Meine Cousine Rachel - DVD

DVD Start: 25.01.2018
FSK: ab 6 - Laufzeit: 102 min

Meine Cousine Rachel DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

MY COUSIN RACHEL erzählt die Geschichte eines jungen Engländers (Sam Claflin), der einen Rachefeldzug gegen seine geheimnisvolle und wunderschöne Cousine Rachel (Rachel Weisz) anzettelt, weil er glaubt, sie habe seinen Vormund ermordet. Doch sein Gefühlsleben gerät völlig durcheinander als er sich rettungslos in sie verliebt und diese Liebe zur Besessenheit wird….

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: 20th Century Fox Home Entertainment
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Italienisch (Dolby Digital 5.1)
Russisch (Dolby Surround)
Untertitel:
Deutsch, Englisch, Italienisch, Russisch
Bildformat: 16:9 / 2,39:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Entfallene Szenen
Promo-Featurettes
Visuelle Effekte
Musikaufnahmen
Audiokommentar von Roger Michell und Kevin Loader
Bildergalerie
Original Kinotrailer

DVD und Blu-ray | Meine Cousine Rachel

DVD
Meine Cousine Rachel Meine Cousine Rachel
DVD Start:
25.01.2018
FSK: 6 - Laufzeit: 102 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Meine Cousine Rachel Meine Cousine Rachel
Blu-ray Start:
25.01.2018
FSK: 6 - Laufzeit: 106 min.

DVD Kritik - Meine Cousine Rachel

DVD Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 7/10
Ton: | 6/10
Extras: | 5/10
Gesamt: | 7/10


„War sie es? Oder war sie es nicht? Wer hat Schuld?“ Mit diesen verheißungsvollen Fragen beginnt „Meine Cousine Rachel“, der nach 1952 bereits zweiten Verfilmung des gleichnamigen Romans von Daphne Du Maurier. Wie auch schon ihre schaurig und aufsehenerregend von Alfred Hitchcock verfilmte Grusel-Romanze „Rebecca“ ist auch diese Geschichte im englischen Cornwall angesiedelt und setzt eine komplexe Beziehung in den Vordergrund, bei der zumindest eine Person nie ganz weiß, ob sie der anderen vertrauen kann.

Rachel Weisz in der Rolle der Rachel Ashley in My Cousin Rachel
Rachel Weisz in der Rolle der Rachel Ashley in My Cousin Rachel © 20th Century Fox Home Entertainment
Diese Person ist Philip (Sam Claflin), der als Waisenkind einst von seinem Cousin Ambrose adoptiert und auf seinem Anwesen in Cornwall aufgezogen wurde. Den weitestgehend ohne Frauen aufgewachsenen Philip erreicht als erwachsener Mann schließlich die Nachricht, dass sein mittlerweile in Florenz lebender Cousin überraschend verstorben ist. Dieser war zuvor mit Philips verwitweter Cousine Rachel (Rachel Weisz) verheiratet, die nun Italien auch schon wieder Richtung Cornwall verlassen hat. Philip ist direkt misstrauisch gegenüber Rachel, die er des Mordes an seinem geliebten Ziehvater verdächtigt. Doch als es zur Konfrontation kommt, fühlt auch der mit Frauen bislang unerfahrene Philip eine unwiderstehliche Anziehungskraft zu der mysteriösen Rachel…

Die anfangs gestellten Fragen schweben die gesamte Laufzeit über dem subtil unheilvollen Szenario, das Regisseur Roger Michell hier mit großer Ruhe und Ambivalenz inszeniert hat. Man braucht ein wenig Zeit und auch Geduld, um in „Meine Cousine Rachel“ hinein zu finden, jedoch entwickelt der Film spätestens im dritten Akt einen feinen Sog, der unter die Haut geht. Der möglicherweise fehlbesetzte Sam Claflin gibt nicht ganz überzeugend den selbstbewussten, aber auch etwas naiven und unreifen Jüngling, bei dem es nicht leichtfällt, Interesse an seiner Figur aufzubauen. Erst mit dem Erscheinen von Rachel wird der Film lebendiger, denn Rachel Weisz fasziniert direkt mit einer mysteriös-magnetischen und sinnlichen Präsenz, die in den Bann zieht.

Philip (Sam Claflin) in My Cousin Rachel
Philip (Sam Claflin) in My Cousin Rachel © 20th Century Fox Home Entertainment
So baut sich langsam eine gegenseitige Anziehung zwischen Philip und Rachel auf, die sich jedoch lange primär nur in Andeutungen darstellt, bis schließlich der erste Kuss ausgetauscht wird. Philip hat das Anwesen von seinem Cousin geerbt, jedoch darf er es erst zu seinem nächsten Geburtstag und dem Erreichen des 25. Lebensjahres in Besitz nehmen. Das bringt natürlich weitere Spannung in das Geschehen, denn Philips anfängliche, durchaus irrational wirkende Rachegelüste und nicht unbedingt schlüssig wirkende Paranoia weichen einem weiteren Extrem: Hat er sich so sehr bis zur jungenhaften Obsession verliebt, dass er sogar in Betracht ziehen würde, die meist in ominösem Schwarz gekleidete Rachel zu heiraten?

