Mademoiselle Chambon - DVD

DVD Start: 25.02.2011
FSK: ab 0 - Laufzeit: 101 min

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Inhalt

Jean (Vincent Lindon) führt ein geregeltes, ja fast schon eintöniges Leben: Tagsüber arbeitet er auf der Baustelle, die Abende verbringt er mit seiner Familie im Eigenheim. Sein ruhiger Alltag zwischen Familie und Arbeit gerät völlig durcheinander, als er eines Tages Mademoiselle Chambon (Sandrine Kiberlain), der attraktiven und eigenwilligen Lehrerin seines Sohnes, begegnet. Langsam entwickelt sich eine Beziehung zwischen dem zurückhaltenden Jean und der faszinierenden Véronique, die in ihm Gefühle weckt, die er bis dahin nicht kannte. Eine Begegnung, die alles ändern kann – eine Gelegenheit zum Neubeginn oder ein Fehler, den er bereuen wird.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Indigo
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Französisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9
Bonusmaterial:
Kino-Trailer, Trailershow

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DVD und Blu-ray | Mademoiselle Chambon

DVD
Mademoiselle Chambon Mademoiselle Chambon
DVD Start:
25.02.2011
FSK: 0 - Laufzeit: 101 min.

zur DVD Kritik

DVD Kritik - Mademoiselle Chambon

DVD Wertung:
Film: | 10/10
Bild: | 10/10
Ton: | 9/10
Extras: | 6/10
Gesamt: | 8/10


»Madmoiselle Chambon« ist ein äußerst leiser, reduzierter Film über eine Affäre, der dennoch – oder gerade weil er so ruhig und langsam seine Geschichte erzählt – umso näher dran an der Realität zu sein scheint und sein Publikum damit zu fesseln weiß.

Jean hat doch eigentlich nichts zu bemängeln. Er ist Maurer, hat ein Haus, eine Frau, einen Sohn und lebt in geordneten, geregelten Bahnen. Doch was wäre, wenn dieses geregelte Leben zwar beruhigend ist, im Grunde doch aber nur darüber hinwegtäuscht, dass man sich eigentlich doch mehr ersehnt; was ist, wenn der Alltag doch nur davon ablenkt, die Freiheit nicht länger zu suchen, ein kleines Abenteuer zu meiden? Jean weiß von all dem nichts, bis zu dem Tag, als er die Lehrerin seines Sohnes in der Schule antrifft. Ein kurzer Moment nur reicht, um Jeans Interesse zu wecken. Zögerlich beginnen die beiden – Jean und Madmoiselle Chambin – sich näher kennenzulernen. Gefälligkeiten hier und da und doch stets das immer größer werdende schlechte Gewissen: Madmoiselle Chambon, die sich bewusst ist, eine kleine, glückliche Familie zu zerstören, wenn sie weiter auf dem Weg voranschreitet, den sie gerade erst begonnen hat zögerlich abzutasten. Jean, der bemerkt, dass ihm etwas fehlt in seinem Leben – und sich fragen muss, ob das bisschen Leidenschaft es wert ist, Frau und Kind im Stich zu lassen...

Zugegeben, viele Filme, vielleicht zu viele Filme widmen sich immer wieder dem Thema der »Affäre«. Umso erwartbar scheint dieses Thema im Film generell inzwischen auch schon zu sein. Doch Regisseur Stéphane Brizé weiß durchaus, das Thema neu und erfrischend auf die Leinwand zu bringen. Mehr noch, es ist überdies ein Film über eine heimliche Affäre, der dem Thema wohl derzeit gleichsam am besten gerecht wird. Dies beginnt schon bei der Musik: Weitgehend wird auf musikalische Untermalung des Geschehens verzichtet. Schon seit Bresson weiß man doch schließlich, dass Musik die Bilder nur unnötig vollkleisert und übermalt, Emotionen weckt, die in den Bildern selbst gar nicht vorhanden sind. Nicht so bei Brizé, seine Bilder sind voller emotionaler Momente, die keine musikalische Unterstützung brauchen – und wenn doch Musik ins Spiel kommt, dann innerhalb der Bilder selbst: Madmoiselle Chambon spielt Geige und zieht uns damit mitten hinein in ihr zerissenes Gemüt.

Stets und ständig ist man geneigt, sich auf die abzeichnende Katastrophe einzulassen, doch viel passiert nicht. Hier mal Händchen halten, da mal schweigsam den Moment zusammen genießen; erst ganz zum Schluss finden Jean und Madmoiselle Chambon schließlich auch im Bett zusammen – aber dies auch nur, um das ebenso traurige, wie ungewöhnliche Ende vorzubereiten. Alles bleibt so wie es ist und damit bleibt letztlich Alles anders. Das Schlussbild rahmt, ganz ohne Worte und ganz ohne Musik den Zustand von Jean und seiner Ehe absolut treffend ein und entlässt das Publikum mit eben der Zerissenheit, die die Protagonisten während des gesamten Films durchleben mussten. Insofern sei dieser Film all denjenigen ans Herz gelegt, die im Kino vor allem die Macht der Bilder sehen, all die großen Gefühle und Emotionen zum Ausdruck zu bringen, wie man sie hier in »Madmoiselle Chambon« geboten bekommt. Dialogarmut - fehlende Musik - ruhige, langsam Narration, die eher im Stillstand verweilt, als voran zu kommen; und dennoch weiß die Geschichte kraft der eindrucksvollen, perfekt photographierten Bilder von Anfang bis Ende mitzureißen.


by Oliver Tege
Bilder © Indigo




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