Lust ohne Grenzen - DVD

DVD Start: 01.02.2013
FSK: ab 18 - Laufzeit: 88 min

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Inhalt

Nach einer Reihe von One-Night-Stands trifft Laura auf Arturo. Sie lieben sich das erste Mal und Arturo eröffnet ihr eine Welt, die die ihre völlig auf den Kopf stellt. Sie stürzen sich in eine intensive, leidenschaftliche und sexuelle Grenzen auslotende Beziehung, in der sich Lust, Schmerzen und Liebe vereinigen. Laura zählt jedoch die Tage bis zu einem mysteriösen Datum, die sie gewissenhaft in ihrem Kalender ausstreicht. Der Countdown jedoch lässt Arturo in seinen Sexspielen immer extremer werden...

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Alive AG / Neue Pierrot Le Fou
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Spanisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 2,35:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
- Making of
- Musikvideo
- Trailer

DVD und Blu-ray | Lust ohne Grenzen

DVD
Lust ohne Grenzen Lust ohne Grenzen
DVD Start:
01.02.2013
FSK: 18 - Laufzeit: 88 min.

zur DVD Kritik

DVD Kritik - Lust ohne Grenzen

DVD Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 7/10
Ton: | 7/10
Extras: | 4/10
Gesamt: | 7/10


„Lust ohne Grenzen“ ist ein mexikanischer Film, dessen reißerischer deutscher Titel etwas in die Irre führt. Ja, es geht um eine Lust, die langsam keine Grenzen mehr kennt und bei der sich die erotischen Spiele der Protagonisten immer mehr in ein sadistisch-masochistisches Verhältnis verkehren. Es geht jetzt aber weniger darum, wie jemand Lust an den Praktiken entwickelt. Das kommt zwar zur Sprache, ist aber nicht das wesentliche Thema, da hier der Sex in das Gesamte eingebettet ist. Es geht nämlich vorrangig um Einsamkeit. Da ist gerade der Beginn sehr gelungen. Man sieht die Heldin Laura in einem riesigen Supermarkt verloren mit ihrem Einkaufswagen hin und her gehen. Als sie dann vor einem Regal stehen bleibt, packt sie erst einen Karton (vermutlich eine Packung mit Fertignudeln) ein, nach etwas Überlegen einen weiteren, bis sie schließlich eine ganze Handvoll mitnimmt. Das sagt schon viel über die Figur aus, mit ihrer Unentschlossenheit und einem gewissen Fatalismus. Wozu kochen? Wozu Abwechslung? Es ist doch alles einerlei. Sie scheint bereit zu sein, eine ganze Woche lang dasselbe zu essen. Dann wird sie auf einen jungen Mann aufmerksam und folgt ihm permanent mit ihren Blicken. An der Kasse achtet sie weniger auf ihren Einkauf, sondern nur auf den Mann. Als sie den Supermarkt verlässt, sieht man wie sie innehält und enttäuscht um sich herum blickt. Offensichtlich ist der Mann verschwunden. Der Anfang ist ganz stark und fasst schon vieles über die Figur zusammen. Leider entwickelt sich diese im Laufe des Filmes dann nicht wesentlich weiter. Zunächst einmal spielt der Rest des Streifens in der kleinen Wohnung der Frau und die Kamera verlässt diese Wände nicht. Was produktionsökonomisch und logistisch eine gute Lösung ist, wird allerdings für das Auge des Zuschauers schnell langweilig. Immerhin vermag so mit filmischen und stilistischen Mitteln die starke Einsamkeit und die Trostlosigkeit des Charakters vermittelt zu werden. Nichts ändert sich und die Heldin treibt nur vor sich hin. Sie beginnt zu lügen und Geschichten zu erfinden, einfach weil sie sich selber gegenüber anderen interessanter machen will und sie somit ihrem Leben etwas mehr Pepp verleiht. Diese Lügen beziehen sich auch auf ihre eigenen Familienmitglieder. Leider macht sie das, als die einzige wirkliche Figur in dem Film, zunehmend unsympathisch und nervig. Langsam verliert man die Lust an dem Charakter und auch daran seiner Entwicklung beizuwohnen. Laura holt sich immer wieder Männer in die Wohnung, die aber allesamt Reinfälle sind. Hier tritt ein Paradox auf: sie will eine funktionierende Beziehung und ein Familienleben (so masturbiert sie bei dem Anblick einer glücklichen Ehe), tut aber nichts, um sich ihren Männerbekanntschaften gegenüber emotional zu öffnen. Sie sucht dann lieber Extreme und lässt sich auf die Sexspiele mit Sadismus und Masochismus ein. Sie engt sich immer mehr selber ein, verlässt die Wohnung gar nicht mehr und auch die immer stärker werdende Gewalt reicht ihr irgendwann nicht mehr. Das ist ja alles recht interessant und auch ganz gut gefilmt, aber für den Zuschauer sehr sperrig. Die Trostlosigkeit überträgt sich zwar hervorragend, aber man will auch eine Entwicklung sehen und wie man der Situation entfliehen kann. Im Laufe des Filmes entfernt sich der Zuschauer somit immer mehr von den Figuren und es lässt einen gegen Ende vieles kalt. Die langen, engen, kalten Kameraeinstellungen geben auch keinen Zugang und auch die Sexszenen sind traurig und von Trostlosigkeit ergriffen. Es gibt wohl selten einen Film, der Einsamkeit so gut greifbar macht. Aber selten einen, der dem Zuschauer auch alle Zugänge versperrt. Schade. Dennoch gewann 2010 der Film von Michael Rowe, der hier seine eigene Einsamkeit nach der Immigration nach Mexiko aufarbeitet, die Camera D`Or in Cannes sowie den Ariel Award (Mexiko) für das beste Erstlingswerk.

Das Bild und der Ton sind sehr gut. Das Making Of beinhaltet einige interessante Ansichten der Darsteller und des Regisseurs über die Charaktere und dann gibt es noch ein Musikvideo und Trailer. Insgesamt nicht schlecht, aber auch nichts Besonderes.

Selten wurden Einsamkeit und Trostlosigkeit so hautnah auf die Leinwand gebannt. Leider gibt es dann im Laufe des Filmes kaum eine Entwicklung und so entfremdet man sich immer mehr von den Figuren.

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by Jons Marek Schiemann
Bilder © Alive AG / Neue Pierrot Le Fou