Melancholia - DVD

DVD Start: 03.05.2012
FSK: ab 12 - Laufzeit: 130 min

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Inhalt

Justine (Kirsten Dunst) und Michael (Alexander Skarsgard) feiern ihre Hochzeit mit einem rauschenden Fest auf dem Landsitz von Schwester (Charlotte Gainsbourg) und Schwager (Kiefer Sutherland) der Braut. Währenddessen nähert sich der riesige Planet MELANCHOLIA immer weiter bedrohlich der Erde...

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Concorde Home Entertainment
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Deutsch (DTS 5.1)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 2,35:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
- Audiokommentar von Regisseur Lars von Trier
- Vierteiliges Making-of
- Trailer

DVD und Blu-ray | Melancholia

DVD
Melancholia Melancholia
DVD Start:
03.05.2012
FSK: 12 - Laufzeit: 130 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Melancholia Melancholia
Blu-ray Start:
03.05.2012
FSK: 12 - Laufzeit: 135 min.

DVD Kritik - Melancholia

DVD Wertung:
Film: | 10/10
Bild: | 10/10
Ton: | 9/10
Extras: | 7/10
Gesamt: | 9/10


Schöne Schwermut
Manche dürfte es freudig überraschen und zu schätzen wissen, dass Lars von Trier diesmal keine Frau quält. Gut, er schickt seine Heldin in „Melancholia“ in eine tiefe Schwermut, aber sie muss nicht das durchmachen, was andere Heldinnen erdulden mussten. Angesichts dessen, was seinen weiblichen Protagonistinnen in „Antichrist“, „Breaking the Waves“ und „Dancer in the Dark“ widerfahre ist, mutet dieses hier noch harmlos an. Von Trier schickt eine herausragende Kirsten Dunst als Verkörperung des Planeten Melancholia in eine schwere Depression. Erst gegen Ende eröffnet sich dann einem der rätselhafte und mutige Anfang des Filmes. Etwa acht Minuten lang geschieht so gut wie nichts. Dabei ist gerade ein Filmanfang ja entscheidend, ob der Zuschauer dabei bleiben will. Dementsprechend wird gerne eine temporeiche Exposition geliefert oder anhand einiger Schlüsselszenen schon Hinweise auf das kommende gegeben. Hier aber lässt Trier zu Wagnerklängen einfach ganz langsam, scheinbar in Extrem-Zeitlupe, Bilder abfilmen, die offensichtlich nichts mit der Handlung zu tun haben und an Stillleben erinnern, aber wunderschön komponiert sind und faszinieren. Aber auch die Geduld des Zuschauers, der sich immer mehr auf schnelle Bildabläufe konditioniert sieht, herausfordert. Erst spät wird es einem als Zuschauer klar, dass diese lange Anfangsszene den Zuschauer eben auch kongenial auf eine bestimmte Sehens- und Erfahrungsebene geführt hat. Denn die Szenen, oder besser Bilder, schildern das Empfinden der depressiven Heldin, lassen ihr Erlebenstempo empfindbar machen und zeigen das psychische Elend. Das passiert alles schon, bevor man noch um die Heldin und ihre Krankheit weiß. Zu Beginn ist das alles also sehr rätselhaft und man wird ungeduldig. Erst spät merkt man, wie geschickt man von Lars von Trier manipuliert worden ist. Schon in diesen Bildern, eher Fotos ähnlich denn Szenen, zeigt sich wieder einmal das Können von Kirsten Dunst, die viel zu selten Gelegenheit hat zu zeigen, was sie kann. Der ganze Film ist stellenweise quälend und langsam, aber wunderschön gefilmt und lässt den Zuschauer auch bei aller Distanz emotional an die Figuren ran. Auch wenn er sich kräftig dagegen wehrt. Auch die sonstige Cast ist hervorragend. Neben Dunst noch Charlotte Gainsbourg und Kiefer Sutherland in den Hauptrollen, aber gerade bei der Hochzeitsfeier kommen sehr illustre Gäste vorbei, die jeder für sich schon einen ganzen Film wert sind: John Hurt, Charlotte Rampling, Stellan Skarsgard und Udo Kier geben sich die Ehre. Auch wenn der Film entschleunigt ist, so ist er doch eine dichte psychologische Studie, eine philosophische Lehrstunde und ein Fest für das Auge. Selten war der Weltuntergang so schön. Und Lars von Trier hatte es wahrlich nicht nötig, ein Skandal zu entfachen, um diesen Film zu pushen. Qualität spricht für sich.

Das Bild ist sehr gut, der Ton manchmal etwas zu leise geraten. Es gibt viele interessante, aber interviewlastige Extras etwa über Melancholie, ob das Filmgeschehen realistisch ist, über die Kameraarbeit und die optischen Tricks mit CGI. Dann gibt es noch den Trailer und eine Trailershow.

Auch wenn Lars von Trier umstritten ist und polarisiert, ist er doch einer der besten Regisseure unserer Zeit. „Melancholia“ stellt das wieder eindrucksvoll unter Beweis und liefert mit einer herausragenden Kirsten Dunst eine dichte psychologische Studie und philosophische Lehrstunde in wunderschönen Bildern.

by Jons Marek Schiemann
Bilder © Concorde Home Entertainment