Loro - Die Verführten - DVD

DVD Start: 29.03.2019
FSK: ab 12 - Laufzeit: 151 min

Loro - Die Verführten DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

Italien vor zehn Jahren. Jeder korrumpiert jeden. Getrieben von maßloser Gier nach Reichtum, Macht und rauschhaftem Sex, totaler Entgrenzung und ewiger Jugend suchen sie alle die Nähe ihres Cavaliere Silvio Berlusconi: Sergio, der kleine Call-Girl-Ring-Betreiber aus Apulien, Ramsch-Bild des italian lovers, mit seinen zugekoksten Mädchen und seiner durchtriebenen Co-Intrigantin Tamara ebenso wie die ausgebufften Politgreise Roms, die es nicht lassen können, sich an die Macht durchzustechen. Es ist ein Reigen aus ungestillten Sehnsüchten und schillernder Dekadenz, moralischem Abschaum und lasziv zuckenden Körpern, der sich wie magisch angezogen immer enger um „IHN“, den Mächtigsten des Landes und größten Medien-Moguls Europas schließt. „ER“ versteht als Einziger ihre Ängste und Hoffnungen und verheißt jedem in seinen kitschbunten TV-Shows das Glück im Spaß-Paradies, das er ihnen hemmungslos vorlebt.
In Wahrheit brütet der geniale Traum-Verkäufer mit dem perückenhaft gefärbten Haar einsam auf seiner atemberaubenden Sommerresidenz in der sardischen Sonne - abgewählt, ausgebrannt, zahn- und ratlos, verfolgt von zahllosen Anklagen. Veronica, die wundervolle Ehefrau, die er liebt, verachtet ihn und will ihre Würde zurück. Doch als er Wind davon bekommt, dass ein enger Vertrauter in Rom drauf und dran ist, ihm das Messer in den Rücken zu jagen, erwacht sein Stolz zu neuem Leben. Angestachelt vom Reigen der Jungen und Schönen, der nach Erlösung lechzenden Korrupten und Dekadenten, entschließt sich Silvio Berlusconi, seinen Verkäuferinstinkt wieder von der Leine zu lassen und die Macht erneut an sich zu reißen.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universum Film / dcm
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Italienisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 2,40:1 Anamorph Widescreen

DVD und Blu-ray | Loro - Die Verführten

DVD
Loro - Die Verführten Loro - Die Verführten
DVD Start:
29.03.2019
FSK: 12 - Laufzeit: 151 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Loro - Die Verführten Loro - Die Verführten
Blu-ray Start:
29.11.2018
FSK: 12 - Laufzeit: 157 min.

DVD Kritik - Loro - Die Verführten

DVD Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 10/10
Ton: | 10/10
Extras: | 0/10
Gesamt: | 7/10


In „Loro – Die Verführten“ widmet sich Oscarpreisträger Paolo Sorrentino („La Grande Bellezza - Die große Schönheit“) dem ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi (Toni Servillo) und folgt dabei den Zielen verschiedener Figuren, die allesamt Italiens Faszination für Macht, Geld und Sex wiederspiegeln. So träumt der Bauunternehmer und Callgirl-Ring Betreiber Sergio (Riccardo Scamarcio) vom finanziellen und gesellschaftlichem Aufstieg, den er mit der Hilfe von Berlusconi erreichen möchte. Um sein Ziel zu erreichen und Berlusconis Aufmerksamkeit zu erlangen, mietet er schließlich eine Villa direkt neben dessen Anwesen auf Sardinien. Währenddessen hat der ehemalige Ministerpräsident mit der zunehmenden Distanzierung und Verachtung seiner Ehefrau Veronica (Elena Sofia Ricci) zu kämpfen und auch die Klagen gegen ihn häufen sich. Um genau dem zu trotzen und auch sich selbst zu beweisen, dass der beste Verkäufer Italiens immer noch seinem Ruf gerecht wird, beschließt Berlusconi ein politisches Comeback zu wagen.

Szene aus Loro
Szene aus Loro © dcm
In Sorrentinos neuestem Werk geht es wie schon der Name „Loro“ übersetzt andeutet um „sie“ (3. Person Plural), die sowohl Italiens Bevölkerung, als auch Männer wie Sergio oder politische Akteure sind und allesamt Berlusconis Verführungskünsten erliegen. Dabei scheint Sorrentinos Plan mithilfe von zusätzlichen Figuren eine Geschichte rund um Italiens berüchtigtsten und berühmtesten Ministerpräsidenten zu erzählen zunächst unkonventionell und erfolgversprechend. Auch das Cast von „Loro“ spiegelt dies wieder und kann auf ganzer Linie überzeugen. So wird Berlusconi von Toni Servillo verkörpert, der auch schon 2008 in Sorrentinos „Il Divo“ den Ministerpräsidenten Giulio Andreotti spielte und hier die Figur des charismatischen Cavaliers zum Besten gibt.

