Lovelace - DVD

DVD Start: 16.01.2014
FSK: ab 16 - Laufzeit: 89 min

Lovelace DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

Die streng religiös aufgewachsene Linda verfällt dem charismatischen Chuck und zieht für ihn nach New York. Ihm zuliebe fängt sie an in Pornofilmen mitzuspielen und Chuck wird nicht nur ihr Ehemann, sondern ebenso ihr gewalttätiger Manager und Zuhälter. Der plötzliche Erfolg von „Deep Throat“ zieht die naive Linda immer tiefer in den Strudel von Sex, Gewalt und Drogen.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Studiocanal Home Entertainment / Planet Media
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 1,85:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
- Trailer
- Making Of
- Behind the Scenes
- Featurette
- Interviews
- Pressekonferenz

DVD und Blu-ray | Lovelace

DVD
Lovelace Lovelace
DVD Start:
16.01.2014
FSK: 16 - Laufzeit: 89 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Lovelace Lovelace
Blu-ray Start:
16.01.2014
FSK: 16 - Laufzeit: 93 min.

DVD Kritik - Lovelace

DVD Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 7/10
Ton: | 7/10
Extras: | 5/10
Gesamt: | 7/10


Geschichte einer Kehle - Linda Lovelace ist eine Ikone. Zwar würde man heutzutage nicht mehr unbedingt ihr Gesicht vor Augen haben, wenn man den Namen hört, aber doch wird sie assoziiert mit den 1970ern, der sexuellen Revolution und des frühen Feminismus. Und alles nur, weil sie in einem einzigen Porno, nämlich dem legendären „Deep Throat“ mitgewirkt hatte, der Porno salonfähig machte und eine weltumspannende Diskussion über Sex und Kunst, sexuelle Selbstbestimmung und Feminismus lostrat. Linda Lovelace wurde aus Geldmangel von ihrem Ehemann zu dem Film gedrängt, weil sie eine sexuelle Technik besonders gut konnte. Danach trat sie nie wieder in einem Porno auf. Das Biopic „Lovelace“ ist denn auch nicht für Voyeure gedacht. Es gibt keine Sexszenen und erst recht keine Pornoszenen, aber wer Amanda Seyfried schon gerne in „Chloe“ nackt gesehen hätte, der kommt hier nun auf seine Kosten. Wenngleich sie ihre Haare gefärbt hat und nicht in ihrer natürlichen Schönheit auftritt. Aber hier gibt es keinen Erotikfilm zu sehen, sondern ein Drama über eine sehr unsichere junge Frau, die aus ihrem restriktiven Elternhaus fliehen will und langsam Sex als ein Mittel dazu entdeckt. Leider gerät sie in die Hände eines soziopathischen Ehemanns und sie wird in dieser destruktiven Ehe immer mehr in Richtung Porno und Prostitution gedrängt. Gerade das Thema der Gewalt in der Ehe ist immer noch aktuell, aber warum Lovelace, abgesehen von der Angst, so lange bei dem Mann aushält wird nie sonderlich klar. Leider kommt auch die sexuelle Revolution nur am Rande vor und was der Film „Deep Throat“ auslöste wird eher anhand des Glamours anstatt der Diskussionen um ihn deutlich gemacht. In nur wenigen Sequenzen wird angedeutet, dass selbstbestimmter Sex ein Akt der Freiheit sein kann und auch wenn Lovelace das will, so ist doch der ganze ausbeuterische Aspekt dazu geneigt diese Freiheit zu verdammen. Im Grunde ist Lovelace noch heute ein Symbol dafür, was Linda selbst den Rest ihres Lebens vehement bekämpfte: Porno und sexuelle Selbstbestimmung. Zunächst gibt einem der Film ein gewisses Rätsel auf, denn man hastet nur so durch die Stationen, um dann eine ungewöhnliche Struktur zu bekommen. Es gibt einen Zeitsprung in die Zukunft und dann direkt wieder in die Vergangenheit, was zunächst völlig unverständlich und sinnlos zu sein scheint. Scheint. Denn der Film zerfällt zwar durchaus in zwei Hälften, aber nun werden im letzteren Teil die Schattenseiten des Ruhms gezeigt. Manche Szenen werden geringfügig erweitert mit anderen Szenen und zeigen eine ganz andere Seite dessen, was wirklich geschehen ist. Dort hat man also die Fassade, den Glamour, den Spaß am Sex, den Erfolg und die Liebe. Aber das ist nur Schein, denn ansonsten herrscht dort Elend, Furcht, Gewalt, Zweifel, Missbrauch, Vergewaltigung, etc. Die bereits gezeigten Szenen werden komplett neu interpretiert und so gelingt es dem Film hinter die Fassade, hinter das Image von Linda Lovelace zu blicken und eine zutiefst verwundete Person auferstehen zu lassen. Das ist zwar sehr geschickt und lässt einen hinter die Dinge blicken, aber leider kann der Film zu keinem Thema richtig Stellung beziehen und tendiert eher in eine konservative Richtung. Aber immerhin sind die Darsteller hervorragend.

Der Ton und das Bild sind gut, wenngleich nicht unbedingt herausragend. Aber es gibt recht viele, zum Teil gelungene Extras. Neben dem obligatorischen Trailer gibt es ein gutes Making Of zu entdecken. Das Behind the Scenes zeigt nur vereinzelte Filmschnipsel von den Dreharbeiten und sind nicht mehr als Impressionen. Das Featurette welches nicht näher bezeichnet ist, ist fast deckungsgleich zu dem Making Of und die Leseprobe ist unleserlich klein und schwer zu navigieren. Die Interviews und die Pressekonferenz sind recht interessant aber auf Dauer etwas ermüdend.

Ein gelungenes Biopic mit einer überraschenden aber wirkungsvollen Struktur und sehr guten Darstellern. Nur kann der Film keine Stellung beziehen und findet so nicht wirklich sein Thema.

by Jons Marek Schiemann
Bilder © Studiocanal Home Entertainment / Planet Media