King of Devil's Island - DVD

DVD Start: 27.07.2012
FSK: ab 16 - Laufzeit: 112 min

King of Devil's Island DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

Ein kalter norwegischer Winter im frühen 20. Jahrhundert: Auf der Gefängnisinsel Bastøy bei den Fjorden von Oslo lebt eine Gruppe straffälliger Jungen unter dem strengen Regime des Anstaltsleiters Hakon (Stellan Skarsgard). Die inhumanen Umstände, unter denen sie hier heranwachsen, prägen die Jungen, machen sie hart. Zugleich schweißt das eintönige Leben auf Bastøy die Heranwachsenden zusammen - sie werden zu einer verschworenen Einheit.
Eines Tages kommt Erling auf die Insel, für den seine eigenen Regeln gelten. Er beugt sich dem brutalen Regime nicht und stachelt seine Mithäftlinge zur Revolte an.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Alive AG / Alamode
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Norwegisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 2,35:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
- "Bastøy - geordnete Erziehung" (Doku über die Haftanstalt; Laufzeit: ca. 50 Min.)
- VFX-Effekte Präsentation
- Trailer
- Wendecover

DVD und Blu-ray | King of Devil's Island

DVD
King of Devil's Island King of Devil's Island
DVD Start:
27.07.2012
FSK: 16 - Laufzeit: 112 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
King of Devil's Island King of Devil's Island
Blu-ray Start:
27.07.2012
FSK: 16 - Laufzeit: 117 min.

DVD Kritik - King of Devil's Island

DVD Wertung:
Film: | 10/10
Bild: | 9/10
Ton: | 7/10
Extras: | 7/10
Gesamt: | 9/10


Der norwegische Film “King of Devil`s Island” des Regisseurs Marius Holst beruht auf wahren Begebenheiten und schildert eine verlorene Jugend die aufgrund von Heuchelei und Scheinheiligkeit zerstört wird. Der Film gewann drei Amandas (der norwegische Filmpreis) und den Publikumspreis sowie den NDR Spielfilmpreis auf den nordischen Filmtagen Lübeck. Wenn man sich bisweilen auch fragt, warum manche Filme überhaupt Preise gewonnen haben, kann man angesichts der Wucht dieses Films keinerlei Zweifel haben. Wird er von manchen noch als Geheimtipp gehandelt, so bleibt doch zu hoffen, dass er ein großes Publikum finden wird. Jedenfalls kann er so manche sozialverkitschten Dramen Amerikas locker in die Tasche stecken. Dabei gibt es Gefängnisfilme nun wahrlich genug und einen Tenor haben alle: wie sich Gefangene gegen ein unmenschliches System erheben. Natürlich gibt es da auch Grindhousefilme, die zwar sozialkritisch sein können, aber dennoch Wert auf Gewalt, Sex und Exploitation legen („Sasori“) oder einfach nur Exploitation sind (wie die diversen Frauengefängnisfilme). Natürlich gibt es auch eine ganze Anzahl von hervorragenden Dramen („Ein Haufen toller Hunde“, „Die Verurteilten“, „Papillon“), gerne verbunden mit Fluchtkrimis („Flucht von Alcatraz“), welche das Subgenre auf ein hohes Niveau heben. Was aber „King of Devil`s Island“ von allen anderen abhebt, ist nicht nur die Tatsache, dass es sich hier um Kinder handelt, sondern auch die hervorragende Bildsprache. Dass es sich hier um historische Tatsachen handelt, macht den Film umso bedrückender. Was mit Kindern und Jugendlichen getan wurde unter dem Deckmantel von Heuchelei und falsch verstandenem Christentum ist erschreckend. Allein schon die Tatsache, dass ein Junge von neun Jahren aus einer zerrütteten Familie stammt und Kleingeld aus dem Opferstock gestohlen hatte, reicht aus, um ihn für Jahre (!) auf diese Insel zu bringen, die sich zwar als Erziehungsheim für verhaltensauffällige Jugendliche versteht, aber nichts anderes ist als ein Gefängnis. So werden die Jungen auch behandelt. Prügel, Einzelhaft, Strafarbeit und Hunger. Dabei kommt noch Korruption und Missbrauch dazu. In diesem Alter haben Kinder und Jugendliche eine liebende Hand nötig. Aber davon erfahren sie rein gar nichts. In frostklirrenden Bildern werden starke Emotionen wie Wut bei dem Zuschauer entfacht. Kaum zu glauben, dass nach dem geschilderten Skandal im Jahre 1915 die Insel noch bis in die 1950er betrieben wurde! Es gehört zu den Stärken des Filmes, dass die Charaktere nie Schwarz-Weiß gezeichnet werden. Der Held ist nicht unschuldig und zu recht im Gefängnis, der Direktor zwar korrupt und streng, aber er glaubt an das Gute. Und ist überzeugt, dass zu tun. Und auch der größte Schurke des Filmes leidet an seinem Verhalten. Das ergibt durchgängig glaubwürdige Psychogramme. Untreue, Missbrauch und Gewalt auf Kosten der Schwächsten mit Kirche und Schulamt im Rücken machen den Film zu einer intensiven Erfahrung. Die beeindruckenden Darsteller, wobei sich die Jungdarsteller locker neben dem immer grandiosen Stellan Skarsgaard behaupten können, die faszinierenden Landschaftsaufnahmen und die aufwühlende Handlung machen den Film zu einem Erlebnis, welches niemanden kalt lassen wird.

Der Ton ist bisweilen etwas leise, aber das Bild ist hervorragend. Neben einer Trailershow und Trailern zu dem Film gibt es noch eine Effekte-Präsentation im Stile einer Vorher- Nachher-Darstellung. Es wird das Filmbild gezeigt und dann unkommentiert die einzelnen Elemente entfernt, die nachträglich per PC eingefügt worden waren. Das ist noch nicht sonderlich berauschend, aber das letzte Extra ist dann umso hervorragender und genau das richtige für einen Film, der auf wahren Begebenheiten beruht. Es gibt nämlich eine längere Dokumentation über die Gefängnisinsel Bastoy und es kommen ehemalige Insassen zu Wort. Daran sollten sich viele andere Filme ein Beispiel nehmen.

In frostklirrenden Bildern festgehaltenes Drama in dem sich Jugendliche auf einer Gefängnisinsel langsam gegen die Schikanen wehren. Grandios gespielt, faszinierende Aufnahmen, ausgefeilte Charakterisierungen und eine fesselnde, aufwühlende Handlung. Hervorragend.

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by Jons Marek Schiemann
Bilder © Alive AG / Alamode