Auf audiovisueller Ebene ist der Film ein spektakuläres Meisterwerk, das den Hedonismus seiner Protagonisten perfekt einfängt und dabei zwischen Bunga-Bunga Partys, Bollywood anmutenden Tanz- und Gesangsszenen sowie höchst diplomatischen Gesprächen hin und her wechselt. Dabei können vor allem die Schnitte überzeugen, die so raffiniert gesetzt sind, dass sich beispielsweise in den Himmel steigende Trümmer eines verunglückten LKWs im nächsten Moment in herunterfallende Ecstasy Pillen verwandeln. Bei einer der größten Party Szenen auf Sergios Anwesen werden alleine drei verschiedene Songs integriert, die der ganzen Sequenz ein Musikvideo ähnliche Optik verleihen.

Szene aus Loro
Szene aus Loro © dcm
Dabei inszeniert Sorrentino seinen Film getreu dem Motto „Mehr ist mehr“ und spart keine Mühen, um dem Größenwahn seiner Protagonisten gerecht zu werden. Als eine Art Leitmotiv fungiert hier beispielsweise ein nachgebauter Vulkan von dem Berlusconi an mehreren Stellen der Handlung erzählt.

Während auf auditiver und visueller Ebene die inhaltliche Leere und Machtgier der Protagonisten perfekt dargestellt wird, passiert dramaturgisch jedoch leider wenig. So kommt es, dass „Loro“ in seinen besten Momenten dem Zuschauer zwar ein glaubwürdiges Bild der Oberschicht und dessen Partys samt zahlreicher Frauen und Drogen liefert, aber inhaltlich eben auch nur an der Oberfläche kratzt. Figuren wie Sergio oder Berlusconis Affäre Kyra werden das ganze erste Drittel des Filmes begleitet, nur um anschließend fast gänzlich aus der Handlung zu verschwinden. So werden Spannungsbögen und Handlungsstränge kreiert, die letztlich ins Leere laufen, was „Loro“ stellenweise sehr langatmig macht.

Szene aus Loro
Szene aus Loro © dcm
Als einziger inhaltlicher Hoffnungsschimmer stellt sich die Handlung zwischen Berlusconi und seiner Ehefrau Veronica heraus. So werden ihre Träume und Bedürfnisse von ihrem Ehemann komplett ignoriert, weshalb sie sich immer mehr von diesem distanziert. Veronica ist auch die einzige Person, die sich Berlusconis Verführung entzieht, womit sie zum Sprachrohr für die Kritik an diesem wird. Mit ihr wird auch das in „Loro“ zentrale Thema von Vergänglichkeit deutlich: Sie ist nicht mehr die junge Frau von damals, muss dabei zusehen, wie ihr Mann jüngere Frauen verführt. Doch das Alter hat auch Berlusconi selbst gezeichnet, der kaum noch Haare hat und sich von einem jungen Mädchen sagen lassen muss, er rieche wie ihr Opa. Es sind diese, wenn auch seltenen Stellen, die dramaturgisch funktionieren, da sie eben nicht bloß Berlusconi feiern, sondern auch das absurde und lächerliche an ihm und Italiens High Society zeigen. Dennoch bewegt sich „Loro“ auf einer schmalen Linie, indem Sorrentinos faszinierende Bilder und der coole Soundtrack Gefahr laufen Berlusconi als eine Art „Wolf of Wallstreet“ darzustellen, mit dem das Publikum sympathisieren könne. Letzten Endes wird so auch der Zuschauer zum „Verführten“ und muss aufpassen zwischen Spaß und Lust auch die Gesellschaftskritik, die Sorrentino hier sehr anspruchsvoll versteckt formuliert, zu erkennen.

Bild: Durchweg sehr gute Qualität.

Ton: Gut ausbalancierter Ton.

Extras: Keine enthalten.


Fazit:
Audiovisuell reiht sich „Loro“ nahtlos in die Reihe von Sorrentinos vorherigen Filmen ein und kann durch eine einzigartige Atmosphäre und Optik überzeugen. Inhaltlich gleicht der Film jedoch stellenweise der inhaltlichen Leere seiner Protagonisten. Dennoch wird hier Spaß, Dekadenz, Lust und Gier so einzigartig inszeniert, dass man sich als Zuschauer nur schwer der „Verführung“ entziehen kann.

by Christina Schmitz
Bilder © Universum Film / dcm