Leave No Trace - DVD

DVD Start: 17.01.2019
FSK: ab 6 - Laufzeit: 104 min

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Inhalt

Die jugendliche Tom (Thomasin Harcourt McKenzie) und ihr Vater Will (Ben Foster), Kriegsveteran, leben seit vielen Jahren unentdeckt in Forest Park, einem riesigen Waldgebiet am Rande von Portland, Oregon. Eine zufällige Begegnung führt zu ihrer Entdeckung und zur Betreuung durch die Sozialbehörde. Sie versuchen sich an ihre neue Umgebung anzupassen, bis eine unerwartete Entscheidung sie auf einen gefährlichen Weg zurück in die Wildnis führt – und sie zwingt, sich mit dem widerstreitenden Wunsch, Teil der Gesellschaft zu sein und dem heftigen Verlangen, abseits zu leben, auseinandersetzen zu müssen.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Sony Pictures Entertainment
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Russisch (voice-over) (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch, Englisch, Französisch, Dänisch, Estnisch, Finnisch, Holländisch, Lettisch, Litauisch, Norwegisch, Russisch, Schwedisch, Türkisch, Ukrainisch
Bildformat: 16:9 / 1,85:1 Anamorph Widescreen

DVD und Blu-ray | Leave No Trace

DVD
Leave No Trace Leave No Trace
DVD Start:
17.01.2019
FSK: 6 - Laufzeit: 104 min.

zur DVD Kritik

DVD Kritik - Leave No Trace

DVD Wertung:
Film: | 9/10
Bild: | 9/10
Ton: | 9/10
Extras: | 0/10
Gesamt: | 9/10


"Leave No Trace" ist ein typischer Indie-Streifen, Festival-Liebling und Geheimtipp für alle, die Filme nicht nur nach ihren bombastischen Ausmaßen, Nervenkitzel oder Chillout-Tauglichkeit beurteilen. Klassischerweise startete jener am 17.01.2019 auch nur auf DVD. Dass Familiendramen darüber hinaus nicht einmal kitschig sein müssen, um den Zuschauer mitzunehmen, ist eine weitere Erkenntnis, die für diesen Film spricht. Und dennoch ist er emotional anspruchsvoll.

Ben Foster und Thomasin McKenzie in Leave No Trace
Ben Foster und Thomasin McKenzie in Leave No Trace © Abandonment, LLC. All Rights Reserved.
Im Roman von Peter Rock lebt die heranwachsende Tom (Thomasin Harcourt McKenzie) mit ihrem Vater Will (Ben Foster) im Wald. Ihr Leben, so hart es mit kaum vorhandenen Konsumgütern oder Elektrizität auch sein mag, wird in den ersten Szenen harmonisch dargestellt. Erst nach und nach werden die Beweggründe für diese Lebensweise ein wenig mehr durchleuchtet. Bekannt ist jedenfalls, dass Kriegsveteran Will sich vollkommen freiwillig für dieses Leben entschieden hat und seine 13-jährige Tochter nichts anderes kennt. Eines Tages werden sie von Behörden aufgegriffen - Tom soll zur Schule und Will arbeiten gehen.

Bis hierhin lassen sich schnell Parallelen zu anderen Filmen ziehen - inhaltlich natürlich zu "Captain Fantastic". Und angesichts der jungen, unbekannten aber begnadeten Newcomerin erinnert der Film an "Winter’s Bone“, der ebenfalls von Regisseurin Debra Granik stammt. Dieses Drama stellte die Weichen für Jennifer Lawrences beispiellose Karriere. Verdient hätte dies Thomasin McKenzie genauso, auch wenn ihr Schauspiel hier dezenter ausfällt. Doch genau diese Subtilität seitens der authentischen Charaktere und deren Lebensweise ist der große Pluspunkt des Films. Kein Moment wird auf kitschige oder spektakuläre Art ausgekostet.

Dale Dickey und Thomasin McKenzie in Leave No Trace
Dale Dickey und Thomasin McKenzie in Leave No Trace © Abandonment, LLC. All Rights Reserved.
Ebenso gefällt der unkonventionelle Verlauf von "Leave No Trace". Immer wenn man denkt, so könne es weitergehen oder es sei ein leises Happy End in Sichtweite, überrascht das Drama. Wirklich nachvollziehbar sind Wills Beweggründe angesichts der spärlichen Informationen den ganzen Film über nicht. Vor allem beim extremen Ende verlangt es dem Zuschauer schon einiges an Einfühlungsvermögen ab. Der Fingerzeig aber deutet immer wieder auf Wills posttraumatische Belastungsstörung. Vor dem Hintergrund erscheinen dann einige Szenen besonders tragisch, als dass sich nicht richtig darum gekümmert wird. Jegliche Hilfe scheint standardisiert und wird - wenn auch freundlich - aufgedrückt ohne auf die genauen Bedürfnisse einzugehen. Regisseurin Debra Granik setzt damit auf unterschwellige politische und gesellschaftliche Botschaften.

So schafft es der Film auf erstaunliche Weise, dass wir auch unsere Bräuche mit anderen Augen sehen und erkennen, wie seltsam oder ohne Feingefühl sie erscheinen mögen. Das erkennt man z.B. wenn der naturverbundene Will Bäume für unser aller Weihnachtsfest fällen muss, was schon beim hinschauen weh tut. Ähnliches gilt für die Befragungen der Behörden, wenn nämlich Toms Vater völlig verloren zwischen all der PC-Ausrüstung sitzt und von einer monotonen Computer-Stimme persönliche Fragen gestellt bekommt - die er innerhalb von drei Sekunden beantworten soll.

Ben Foster in Leave No Trace
Ben Foster in Leave No Trace © Abandonment, LLC. All Rights Reserved.
Das Bild der DVD zeigt sich im fernsehfreundlichen Format. Für DVD-Verhältnisse ist die Qualität prächtig, dennoch wäre eine Blu-ray-Veröffentlichung von "Leave No Trace" natürlich wünschenswerter, um beispielsweise noch mehr aus den Naturaufnahmen herauszuholen. Die Dialoge werden fein wiedergegeben, auch die Synchronisation gefällt. Im Wald vermag mag in den leisen Momenten jedes Rascheln wahrzunehmen. Einen ablenkenden Soundtrack gibt es nicht.
Bonusmaterial fehlt bei der DVD komplett.


Fazit:
"Leave No Trace" ist ein Außenseiter-Drama, das durch die beiden fantastischen Hauptdarsteller mit sehr viel Leben gefüllt wird. Darüber hinaus setzt Regisseurin Debra Granik in ihrem kompromisslosen Film auf unterschwellige Botschaften, die zum Nachdenken anregen.

by Nicolas Wenger
Bilder © Sony Pictures Entertainment