Messias des Bösen - DVD

DVD Start: 31.05.2013
FSK: ab 18 - Laufzeit: 90 min

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Inhalt

Eine junge Frau reist in eine verschlafene Kleinstadt an der Küste, um dort nach ihrem verschollenen Vater zu suchen. Niemand dort scheint ihn zu kennen und nur bei drei Fremden findet sie Hilfe. Fast die gesamte Bevölkerung der Stadt scheint aus fleischfressenden Zombies zu bestehen...

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Alive / Maritim Pictures
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 2.0)
Englisch (Dolby Digital 2.0)
Bildformat: 16:9 / 2,35:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
- Wendecover - Trailershow

DVD und Blu-ray | Messias des Bösen

DVD
Messias des Bösen Messias des Bösen
DVD Start:
31.05.2013
FSK: 18 - Laufzeit: 90 min.

zur DVD Kritik

DVD Kritik - Messias des Bösen

DVD Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 5/10
Ton: | 3/10
Extras: | 4/10
Gesamt: | 7/10


Als Arletty (Marianna Hill) im merkwürdigen Küstendorf Point Dune ihren exzentrischen Vater besuchen will, wird schnell klar, dass etwas Böses über diesem Ort liegt. Ihr Vater ist nirgends aufzufinden und die höchst eigenartigen Dorfbewohner stellen auch keine große Hilfe dar. Lediglich das skurrile Trio rund um den sehr selbstbewussten Thom (Michael Greer) scheint halbwegs normal zu sein und Arletty erlaubt ihnen, mit ihr im verlassenen Künstleratelier des verschollenen Vaters zu übernachten. Doch auch hier herrscht die Furcht und Arletty droht nach und nach den Verstand zu verlieren. Als dann auch noch die deformierte Leiche ihres Vaters angespült wird und sich die Dorfbewohner als nach Fleisch lechzende Zombiehorde entpuppen, beginnt ein aussichtslos erscheinender Kampf ums Überleben...

Willard Huyck und seine Ehefrau Gloria Katz, die sich später u.a. für das Drehbuch von Indiana Jones und der Tempel des Todes auszeichneten, haben mit ihrer düsteren Vision einer von einer Zombieepidemie geplagten Küstenstadt einen surrealen Horrorfilm geschaffen, der in Sachen Atmosphäre wirklich einmalige Wege einschlägt. So wird die Zombiegeschichte auch nicht nach den gängigen, bis heute geltenden narrativen Mustern des Horrorfilmes entwickelt, sondern in sehr unkonventioneller, ja avantgardistischer Art und Weise auf den ahnungslosen Zuschauer losgelassen. Obwohl die Dialoge teils erschreckend plump ausfallen und sich auch einige der Darsteller auf einem bestenfalls soliden schauspielerischen Niveau bewegen, strahlt jede Filmminute eine unheimliche Faszination aus, der man sich nur sehr schwer entziehen kann. Der Film begeistert also hauptsächlich durch seine verstörende Atmosphäre, die sich dank des surrealen Settings bestens entfalten kann. Den Setdesignern ist trotz des niedrigen Budgets mit dem kleinen Küstenort und vor allem mit dem großartig morbide eingerichteten Künstleratelier ein sehr großer Wurf gelungen, der einen Großteil zur Qualität des Filmes beiträgt. Die künstlerische Ambition des Projektes geht gar soweit, dass man dem Film unrecht tut, wenn man ihn lediglich dem Genre Horror zuordnen würde. Nur sehr selten setzt „Messias des Bösen“ auf die typischen reißerischen Schockeffekte seiner Genrekollegen und hebt sich auch aufgrund seines gemächlichen, ruhigen Erzähltempos von anderen Genrevertretern wohltuend ab. Man sollte also keineswegs einen handelsüblichen Horrorfilm erwarten, denn abgetrennte Gliedmassen und Blutfontänen wird man hier so gut wie gar nicht finden. Nichtsdestotrotz herrscht eine permanent bedrohliche Grundstimmung, die wie ein Albtraum über den Zuschauer hereinbricht und ihn so schnell nicht wieder loslässt. Unterstrichen wird dies durch den psychedelischen Score von Phillan Bishop, der mit seinen beunruhigenden Synthesizerklängen jede Situation konsequent düster untermalt.