Ganz verschwindet das Misstrauen zu Rachel nie – gerade, wenn sie mal wieder ihre geheimnisvollen italienischen Kräutertees braut. Michell inszeniert das so, dass man nie genau weiß, ob Rachel denn nun tatsächlich die gefürchtete schwarze Witwe ist oder eben doch nur eine gutherzige Frau in unglücklichen Umständen – beide Möglichkeiten sind stets glaubwürdig und es liegt am Zuschauer, die ambivalenten Motive dieser Frau zu entschlüsseln. Das liegt natürlich ganz stark an Rachel Weisz, die hier Oscar-würdig aufspielt und nicht nur mit großer Ambivalenz, sondern auch enormer emotionaler Bandbreite begeistert, es jedoch auch nie überspielt. So spielt sich hier viel in kleinen Gesten und subtilen Blicken ab, die Testament für eine überaus präzise Performance sind. Sowohl Verletzlichkeit, Charme und Lieblichkeit als auch Missfallen wechseln sich hier nahtlos miteinander ab. Es liegt immer im Rahmen der Möglichkeiten, dass Rachel lediglich Unabhängigkeit und Freiheit sucht, jedoch dafür keineswegs zu mörderischen Mitteln greifen will.

Louise (Holliday Grainger)
Louise (Holliday Grainger) © 20th Century Fox Home Entertainment
Allerdings gelingt es dem Film in den ersten beiden Dritteln nur bedingt zu packen. Zu ereignislos ist „Meine Cousine Rachel“, zudem transportiert sich die Emotionalität aufgrund geringen Identifikationspotentials mit den Figuren kaum. Letztlich ist hier alles ein Stück weit zu dezent, um wirklich zu begeistern. So ist es aber die unterschwellig unheilvolle Atmosphäre und die misstrauische Spannung zwischen den Figuren, die den Zuschauer hier bei der Stange halten. Michell inszeniert seine Schauerromanze in naturalistischen und unaufdringlichen Bildern, die die mysteriöse Grundstimmung des Films nur nochmal verstärken – das Setting in der rauen britischen Landschaft mit seinen dramatischen Klippen und nebligen Feldern helfen natürlich ebenso wie die kerzenbeleuchteten Landhäuser. Man braucht hier sicher Geduld, doch wenn man erst mal in den Film hineingefunden hat, baut sich schließlich eine unerwartete emotionale Kraft auf, die sogar nachwirkt.

Bild
Die Bildqualität der DVD ist insgesamt solide, ohne das Potential seines Formats wirklich auszunutzen. Insgesamt ist der visuelle Eindruck ein natürlicher, das Bild wirkt wenig stilisiert und dezent. Die Farbpallette ist jedoch reichhaltig und üppig. Kontrast und Schwarzumfang könnten bei der düsteren und häufig nur mit Kerzenschein illuminierte Szenerie etwas stärker ausfallen, ebenso wie die relativ durchwachsenen Schärfe- und Detaillevel, die gelegentlich leicht schwammig wirken.

Ton
Auch der akustische Eindruck der DVD ist weitestgehend eher dezent. Surroundqualitäten kommen hier nur sehr subtil zum Vorschein, insgesamt ist die Abmischung sehr frontlastig und ruhig gehalten. Klarheit und Verständlichkeit bewegen sich insgesamt auf gutem Niveau. Am ehesten sorgt hier noch Rael Jones klassischer Filmscore für Akzente.

Philip (Sam Claflin) und Kendall (Iain Glen)
Philip (Sam Claflin) und Kendall (Iain Glen) © 20th Century Fox Home Entertainment
Extras
Die Sonderausstattung der DVD erweist sich als solider und kurzweiliger Blick hinter die Kulissen. Neben ein paar entfallenen Szenen präsentieren sich mit einer Handvoll ein- bis dreiminütigen Featurettes das Herzstück der Extras. Hier werden Aspekte wie Besetzung, Story, Roman-Autorin Daphne Du Maurier oder die Drehorte vorgestellt. Dann folgt noch ein kurzes Feature, das kommentarlos einen Vorher-/Nachher-Vergleich zu den visuellen Effekten und ein weiterer unkommentierter Blick zu den Aufnahmen der schön klangvollen Filmmusik. Wer noch tiefer in die Materie eintauchen möchte, kann den Film noch mit dem Audiokommentar von Regisseur Roger Michell und Produzent Kevin Loader anhören. Abgerundet werden die Extras von einer Bildergalerie und dem Kinotrailer.
Entfallene Szenen
Promo-Featurettes
Visuelle Effekte
Musikaufnahmen
Audiokommentar von Roger Michell und Kevin Loader
Bildergalerie
Original Kinotrailer


Fazit:
„Meine Cousine Rachel“ ist eine letztlich ansprechende Literaturverfilmung, die mit langsamem und weitestgehend ereignislosem Rhythmus ganz schleichend einen Weg unter die Haut des Zuschauers findet, auch wenn es zunächst nicht den Eindruck macht. Getragen wird dieser atmosphärische und subtile Film von einer herausragenden Rachel Weisz, die mit einer komplexen und facettenreichen Darstellung fasziniert.

by Florian Hoffmann
Bilder © 20th Century Fox Home Entertainment