Mid90s - DVD

DVD Start: 12.04.2019
FSK: ab 12 - Laufzeit: 85 min

Mid90s DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

Jonah Hills (21 JUMP STREET, THE WOLF OF WALL STREET) Regiedebüt ist eine Zeitreise mitten in die 90er. Eine Zeit, in der Skateboarden sportliche Konventionen sprengte und man mit Mixtapes Mädels beeindrucken konnte. Stevie ist 13 und wächst unter schwierigen Verhältnissen in Los Angeles auf. Seine Tage verbringt er mit „Street Fighter II“ zocken und heimlich die CD-Sammlung seines großen Bruders rauf und runter hören. Als er anfängt, mit den Jungs vom Local Skateshop abzuhängen, öffnet sich ihm eine völlig neue Welt: Skaten an verbotenen Plätzen, Abhauen vor der Polizei, Hauspartys und natürlich Girls. Befreit aus der Umklammerung seiner allein-erziehenden Mutter und den Prügeln seines Bruders, fühlt sich Stevie unbesiegbar – bis er merkt, dass auch seine Idole auf die Schnauze fliegen können. Und das nicht nur beim Skaten.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Alive / MFA+cinema
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 1,33:1 (4:3)
Bonusmaterial:
Trailer

DVD und Blu-ray | Mid90s

DVD
Mid90s Mid90s
DVD Start:
12.04.2019
FSK: 12 - Laufzeit: 85 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Mid90s Mid90s
Blu-ray Start:
12.04.2019
FSK: 12 - Laufzeit: 85 min.

DVD Kritik - Mid90s

DVD Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 10/10
Ton: | 10/10
Extras: | 5/10
Gesamt: | 8/10


Der 13-jährige Stevie (Sunny Suljic) lebt zusammen mit seiner Mutter Dabney (Katherine Waterston) und seinem älteren Bruder Ian (Lucas Hedges) in Los Angeles. Der Familienalltag wird dabei von häufigen Auseinandersetzungen und dem aggressiven Verhalten Ians gegenüber seinem jüngeren Bruder bestimmt. Wenn jedoch zur Abwechslung mal Harmonie herrscht, spielt Stevie „Street Fighter II“ und hört die Musik seines Bruders. Eines Tages lernt er eine Gruppe von Skateboardern kennen zu denen er schnell dazugehören möchte und die ihm eine neue Welt von Partys, Drogen und Mädchen eröffnen. Um seinen älteren Freunden zu imponieren, gerät der junge Stevie jedoch schon bald an seine Grenzen...
v.l. Ray (Na-kel Smith), Fuckshit (Olan Prenatt), Ruben (Gio Galicia), Fourth Grade (Ryder McLaughlin), Stevie (Sunny Suljic)
v.l. Ray (Na-kel Smith), Fuckshit (Olan Prenatt), Ruben (Gio Galicia), Fourth Grade (Ryder McLaughlin), Stevie (Sunny Suljic) © JAYHAWKER HOLDINGS, LLC
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Jonah Hills Regiedebüt „Mid90s“ fühlt sich kein bisschen so an, als hätte hier ein Oscarnominierter Hollywoodstar Regie geführt. Geradezu unaufgeregt und schlicht erzählt Hill in 85 Minuten eine Geschichte, die sich wie ehrliches und authentisches Kino anfühlt. Dabei ist der Film in vielerlei Hinsicht eine Liebeserklärung an die Popkultur der 90er Jahre. Schon rein optisch entsteht der Eindruck, dass der Film in einer anderen Zeit produziert wurde, denn „Mid90s“ ist auf originalem 16mm Filmmaterial und im 4:3 Format gedreht wurden. Auch der Soundtrack versammelt die größten Hip-Hop Hits der 90er Jahre mit Künstlern wie The Pharcyde oder dem Wu-Tang Clan. Dennoch wirkt Hills Werk in keiner einzigen Minute wie die typischen Hip-Hop und Skater Filme, die Hollywood in den 90ern produziert hat.

