Küss mich, Dummkopf - DVD

DVD Start: 12.07.2012
FSK: ab 6 - Laufzeit: 119 min

Küss mich, Dummkopf DVD Cover -> zur DVD Kritik

Preisvergleich

14,99 € jetzt kaufen
alle Preise inkl. MWST

-> alle DVD zum Film

Inhalt

Dino (Dean Martin) ist ein berühmter Popsänger und Schürzenjäger, der nach einem Auftritt in Las Vegas unterwegs nach Hollywood Halt in einer kleinen Stadt in Nevada macht. Hier wird er von zwei Amateur-Songwritern, dem Musiklehrer Orville J. Spooner (Ray Walston) und dem Tankstellenwart Barney Milsap (Cliff Osmond), mit offenen Armen begrüßt. Sie manipulieren Dinos Auto und sichern so seinen Aufenthalt in ihrer Stadt, um ihn gleichzeitig dazu zu bringen, mit ihren Songs vor Publikum aufzutreten. Um ihn zu halten, geben sie die örtliche "leichte Dame" Polly (Kim Novak) als Orvilles Ehefrau aus, und tun alles, damit es zu einem "Schäferstündchen" zwischen Dino und Polly kommt.

-> mehr Info zum Film mit Trailer, Cast & Crew

DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Eurovideo
Tonformate:
Deutsch (2.0 Mono)
Englisch (2.0 Stereo)
Bildformat: 16:9 / 2,35:1 Anamorph Widescreen

DVD und Blu-ray | Küss mich, Dummkopf

DVD
Küss mich, Dummkopf Küss mich, Dummkopf
DVD Start:
12.07.2012
FSK: 6 - Laufzeit: 119 min.

zur DVD Kritik

DVD Kritik - Küss mich, Dummkopf

DVD Wertung:
Film: | 9/10
Bild: | 8/10
Ton: | 8/10
Extras: | 3/10
Gesamt: | 8/10


Billy Wilder war über viele, viele Jahre lang einer der beliebtesten Regisseure Amerikas. Und das mit jedem Genre. Schließlich hat er neben Komödien wie „Manche mögen`s heiß“, „Das Mädchen Irma La Douce“, „Das Apartment“, „Eins, Zwei, Drei“ nicht nur mehrere unsterbliche Komödienklassiker gedreht, sondern auch Klassiker des Film Noir inszeniert und gesellschaftskritische Dramen. Sein Humor war aber immer zu finden und jeder Film hatte auch einen sehr kritischen, paradoxerweise liebevollen, aber auch einen sehr bösen Blick auf die USA, welches ihm als Immigrant (er flüchtete vor den Nazis) zu Eigen war. Schließlich besaß er immer noch den Blick eines Außenstehenden, obwohl er schon länger amerikanischer Staatsbürger war. „Küss mich Dummkopf“ aus dem Jahre 1964 geht in seinem Schaffen relativ unter, da er es damals nicht mehr schaffte, den Geschmack des Publikums haargenau zu treffen. Was mehrere Gründe hatte, aber nicht unbedingt Wilder zuzuschreiben ist. Seine Filme lebten immer auch von den sexuellen Anspielungen, die immer haarscharf an dem gerade noch erlaubten vorbei schrammten. In den 1960ern wurden diese Grenzen immer mehr ignoriert und aufgeweicht, so dass diese Art von Wilders Erzählen nicht mehr zeitgemäß wurde. So sind die Anspielungen in „Dummkopf“ schon sehr viel offener, geraten aber immer häufiger in den Bereich der Zote. Der sogenannte Wildertouch funktioniert dementsprechend nicht so richtig. Dabei gibt es weiterhin hervorragende Dialoge, ein hohes Tempo und eine sehr gute Choreografie. Das fällt insbesondere bei den längeren Szenen auf. Wobei einem dann auch deutlich wird, dass es relativ wenige Schnitte gibt. Was aber Wilder wohl übel genommen worden war, war der bitterböse Blick auf das amerikanische Kleinstadtleben. Wie John Updike später in seinen Romanen (vor allem in „Ehepaare“ von 1968), so seziert Wilder hier das bürgerliche Spießertum. Da gibt es einen Rollentausch und eine Hure spielt für eine Nacht Ehefrau. Was schon an der Grenze der damaligen Zensur vorbeischrammte (vor allem da diese Prostituierte von dem Star Kim Novak gespielt wurde, vielen noch bestens bekannt aus Hitchcocks „Vertigo“ aus dem Jahre 1958). Aber Wilder ging noch einen Schritt weiter und lies die Ehefrau für eine Nacht Hure sein. Was ihr gefällt! Und das kam nicht so gut bei dem prüden amerikanischen Publikum an. Hier benutzt jeder jeden und hinter der ganzen Fassade lauern immer andere Persönlichkeitsfacetten. Und Wilder hat einige schöne Einfälle wie den auf Western versessenen Papagei. Aber auch Hollywood bekommt sein Fett ab. Zum einen spielt Wilder in einer Szene mit einer Grapefruit. Er spielt mit der Erwartungshaltung des Publikums, da es dauernd auf ein Filmzitat wartet. Nämlich darauf, dass diese Grapefruit in dem Gesicht der Frau ausgedrückt wird, wie es weiland James Cagney in „Public Enemy“ tat (dasselbe wird Wilder übrigens auch in „Eins, Zwei, Drei“ zitieren, mit Jamey Cagney himself). Aber noch böser wird es, wenn Dean Martin sich selber spielt. Sein Filmname Dino ist schließlich nichts anderes als Martins Spitzname. Dean Martin spielt sich selber als egoistischen, chauvinistischen, eitlen, arroganten Alkoholiker, der alles andere als sympathisch ist. So viel Selbstdemontage hätte man diesem Schauspieler, der laut seinem langjährigen Partner Jerry Lewis immer unter Minderwertigkeitskomplexen gelitten hat, gar nicht zugetraut. Auch wenn Wilders Film nicht mehr den Nerv der Zeit traf, so sind es doch gerade die bitterbösen, aber doch komischen Szenen, welchen diesen Film zu einem unverstandenen und weithin missachteten Klassiker der Komödie machen.

Der Ton und das Bild sind gut und lassen kaum Wünsche offen. Die Extras sind aber etwas mager. Da gibt es nur eine kleine Trailershow, aber immerhin eine entfernte Szene. Diese wurde vollkommen zu Recht entfernt. Nicht nur hätte sie eine der zentralen Aussagen verwässert, sondern macht auch im Zusammenschluss des ganzen Filmes überhaupt keinen Sinn. So wie der Film insgesamt ist, ist er sehr viel mutiger und böser als wenn er es mit dieser Szene gewesen wäre.

Endlich kommt einer der am meisten missverstandenen Filme von Billy Wilder auf DVD heraus. Manche Szenen geraten etwas zotig und der berühmte Wildertouch ist nicht mehr so vorhanden wie in früheren Filmen, aber dennoch sind es gerade die bitterbösen Seitenhiebe auf die amerikanische Gesellschaft, welche diesen Film zu einem großen Vergnügen machen.

14,99 € jetzt kaufen

by Jons Marek Schiemann
Bilder © Eurovideo