Last Night - DVD

DVD Start: 24.06.2011
FSK: ab 12 - Laufzeit: 88 min

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Inhalt

LAST NIGHT erzählt die Geschichte einer modernen Beziehung: Lust und Vertrauen, Liebe und Täuschung - die Grauzonen der Treue münden in einen leisen aber quälenden Verdacht, der sich in die Ehe zweier eigentlich sehr glücklichen Menschen einschleicht. Michael und Joanna Reed (Sam Worthington und Keira Knightley) sind jung, und sie haben scheinbar alles, was man zu einem perfekten Leben braucht. Wäre da nicht dieser eine flüchtige Moment, in dem Joanna ihren Mann mit seiner neuen Kollegin Laura (Eva Mendes) beobachtet. Joanna kann sich nicht sicher sein, was sie gesehen hat. Aber sie beginnt zu zweifeln. Dann trifft sie ihren Ex-Lover Alex (Guillaume Canet) wieder - und merkt, dass sie sich nicht nur Michaels, sondern auch ihrer eigenen Gefühle nicht sicher sein kann...

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Warner Home Video / NFP
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Bildformat: 16:9 / 2,35:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Interviews mit Regisseurin und Hauptdarstellern; Kinotrailer

Video on demand - Last Night

DVD und Blu-ray | Last Night

DVD
Last Night Last Night
DVD Start:
24.06.2011
FSK: 12 - Laufzeit: 88 min.

zur DVD Kritik

DVD Kritik - Last Night

DVD Wertung:
Film: | 10/10
Bild: | 9/10
Ton: | 8/10
Extras: | 6/10
Gesamt: | 8/10


Beziehungen seziert
„Last Night“ ist einer der seltenen Filme, die wirklich für jeden Betrachter unterschiedliche Perspektiven ermöglichen und zu Diskussionen einladen. Nicht zuletzt wird man sich aber auch über seine eigenen Beziehungen Gedanken machen. Filmsprachlich gesehen findet die Regisseurin Massy Tadjedin zwar keine außergewöhnlichen Bilder. Die Spiegelsymbolik mit der Essenz auf Selbsterkenntnis sticht als einziges heraus. Aber zum größten Teil konzentriert sich Tadjedin auf eine filmische Zurückhaltung und verlässt sich ganz auf ihre Darsteller. Und macht genau damit alles richtig. Selten waren die Darsteller so gut wie hier. Sam Worthington überrascht mit seinem Können und Guillaume Canet macht den schleichenden Frust schön deutlich. Aber besonders die weiblichen Hauptdarstellerinnen sind grandios: Eva Mendes zeigt keine üblich Typisierung, sondern legt den Charakter sehr tiefschichtig an und zeigt mit ihren Blicken und Versteinerungen der Mimik, wie einsam und verletzbar der Charakter eigentlich ist. Vor allem aber besticht Keira Knightley, deren Charakter noch am meisten ausgearbeitet ist und das Zentrum des Filmes darstellt. Knightleys Leistung ist wahrlich herausragend. Alle Charaktere sind wirklich Charaktere und keine Typen wie „Die Verführerin“, „Der Verführer“, „Der Ex-Freund“ etc. Alle sind richtige Menschen, die sich für den Abend hübsch machen und ansonsten schluffig herumlaufen. In diesem Vierergespann wird eine moderne Beziehung ausgelotet mit den Facetten der Lust, Vertrauen, Liebe, Täuschung und Eifersucht und Ehrlichkeit. Inwiefern hält man sich selber in einer Beziehung zurück? Um den Partner zu schützen oder um sich sein eigenes Ich, welches durch die Vergangenheit geprägt wurde, zu schützen und zu bewahren. Man hat schließlich noch sein eigenes Leben und Ich außerhalb einer Partnerschaft. Treibt man mit Eiersucht jemand anderes in eben die vernuteten fremden Arme, weil man mit der ausgesprochenen Eifersucht erst den Partner auf die Idee bringt? Macht man ihn damit erst auf die Signale der vermeintlichen Rivalin aufmerksam? Ist man selber vor Versuchungen gefeit? Ist man ehrlich sich selbst und dem Partner gegenüber? Alle diese Aspekte kommen in diesem Film vor und stellen damit grundsätzliche Fragen zu dem Wesen einer Partnerschaft. Glücklicherweise enthält sich der Film nicht nur jeglicher Wertung und beobachtet nur, sondern er enthält sich jeglichen Pathos und exzessiven Dramas welches Taschentücher benötigen würde. Er verschiebt auch keine Sympathien zu bestimmten Figuren, sondern lässt alle vier mit positiven und negativen Eigenschaften erscheinen. Durch diese nüchterne Beobachtung und durch die vier hervorragenden Darsteller, das kann man gar nicht oft genug betonen, löst „Last Night“ nicht nur Diskussionen aus, sondern auch Reflektionen. Moral spielt im filmischen Bereich keine Rolle, sondern wird eher durch den Zuschauer hineinprojiziert. Was manche als unmoralisch sehen mögen, sehen andere nicht so und werden auch nicht filmisch bevormundet. Was nun konventionell an einer Beziehung ist, bleibt dem Zuschauer vorbehalten. Und damit verrät der Film mehr über die Zuschauer als über seine Figuren. Und das ist große Kunst.

Der Ton und das Bild sind sehr gut. Als Extra gibt es neben dem Trailer und einer Trailershow nur Interviews mit der Regisseurin und den vier Hauptdarstellern. Die lohnen sich aber. Manchmal kommen die typischen PR-Mechanismen zum Tragen, aber zum größten Teil geht es um die dargestellten Charaktere und wen die Darsteller für „schuldig“ halten oder wie realistisch das alles ist. Und das ist sehr interessant.

Hervorragende Darsteller und ein nüchtern analytischer Blick regen den Zuschauer zum nachdenken über Beziehungen an. Da sich der Film jeglicher moralischer Wertung enthält, ermöglicht er es aber den Zuschauern die eigenen Projektionen deutlich zu machen. Und das ist große Kunst.


by Jons Marek Schiemann
Bilder © Warner Home Video / NFP




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