die Amerikaner in der Gegenwart des Filmes sind dagegen erschreckend kulturlos. Die Verlobte des Helden und ihre Familie sehen Europa, ganz im Sinne der Republikaner, als Supermarkt, in dem man schön einkaufen kann. So lange es nur teuer ist. Die Kulturlosigkeit macht sich auch darin bemerkbar, dass das, was teuer ist, etwas wert ist, obwohl es im Grunde nicht nur unnütz, sondern auch extrem hässlich ist. „Billig bleibt billig“, ist denn auch das Mantra der Schwiegermutter in spe. Nur was teuer ist, ist von Wert und so ist auch alle Romantik, alle Kultur und alle Geschichte nichts für sie wert. Völlig respektlos und ignorant sehen sie Europa generell, und hier Paris im speziellen, im Grunde als nichts anderes als einen Themenpark. Ein überdimensioniertes Disneyland in dem nichts ihren Ansprüchen genügt. Vor allem ein Freund der Verlobten, Paul, fällt mit seinem Pseudointellektualismus auf. Mit der allergrößten Überzeugung weist er sogar Fremdenführer zurecht und erzählt im Grunde nur falsches. Alles ist hohl und falsch und der Schwiegervater in spe, ein Anhänger der Tea-Party-Bewegung, preist während einer Weinprobe nur amerikanische Weine. Was für ein Pendant zu der amerikanischen Kolonie in den 1920er Jahren! Diese Künstler konnten sich gerade in Europa entfalten, entflohen der moralischen und gedanklichen Enge der USA, und prägten die Geschichte und Kultur der Moderne. Woody Allen inszeniert diese Dekade mit viel Sinn für das Detail und Anspielungen. Die Creme de la Creme der damaligen Zeit tritt auf. Die hervorragenden Darsteller geben dem ganzen einen zusätzlichen Reiz. Kathy Bates als Gertrude Stein etwa. Aber Adrien Brody als Salvador Dali sorgt mithin für den komischsten Moment des Films. Aber Allen glorifiziert nicht nur die Dekade, sondern macht auch deutlich, dass jeder und jede Epoche andere Sehnsuchtsorte hat. Während sich der Autor des 21. Jahrhunderts in die Zwanziger träumt, träumt sich eine Figur der Zwanziger in eine andere Epoche. Sehnsuchtsorte sind aber nicht nur individuell, sondern auch bestimmt von der vorher prägenden Epoche. Ist die Moderne ohne die Künstler der Zwanziger nicht denkbar, waren diese aber wieder von einer anderen Epoche beeinflusst und diese wiederum von einer anderen. Somit ist noch lange nicht Schluss und die Reise scheint schier endlos. Dabei ist sie durchaus nicht nur auf Kultur beschränkt. Und gegen Ende unternimmt der Held auch einen folgerichtigen Schritt. In der Zuwendung zu Europa liegt die Zukunft Amerikas. Angesichts der aktuellen politischen Entwicklung, in der sich die USA zunehmend international isolieren ist das durchaus eine politische Botschaft, welche anhand der satirischen Elemente durchaus Potential hat. Insgesamt ein wunderschöner Film mit einem leisen Humor und vielen kulturellen Anspielungen, welche nicht nur romantische Seelen und Kulturkenner ansprechen dürfte. Deutlicher hat sich Woody Allen auch in den letzten Jahren nicht zu Europa bekannt.

Der Ton und das Bild lassen kaum Wünsche offen. Als Extras gibt es leider nur Trailer. Und das ist nun wirklich ziemlich mager.

Ein wunderschöner Film, der Satire und Hymne zugleich ist. Sehnsuchtsorte, kulturelle Beeinflussungen und aktuelle amerikanische Kulturlosigkeit sind Themen von Woody Allen, welche nicht nur Romantiker und Kulturkenner ansprechen dürfte.


by Jons Marek Schiemann
Bilder © Concorde Home Entertainment




Von Interesse: