Love Exposure (OmU) - Edition Asien - DVD

DVD Start: 20.05.2011
FSK: ab 16 - Laufzeit: 237 min

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Inhalt

Yu ist eigentlich ein braver Schüler, der um die Aufmerksamkeit seines Priester-Vaters jedoch mit kleineren und größeren begangenen Sünden buhlt. Vor allem sexuelle Entgleisungen scheinen dem Vater Zuneigung zu entlocken. Als er bei einem seiner voyeuristischen Streifzüge auf seine große Liebe Yoko trifft, wird es kompliziert: Sie ist die Tochter der Affäre seines Vaters, die von nun an mit ihm unter einem Dach lebt. Als seine ganze neue Familie von einer wahnsinnigen Sekte gekidnappt wird, beginnt für Yu der große Kampf um seine Liebe.

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DVD Details

Medienanzahl: 2
Regionalcode: 2
Vertrieb: Alive / Rapid Eye Movies
Tonformate:
Dolby Digital 5.1 (Japanisch)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 2,35:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
- Deleted Scenes
- Dokumentation
- Kinotrailer

Video on demand - Love Exposure

DVD und Blu-ray | Love Exposure (OmU) - Edition Asien

DVD
Love Exposure Love Exposure
DVD Start:
05.02.2010
FSK: 16 - Laufzeit: 237 min.

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Love Exposure (OmU) - Edition Asien Love Exposure (OmU) - Edition Asien
DVD Start:
20.05.2011
FSK: 16 - Laufzeit: 237 min.

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DVD Kritik - Love Exposure (OmU) - Edition Asien

DVD Wertung:
Film: | 4/10
Bild: | 7/10
Ton: | 7/10
Extras: | 5/10
Gesamt: | 5/10


Love Exposure ist ein Film, der zumindest dahingehend gelungen ist, dass er niemand kalten lassen wird und bei jedem Zuschauer eine Reaktion provoziert. Dabei werden wohl zwei Tendenzen vermehrt auftreten: Die Einen werden Sion Sonos Werk abgöttisch lieben für seine Verrücktheit und die Tatsache, dass sich Love Exposure in keine Schublade pressen lässt, für die bunte Optik, die skurrilen Figuren und Motive. Wer allerdings Substanz erwartet, wird von Love Exposure enttäuscht werden.

Zu den Fakten: Stolze vier Stunden Laufzeit weist Sonos Werk auf und brennt ein Feuerwerk der skurrilen Einfälle ab, nutzt und kombiniert verschiedenste Motive und wirkt in seinem Patchwork-Stil äußerst postmodern. Sono experimentiert mit Perspektiven, Jump-Cuts und anderen Schnitten und ist auch inhaltlich unkonventionell, denn hier werden bunt Coming of Age-Drama mit Splatterfilm, Thriller und romantischer Komödie verbunden und zusätzlich noch mit asiatischer Lebensfreude und Expressivität verknüpft. Wer dieser entfesselten Form etwas abgewinnen kann wird Love Exposure lieben.

Soviel zu den guten Seiten, denn die Ausführung der Kritikpunkte benötigt mehr Platz. Das Problem von Love Exposure heißt Sion Sono, ist Regisseur und Drehbuchschreiber. Natürlich ist Sono ein talentierter, ein unkonventioneller Filmemacher, Love Exposure offenbart jedoch seine Schwachstellen. Sonos Film ist der beste Beweis, dass unzählige Inszenierungsstile eben auch stillos sind. Bunt, wild, aber gerade auch wirr wird hier alles durcheinander gepanscht, ohne Zusammenhalt, ohne äußere Form und oftmals auch äußerst selbstzweckhaft. Sonos Inszenierung wirkt in der fast schon kindlichen Begeisterung, sämtliche Möglichkeiten des Filmemachens auszunutzen, reichlich wahllos.

Viel schwerwiegender ist jedoch die Tatsache, dass es Sonos Drehbuch nicht schafft, in immerhin vier Stunden Spielzeit (!) eine anständige Geschichte zu erzählen. Diese besteht aus unzähligen Nebenplots, denen eindeutig viel zu viel Raum gelassen wird, in denen sich die Grundhandlung regelrecht verirrt und verheddert. Dies ist kein Ergebnis des Zufalls, sondern hat einen simplen Grund: Vom Thema Liebe weiß Love Exposure überhaupt nichts. Die Liebe ist über einen Großteil der Laufzeit ein einfacher McGuffin, ein vages Ziel, dass die Handlung antreiben soll, um etwas ganz anderes zu erzählen. Als bloßer Vorwand für einen möglichst flippigen Plot versagt das Thema, weil Love Exposure völlig gehaltlos daherkommt, unzählige Ideen zusammenfügt, dabei aber jegliche Homogenität vermissen lässt. Selbst wenn der Film dann im Finale zum eigentlichen Thema zurückfindet, bleibt Liebe eine bloße Behauptung. Dies ist ein Problem, dass durch die Charakterzeichnung entsteht. Die Figuren verfügen kaum über Profil, definieren sich ausschließlich über ihre Funktionen, haben kaum fassbare Eigenschaften und wirken in der ohnehin völlig künstlichen, weil gänzlich überdrehten Welt des Films eben auch völlig unnatürlich. So entsteht keinerlei Bindung zum Zuschauer.

Fazit: Trotz interessanten handwerklichen Elementen wie der Kameraarbeit, dem Schnitt und dem Szenenbild ist Love Exposure ein unterdurchschnittlicher Film, wenn man nicht nur bunte Bilder, sondern Substanz erwartet. Sonos Werk ist stilistisch interessant, aber gehaltlos.

Bild- und Tonqualität der auf 2 DVDs gepressten Veröffentlichung sind gut, als Bonusmaterial sind einige Deleted Scenes und eine 36-minütige Dokumentation enthalten. Letztere wirkt allerdings sehr oft recht unpointiert und wahllos zusammengeschnitten.


by Tom Schünemann
Bilder © Alive / Rapid Eye Movies