Kill Billy - DVD

DVD Start: 27.10.2016
FSK: ab 12 - Laufzeit: 85 min

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Inhalt

Seit mehr als 40 Jahren schuftet Harold Lunde gemeinsam mit seiner Frau Marny in seinem Möbelgeschäft ”Lunde Furniture”. Doch damit ist es schlagartig vorbei. IKEA eröffnet eine große Filiale direkt nebenan und zerstört dadurch sein Lebenswerk. Harold und Marny verlieren nicht nur ihr Geschäft, sondern auch ihr Haus an die Bank. In seiner Wut und Verzweiflung denkt Harold nur an eins: Rache. Er besorgt sich eine Pistole und startet seinen alten Saab. Er hat nur ein Ziel: Den IKEA-Gründer Ingvar Kamprad zu entführen! Entgegen aller Erwartungen gelingt der Plan - doch die Aktion nimmt schon bald eine unerwartet tragisch-komische Wendung.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Eurovideo / NFP
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Norwegisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 2,39:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Interview mit Regisseur Gunnar Vikene, Kinotrailer

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DVD und Blu-ray | Kill Billy

DVD
Kill Billy Kill Billy
DVD Start:
27.10.2016
FSK: 12 - Laufzeit: 85 min.

zur DVD Kritik

DVD Kritik - Kill Billy

DVD Wertung:
Film: | 6/10
Bild: | 7/10
Ton: | 7/10
Extras: | 2/10
Gesamt: | 6/10


Skandinavier sind für ihre äußerst spannenden Krimis bekannt. Kill Billy gehört nicht dazu. Soll nicht heißen, er sei ein enttäuschend schlechter Film. Der Film ist eher ein Mix aus Drama, Komödie und Roadmovie, der im Kontrast zu dem steht, was man als deutscher Zuschauer eher von den Skandinaviern gewohnt ist. Kill Billy SzenenbildBasierend auf den Roman „Ein ehrliches Angebot“ handelt Kill Billy von einem norwegischen Möbelverkäufer, der Ingvar Kamprad, den IKEA-Gründer entführen will. Dies klingt skurril, doch die Umsetzung ist letztlich nur „okay“.

Die Handlungsidee ist natürlich äußerst komisch und bildet eigentliche eine sehr gute Basis für einen schwarzhumorigen Film. Der Norweger Harold (Bjørn Sundquist) ist seit vielen Jahren im Möbelgeschäft tätig und das sehr erfolgreich. Bis eines Tages der Möbel-Riese IKEA aus dem Nachbarland eine Filiale in der Nähe von Harolds Geschäft eröffnet. Ein halbes Jahr später geht sein Geschäft pleite, seine Frau wird dement und letztlich stirbt sie in der Klinik. Die Schuld an seiner misslichen Lage gibt er Ingvar Kamprad, dem Gründer IKEAs. Sein Plan ist ihn zu entführen und Rache auszuüben. Wie er diesen Plan schließlich ausführen will, das weiß Harold jedoch eigentlich nicht. Schließlich ist er kein Krimineller, hatte nie eine Waffe in der Hand und war sein Leben lang nur ein einfacher Möbelverkäufer. Doch ist er fest entschlossen, diesen Plan in die Tat umzusetzen.

Der Film hat einen starken Beginn. Hier funktioniert er insbesondere auf der emotionalen Ebene. Das Schicksal Harolds, vor allem der Verlust seiner Frau, geht dem Zuschauer sehr ans Herz und man sitzt sichtlich gerührt vor dem Fernseher. Was Sundquist schauspielerisch zeigt, ist ohne jeden Zweifel erhaben und gehört nicht zu den Schwächen des Films. Der Film ist insgesamt kurzweilig erzählt. Doch jene Kurzweiligkeit resultiert eher aus der Laufzeit von 87 Minuten und weniger aufgrund der Dynamik der Erzählweise. Denn jene Dynamik gerät ab dem Moment der Entführung arg ins Stocken. Bis dahin ist der Film schön erzählt. Man hat interessante Charaktere, Humor und Tragik, nette Dialoge und insgesamt eine flüssig erzählte Einführung. Doch irgendwie wusste man nicht mit dieser kuriosen Handlung was anzufangen. So geht das Ganze im 2. und letzten Drittel des Streifens doch recht unspektakulär zu Ende, ohne beeindruckt zu sein. Was der Film letztlich versäumt, ist eine gewisse Brisanz und Verrücktheit zu erzeugen. Der Film ist recht bescheiden und nüchtern inszeniert, was zwar in Alltags-Dramen als sehr positiv wahrgenommen wird, hier jedoch fehl am Platz ist. So klingt das zwar auf dem Papier kurios und „abgefahren“, wenn ein alter Mann einen noch älteren Mann entführt, ohne wirklich einen Plan zu haben wie er das genau anstellt, doch der Film inszeniert dies doch äußerst unattraktiv. Kill Billy SzenenbildZwar passieren einige Dinge und der Film bleibt nicht ereignislos, doch man ist als Zuschauer doch recht emotionslos und distanziert und fiebert kaum mit. Spannung wird hier kaum geboten. Zugegebenermaßen sind die Dialoge teilweise sehr witzig und zynisch und die Schauspieler machen einen sehr guten Job. Und ja, es gibt auch den ein oder anderen guten Einfall, doch das Gesamtbild ist letztlich ziemlich mau mit einzelnen positiven Aspekten. Der Film ist wahrlich nicht schlecht und hat einen guten Beginn, doch der Funke wollte nicht überspringen. Was noch gesagt werden sollte, ist, dass man sich diesen Film am besten im Originalton mit Untertiteln anschauen sollte. Denn das Norwegische gibt dem Ganzen einen ordentlichen Authentizitätsschub.

Zu Kill Billy gibt es lediglich die DVD. Dementsprechend wird das „Blu-ray-verwöhnte“ Auge des Zuschauers von der Bildqualität nicht umgehauen. Das Bild ist an manchen Stellen körnig und auch der Sound ist teilweise stumpf. Doch alles in allem ist die technische Ausstattung der DVD mehr als zufriedenstellend. Bei den Extras gibt es lediglich ein Kurz-Interview mit dem Regisseur und den Originaltrailer.


Fazit:
Guter Beginn, insgesamt starke Darstellerleistungen und größtenteils gut geschriebene, zynische und schwarzhumorige Dialoge, doch zu wenig kreative Einfälle, trotz der skurril klingenden Story. So ist Kill Billy in Ordnung, aber doch ein Stückchen entfernt von gut geschweige denn sehr gut.


by Morteza Wakilian
Bilder © Eurovideo / NFP




Kill Billy - Trailer



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