Einer der Höhepunkt des Filmes ist eine wahnsinnig gut inszenierte Szene, die in einem beinah menschenleeren Kino spielt: Eine von Thoms Begleiterinnen, Toni (Joy Bang), schaut sich alleine einen überzogen brutalen Westernfilm an und ist bis auf einen anderen Besucher der einzige Mensch im ganzen Saal. Während einer wilden Schießerei auf der Leinwand strömen auf einmal Menschenmassen in den Saal, die sich alle mit starrem, verrücktem Blick auf den Sitzplätzen neben der Popcorn kauenden Toni niederlassen. Als dann der erste von ihnen aus den Augen zu bluten beginnt, erreicht die in dieser Szene herrschende, ungemein bedrückende Stimmung ihren beängstigenden Höhepunkt. Es ist ein Glücksfall, dass sich Willard Huyck und Gloria Katz dazu entschieden haben, die Zombies nicht als plakativ schlurfende Untote zu präsentieren, sondern sie sehr menschlich erscheinen zu lassen. Dass die Zombies nur sehr subtil als solche gezeichnet sind, macht ihre Bedrohlichkeit umso wirkungsvoller: Schnell wird klar, dass diese Metaspielerei auch den Zuschauer von „Messias des Bösen“ betrifft. Wie die Zombies auf der Leinwand lechzt der durchschnittliche Horrorfilmkonsument nach Blut und graphischer Gewalt, die sich vor ihm abspielen soll. Er wird also zum Mittäter (Die Botschaft lautet in etwa: „Wegen dir sterben die Menschen auf der Leinwand, nur wegen dir!“) und bekommt somit schonungslos den Spiegel vor Augen gehalten. „Funny Games“ von Michael Haneke lässt schön grüßen. In der Kinoszene wird also intellektueller Anspruch mit Angst einflößendem Horror kongenial verknüpft, was nur sehr selten gelingt und den Film zusätzlich aufwertet.

Nun wird „Messias des Bösen“ erstmals in Deutschland auf DVD veröffentlicht und kommt mit einer verbesserten Bildqualität daher. Leider wirkt selbige aber noch immer erschreckend grisselig und unscharf, daher ist die Restaurierung nur sehr schwer nachzuvollziehen. Die Blu-ray-Veröffentlichung der deutlich älteren James Bond Titel mit Sean Connery hat eindrucksvoll bewiesen, was aus einem alten Master so alles rausgeholt werden kann und lässt „Messias des Bösen“ in dieser Hinsicht sehr alt aussehen. Da ich jedoch die alte Fassung des Filmes nicht als Vergleich vorliegen habe und somit nicht beurteilen kann, wie stark „Messias des Bösen“ optisch aufgewertet wurde, gibt es trotzdem die Durchschnittswertung von 5 Punkten. Die Bildqualität bleibt jedenfalls meilenweit hinter aktuellen Referenztiteln zurück. Was den Ton betrifft, ist die DVD leider eine einzige Katastrophe: Häufig kommt es zu kleinen Tonaussetzern, die sich sehr störend auf den Filmgenuss auswirken und die meiste Zeit über bleibt die Tonqualität eher bescheiden. Schade. Was die Extras angeht, gibt es immerhin ein 20 Minuten langes Making-of, das ziemlich viele Informationen für den interessierten Zuschauer bereit hält und diesem die Entstehungsgeschichte des Filmes sehr anschaulich präsentiert. Allerdings wäre auch hier etwas mehr drin gewesen.

Fazit:
„Messias des Bösen“ ist ein wirklich beeindruckender Kunst-Horror-Hybrid, der leider hierzulande viel zu unbekannt ist. Der bedrückende Küstenort, die unglaublich gruseligen Dorfbewohner und der düstere Score führen zu einem sehr faszinierenden Trip in die Hölle, den man so nur selten erleben kann. Wem experimentierfreudiger Horror und eine dichte Atmosphäre mehr bedeuten als Blut und Schockeffekte, dem ist „Messias des Bösen“ daher sehr zu empfehlen.

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by Jonas Hoppe
Bilder © Alive / Maritim Pictures