Anstatt die Skater und Hip-Hop Kultur als sozialen Brennpunkt darzustellen, zelebriert Hills Film vielmehr die Freundschaft und den Zusammenhalt innerhalb der Gruppe. Die besondere Gruppendynamik, die im Mittelpunkt des Filmes steht, ist vor allem auch der herausragenden Leistung des restlichen Casts rund um Sunny Suljic („The Killing Of A Sacred Deer“) zu verdanken. Vor allem die jungen Profiskater Na-Kel Smith und Olan Prenatt, die Ray und Fuckshit darstellen und hier zum ersten Mal bei einem Spielfilm mitwirken, überzeugen vielleicht gerade auch aufgrund ihrer Unerfahrenheit und lassen die Dialoge sehr authentisch und intuitiv wirken. Deswegen kann man auch durchaus berechtigt sagen, dass „Mid90s“ im eigentlichen Sinne keinen bloßen Skater Film darstellt, sondern das Skaten lediglich als Mittel benutzt, das seine Figuren miteinander verbindet.

front: Ray (Na-kel Smith), Fuckshit (Olan Prenatt) back: Fourth Grade (Ryder McLaughlin), Ruben (Gio Galicia)
front: Ray (Na-kel Smith), Fuckshit (Olan Prenatt) back: Fourth Grade (Ryder McLaughlin), Ruben (Gio Galicia) © JAYHAWKER HOLDINGS, LLC


Besonders gelungen inszeniert Hill die Widersprüchlichkeit seiner jungen Protagonisten, die einerseits freiheitsliebend, aber auch gleichzeitig verloren sind. So suchen alle aus Stevies neuer Clique in der Skater-Szene nach Freiheit und Selbstverwirklichung, während sie andererseits nicht komplett aus ihrem alten Leben ausbrechen können. Besonders Stevie hat stark damit zu kämpfen, dass er zwar in seiner Clique schon bald einen gewissen Ruf und Respekt genießt, aber zuhause eben noch alles beim alten ist. So wäscht er sich fast neurotisch nach seiner ersten Zigarette, damit seine Mutter nichts bemerkt. Indem Hill das Problem seines Protagonisten auch auf die restlichen Figuren überträgt, wird das Hauptmotiv des Filmes umso deutlicher. Wenn man es genau betrachtet steht nämlich vor allem der Wunsch danach dazuzugehören im Mittelpunkt von „Mid90s“: Stevie möchte von seinem Bruder und seinen neuen Freunden akzeptiert werden, die wiederrum selbst bei berühmteren und älteren Skateboardern nach Anerkennung suchen.

v.l. Ian (Lucas Hedges), Stevie (Sunny Suljic)
v.l. Ian (Lucas Hedges), Stevie (Sunny Suljic) © JAYHAWKER HOLDINGS, LLC


Darüber hinaus sind es vor allem die kleinen Gesten, die dafür sorgen, dass sich „Mid90s“ nicht bloß an der Oberfläche bewegt. So reicht Stevies Bruder ihn am Ende einen Orangensaft, was zwar eine mögliche Versöhnung andeutet, aber eben nur einen kleinen ersten Schritt auf dem Weg dorthin darstellt. Des Weiteren ändert sich die Stimmung in Hills Film an manchen Stellen rasant. So beginnt der Film zwar zunächst harmlos und auch wenn deutlich wird, dass Stevie von seinem Bruder öfter verprügelt wird, wirkt er wie ein normaler 13-jähriger Junge. Gegen Ende verdichten sich jedoch die Signale, dass er mit seiner Situation viel mehr zu kämpfen hat, als es auf den ersten Blick scheint. Auch in Bezug auf Ians Figur verzichtet Hill auf eine klassische Schwarz und Weiß Darstellung und verleiht seinem Charakter Tiefe. Als dieser in einem Streit seinem kleinen Bruder ins Gesicht schlägt, bricht nicht Stevie, sondern Ian in Tränen aus. Es sind eben solche kleinen Details, die „Mid90s“ von anderen Coming of Age Filmen abheben. Hier gibt es keine klassischen Helden und Schurken, sondern nur Teenager, die eben einfach nur versuchen ihren Weg im Leben zu finden.

Bild: Durchweg gute Qualität.

Ton: Gut ausbalancierter Ton.

Extras: Enthält den Trailer und eine Trailershow.


Fazit:
Mit „Mid90s“ ist Jonah Hill ein ehrliches Coming of Age Drama gelungen, dass die Jugend- und Popkultur der 90er Jahre perfekt einfängt. Vielschichtig, differenziert und subtil behandelt Hill darin Themen wie Freundschaft und Familie und lässt dabei viel Raum für eigene Interpretationen und Deutungen.

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by Christina Schmitz
Bilder © Alive / MFA+cinema