Michael Kohlhaas - DVD

DVD Start: 28.03.2014
FSK: ab 12 - Laufzeit: 117 min

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Inhalt

Ein Mann fordert Gerechtigkeit und sein Recht: Michael Kohlhaas steht auf gegen die Lehnherren und ihre Willkür. Im 16. Jahrhundert führt der Pferdehändler Kohlhaas ein glückliches Familienleben mit Frau und Tochter auf dem eigenen Hof. Auf dem Weg zum nächsten Markt verlangt der Verwalter des neuen Barons ohne rechtliche Grundlage einen Passierschein. Kohlhaas muss seine zwei Rappen als Pfand zurücklassen, die er später nach schonungsloser Feldarbeit in miserablem Zustand zurücknehmen soll. Gegen dieses Unrecht reicht der ehrliche und gläubige Mann erfolglos Klage ein. Als seine geliebte Frau bei der Prinzessin um Gerechtigkeit flehen will, wird sie gar nicht zu ihr vorgelassen, sondern von ihren Untergebenen abgewiesen und lebensbedrohend verletzt. Sie stirbt an den Folgen ihrer Verletzungen in Kohlhaas` Armen. Untröstlich über den Verlust und voller Zorn gegen die ungerechte Obrigkeit begibt er sich gemeinsam mit seinen Getreuen und Rebellen aus der Bevölkerung auf einen Feldzug gegen die Herrschenden und hält das Land in Atem. Die Prinzessin bietet ihm freies Geleit an bis zur Wiederaufnahme der Rechtssache, wenn er die Waffen niederlegt. Kohlhaas geht auf die Bedingungen ein und schickt seine Männer nach Hause. Am Ende aber muss er für die Taten anderer büssen. Er bekommt zwar Recht, aber keine Gerechtigkeit, bezahlt seinen Kampf gegen die Obrigkeit mit dem Tod.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: WVG Medien / Polyband
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Französisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 2,35:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Interviews mit Mads Mikkelsen und Arnaud des Pallières, Kinotrailer, Booklet

Video on demand - Michael Kohlhaas

DVD und Blu-ray | Michael Kohlhaas

DVD
Michael Kohlhaas Michael Kohlhaas
DVD Start:
28.03.2014
FSK: 12 - Laufzeit: 117 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Michael Kohlhaas Michael Kohlhaas
Blu-ray Start:
28.03.2014
FSK: 12 - Laufzeit: 121 min.

DVD Kritik - Michael Kohlhaas

DVD Wertung:
Film: | 9/10
Bild: | 9/10
Ton: | 5/10
Extras: | 5/10
Gesamt: | 8/10


Statuesk - Literaturklassiker haben oft erst dadurch Staub angesetzt, indem sie ausführlich betrachtet werden. Das klingt nach einem großen Paradox, denn wie kann etwas Staub ansetzen, wenn man sich viel damit beschäftigt? Indem der Kern, das Wesen des Stoffes aus den Augen verloren wird. So können die ausufernden Behandlungen des Stoffes etwa in der Schule im Unterricht oder an den Universitäten den Blick auf das eigentliche Werk verstellen. Da muss man sich erst durch viele Exegesen kämpfen und kann der eigentlichen Erzählung nicht mehr unbefangen gegenüber treten. Der Blick wird verstellt und man erkennt den Stoff und die ihm innewohnende Kraft nicht mehr, da zu viel Sekundärliteratur das Original erdrückt. Da kann eine Literaturverfilmung Abhilfe schaffen, wie es etwa „Michael Kohlhaas“ gelingt, der auf der gleichnamigen Novelle von Kleist basiert. Nun sind Literaturverfilmungen immer ein Thema für sich und die Fans der gedruckten Vorlage können oft nichts mit dem Film anfangen und übersehen dabei, dass er eben zwangsläufig andere erzählerische Möglichkeiten und auch Beschränkungen hat. Man kann den filmischen Umsetzungen dann auch eher Gerechtigkeit bieten, wenn man sie als weitere Interpretationen der Vorlage ansieht. „Michael Kohlhaas“ geht aber einen anderen Weg. Der Film modernisiert nicht, versetzt die Handlung also nicht in eine andere Epoche (wie etwa „Romeo und Julia“ von Baz Luhrmann), sondern ganz im Gegenteil: er hält sich an die Vorlage und reduziert diese stark. Damit schafft er eine Neuerung, indem er nicht interpretiert, sondern sich ganz auf die Handlung und die Charaktere zurückzieht. Er schabt alle Hüllen ab, um zum reinen Kern der Novelle zu kommen. So verzichtet der Film auch auf viele Dialoge. Die Charaktere sind schweigsam und reden eher mit den Blicken und der Mimik. Ganz wie die Westernhelden reden sie nur, wenn es absolut notwendig ist (generell hat der Film recht viel von einem Western, was auch in den Interviews bei den Extras herausgestellt wird). Das hat man von einem deutschen Literaturklassiker jedenfalls nicht erwartet. Leider gibt es trotz der inhaltlichen Voraussetzungen, der Aufstand der ärmeren Schicht gegen den Adel, wenig Action, die dann auch meist nur von den Figuren aus der Ferne beobachtet wird oder außerhalb des Bildes stattfindet, was dem ganzen einen etwas sperrigen Charakter verleiht. Ansonsten hat der Film eine enorme Kraft zu bieten, was besonders an dem Hauptdarsteller Mads Mikkelsen liegt. Er agiert hervorragend und kann durch minimale Einsätze die ganze Komplexität des Charakters aufbieten. Vor allem die letzte Szene ist wahre Schauspielkunst. Durch Mikkelsen und die Kameraeinstellungen wie er gezeigt wird, gerät Kohlhaas dann zu einer lebenden Statue, zu einer überlebensgroßen Figur, die der Mann aber gar nicht sein will. Dabei wird immer wieder, ohne den Finger zu erheben, aufgezeigt, wie aktuell immer noch der Kampf gegen Willkür und der Wunsch nach Gerechtigkeit noch immer ist. „Michael Kohlhaas“ ist also alles andere als angestaubt.

Das Bild ist gut, aber leider ist der Ton nicht sonderlich berauschend. Immerhin aber ordentlich. Als Extras gibt es neben dem Trailer und einem Teaser (und der üblichen Trailershow) noch Interviews. Das mit Mads Mikkelsen ist sehr ehrlich ausgefallen, das mit dem Regisseur eher lustlos. Dann gibt es noch ein ausführliches Booklet.

Der Literaturklassiker erfährt durch diese Verfilmung eine große visuelle und inhaltliche Kraft, indem sich der Film auf das wesentlichste konzentriert und somit zum Kern der Vorlage durchdringt.


by Jons Marek Schiemann
Bilder © WVG Medien / Polyband




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