MR 73 - DVD

DVD Start: 11.03.2010
FSK: ab 16 - Laufzeit: 125 min

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Inhalt

Schneider (Daniel Auteuil) ist ein Wrack: Verzweifelt am Tod seiner Frau und seinem Kind, desillusioniert durch den verhassten Dienst bei der Polizei. Doch er kann davon ebenso wenig lassen, wie vom Alkohol. Wenn er nüchtern ist, dann ist der ehemalige Elite-Cop noch immer einer der besten Männer der Pariser Mordkomission, der in seiner Laufbahn viele Mörder hinter Gitter gebracht hat. Als eine neue Mordserie mit bizarren Todesfällen beginnt, wird Schneider zu den Tatorten gerufen. Die Morde erinnern ihn an seinen schlimmsten Fall: Charles Subra (Philippe Nohan) war der grausamste Serienkiller, dem er je begegnete. Von seinen zahlreichen Opfern hat nur Justine (Olivia Bonamy) überlebt, deren Eltern von Subra abgeschlachtet wurden. Nun hat Justin panische Angst als nächste dran zu sein, schließlich hat der Mörder ihrer Eltern sie nicht vergessen. Subra sitzt aber noch immer im Knast. Wer steckt also hinter den Morden? Schneider ermittelt bis zur Selbstaufgabe. Noch einmal wird er es nicht zulassen, dass der Mörder zuschlägt ...

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Eurovideo
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Französisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 2,35:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Making of (mit deutschen UT)

Video on demand - MR 73

DVD und Blu-ray | MR 73

DVD
MR 73 MR 73
DVD Start:
11.03.2010
FSK: 16 - Laufzeit: 125 min.

zur DVD Kritik

DVD Kritik - MR 73

DVD Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 8/10
Ton: | 6/10
Extras: | 7/10
Gesamt: | 7/10


Nach einem einschneidenden Erlebnis, das seine Familie zerstört hat, ist der französische Polizeibeamte Schneider (Daniel Auteuil) in die Alkoholsucht abgerutscht. Das führt bei ihm zu regelmäßigen Ausrastern. Nach dem er volltrunken mit gezückter Dienstwaffe einen Linienbus entführt, hilft ihm nur noch sein guter Ruf, den er früheren Erfolgen zu verdanken hat. Das erspart ihm eine Anklage. Doch den Mordfall, an dem er ermittelt, muss er abgeben. Die Arbeit ist aber das letzte, das ihm geblieben ist. So ermittelt er auf eigene Faust weiter. Gleichzeitig spricht ein vor Jahren verurteilter Mörder (Philippe Nohan) bei den Justizbehörden vor, um vorzeitig entlassen zu werden. Die Tochter (Olivia Bonamy) eines seiner Opfer sieht das weniger gerne: Sie fürchtet sich vor dem Mann, den sie bei seiner Tat als kleines Mädchen beobachtet hat. Ein Trauma, das sie bis heute mit sich trägt.

Die Konstellation der Figuren, von der eine abgewrackter ist als die andere, machen schon deutlich, dass es sich bei „MR 73“ um keinen einfachen Gut-gegen-Böse-Krimi handelt. Das unterstreicht von Beginn an auch die dunkle, düstere Atmosphäre, die Regisseur Olivier Marchal für seinen Film gewählt hat. Sie legt er dem Polizisten Schneider direkt zu Anfang die Sätze „Gott ist ein Dreckssack. Irgendwann bringe ich ihn um“ in den Mund. Alles Weitere fügt sich nahtlos in diese morbide Grundstimmung ein. Daniel Auteuil versteht es, auch mit wenigen Worten die Abgründe seines Charakters glaubhaft darzustellen. Das niemals fröhliche Gesicht, getarnt von einer Sonnenbrille, die verhaltenen Reaktionen. Kein anderer Schauspieler hätte diese Rolle noch besser umsetzen können. Auch Olivia Bonamy ist stets authentisch, trägt den Streifen aber nicht, wie es die männliche Hauptrolle tut. Die Handlung, ebenfalls voller Schatten, bietet viel Abwechslung. Da geht es um die aktuellen und um die vergangenen Morde. Da geht es um Opfer und Täter. Da geht es um Polizei und Verbrechen. Trotz dieser vielen Stränge fühlt sich der Zuschauer zu keinem Zeitpunkt verloren. Auch hier ist es die Atmosphäre, die ihn stützt und den Weg weist.
Die stimmige Welt, die einer Texttafel zu Folge auf realen Ereignissen basiert und die durch die interessanten Charaktere ebenso wie den spannenden Mordfällen genährt wird, birgt allerdings auch einige Defizite. Ein düsterer, Einzelgänger mit Alkoholproblemen als Ermittler ist beispielsweise wahrlich keine Neuerfindung des Genres. Darüber ließe sich, angesichts der Inszenierung, jedoch leicht hinweg blicken. Mehr ins Gewicht fallen da die teils plumpen Rückblicke, in denen die vergangenen Ereignisse erzählt oder angedeutet werden. Überhaupt bleibt die Düsternis etwas oberflächlich. Sie beeinflusst zwar die Handlung und speist sich gleichzeitig aus dieser, doch stellenweise, grade zum Ende hin, bleiben Agitationen der Figuren nicht nachvollziehbar. Insbesondere das Finale ist nur mit viel Fantasie verständlich. Auch dienen die Personen lediglich der Geschichte. Das äußert sich darin, dass nahezu alle Gespräche rein auf den Fortlauf dieser getrimmt sind. Dadurch erhält das Werk einen leicht konstruierten Beigeschmack.
Unterm Strich bleibt „MR 73“ jedoch ein besserer Thriller, der durch seine Atmosphäre und Spannung den Zuschauer bindet.

In einem beiliegendem Making-Of gibt Regisseur Marchal bekannt, er habe „diesen Film ausgekotzt“. Das visuell umzusetzen, ist ihm deutlich gelungen. Auch dass er kein Blatt vor den Mund (beziehungsweise die Kamera) nimmt, trägt dazu bei: So ist unter Anderem die Nahaufnahme einer Geburt zu sehen. Und damit ist der Zeitpunkt gemeint, bei dem das Neugeborene aus der Mutter heraus kommt. Die Bildtechnik mit ihren wenigen Farben und vielen Nachtszenen nimmt somit einen elementaren Teil des Gesamtkunstwerks ein.
Der Ton bleibt dagegen stärker im Hintergrund und tritt wenig in Erscheinung.
Als Bonusmaterial liegt der DVD zwar nur ein Making-Of bei, dieses ist mit einer Laufzeit von fast einer Stunde aber sehr ausführlich ausgefallen. Auch inhaltlich kann es überzeugen. Beispielsweise gewährt es interessante Einblicke in die Rollenverständnisse von Regisseur und Schauspielern. Was dagegen fehlt, ist eine Funktion auf französische Untertitel.

Fazit
„MR 73“ ist ein düsterer, morbider Krimi, der durch Spannung und Atmosphäre besticht. Gleichzeitig aber keine Revolution seines Genres.


by Bastian Gabrielli
Bilder © Eurovideo




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