Margaret - DVD

DVD Start: 07.09.2012
FSK: ab 12 - Laufzeit: 144 min

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Inhalt

Als die 17-jährige Schülerin Lisa (Anna Paquin) mit einem Busfahrer (Mark Ruffalo) flirtet, passiert die Katastrophe: Abgelenkt überfährt er eine Frau, die noch am Unfallort stirbt. Traumatisiert schützt Lisa den Fahrer bei der Vernehmung, doch das Ereignis wirft sie völlig aus der Bahn. Da sie auf Dauer nicht mit der Lüge leben kann, will sie im Nachhinein den wahren Unfallhergang aufklären. Doch von ihrer Aussage hängen die Schicksale vieler Menschen ab. Sie stößt auf Widerstand und erkennt, dass ihre jugendlichen Ideale in der Welt der Erwachsenen nichts verloren haben. Radikal beginnt sie gegen Eltern, Lehrer und Freunde, aber vor allem gegen sich selbst zu rebellieren...

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: 20th Century Fox
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Französisch (Dolby Digital 5.1)
Spanisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch
Bildformat: 16:9 / 1,85:1 Anamorph Widescreen

Video on demand - Margaret

DVD und Blu-ray | Margaret

DVD
Margaret Margaret
DVD Start:
07.09.2012
FSK: 12 - Laufzeit: 144 min.

zur DVD Kritik

DVD Kritik - Margaret

DVD Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 9/10
Ton: | 9/10
Extras: | 0/10
Gesamt: | 8/10


Dass Teenager stellenweise als komplette Monster durchgehen können, werden nicht nur manche Horrorfilme, sondern auch fast alle Eltern bestätigen. Der Hormonschub, das Zweifeln an der Zukunft, das Fremdsein im eigenen Körper, das noch nicht Erwachsensein, aber auch kein Kind mehr sein, die Weichenstellungen für die Zukunft und Abnabelung von den Eltern bei gleichzeitiger Suche nach der Nähe: alles das kann man ja kaum verarbeiten und so sind die Stimmungsschwankungen von Pubertierenden legendär und bei allem Leiden der Umwelt durchaus verständlich. „Margaret“ ist nun ein Drama bei dem es in erster Linie um das Erleben eines Teenagers geht. Und das ist ein Glücksgriff, denn abseits von Horror oder Komödien, werden die kindlichen Erwachsenen hier komplett ernst genommen und die negativen Auswirkungen ihres Verhaltens nicht verschwiegen. Diese stellenweise überlange Charakterstudie zeigt eine eh schon in sich zerrissene Pubertierende bei einer Traumabewältigung. Alle sind schuldig, weil sie erwachsen sind, aber aus ihrer Sicht keine Verantwortung übernehmen wollen oder können. Hier kollidiert das frühe Ideal in seiner Kompromisslosigkeit mit der Wirklichkeitswelt der Erwachsenen, die weniger den Idealen, sondern ihren eigenen persönlichen Wünschen und Zielen folgen. Die Gesellschaft insgesamt ist denen dann ziemlich egal. Die Heldin fühlt sich selber schuldig, macht alle anderen ebenso und kann nicht verstehen, warum sie dann aneckt. Manchmal pflügt sie wie ein Panzer durch die Gefühlswelt der Mitmenschen und misst sie nur an ihren Idealen und ist doch unfähig, eine wirkliche Empathie zu entwickeln. Und daran ist sie den Erwachsenen schon sehr viel ähnlicher als ihr lieb ist. Anstatt Empathie fühlt sie nur Selbstgerechtigkeit, weil sie aus ihrem Fehler lernt und nun alles gut machen will, auch wenn es andere zerstört. Selten hat ein Film so widersprüchliche Emotionen von Teenagern so ernst genommen und so eindringlich geschildert. Das kann einem Filmemacher vollkommen entgleiten und dadurch jegliche Sympathie gegenüber der Heldin vom Zuschauer her verschollen gehen. Da ist aber Anna Paquin ein wahrer Glücksfall. Schon mit zwölf erhielt sie den Oscar für „Das Piano“ als beste Nebendarstellerin und es ist im Grunde sehr erstaulich, dass sie für diesen Film noch nicht einmal eine Nominierung erhalten hat. Vielleicht hat er ja zu sehr darauf gezielt. Aber auch die Nebendarsteller sind extrem gut und die Stars wie Jean Reno, Matt Damon und Matthew Broderick spielen nicht einmal wesentliche Rollen. In diesem Film steht jeder Charakter für sich und obwohl sich jeder nach Kontakt sehnt, fällt doch die Aufnahme zu anderen schwer. Die Großstadt ist quasi eine emotionale Ödnis, wobei das Leben an sich eine Oper ist und in der letzten Szene lernt die Heldin sich dann endlich in andere hinein zu versetzen und erkennt, dass ihre emotionalen Leiden nicht exklusiv sind.

Der Ton und das Bild sind sehr gut, aber leider gibt es überhaupt gar keine Extras. Nichts, nada, niente. Schade.

Manchmal etwas zu lang geraten, glänzt der Film aber durch eine hervorragende Anna Paquin. Endlich ein Film der es wirklich versteht, das Innenleben eines Teenagers abseits von Klischees zu erzählen und gleichzeitig nicht dessen Umwelt zu vergessen.


by Jons Marek Schiemann
Bilder © 20th Century Fox