Kein Weg zurück - DVD

DVD Start: 05.04.2012
FSK: ab 18 - Laufzeit: 93 min

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Inhalt

John, Julian und Paul begeben sich im Kaibab National Forest auf einen 3-wöchigen Survival-Trip. Als eine Tierfalle für sie selbst zur tödlichen Bedrohung wird, ändert sich die Situation der Männer dramatisch. Sie sind dazu gezwungen in die tiefsten Abgründe ihrer Seele zu blicken und werden mit ihrer Moral und ihrer eigenen Sterblichkeit konfrontiert. Auf ihrem Trip müssen sie nicht nur gegen die Elemente ankämpfen, sondern auch gegen einander: wem können sie noch trauen und wer schafft es lebend zurück in die Zivilisation?

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Sunfilm
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Deutsch (DTS 5.1)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 1,78:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
- Trailer

DVD und Blu-ray | Kein Weg zurück

DVD
Kein Weg zurück Kein Weg zurück
DVD Start:
05.04.2012
FSK: 18 - Laufzeit: 93 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Kein Weg zurück Kein Weg zurück
Blu-ray Start:
05.04.2012
FSK: 16 - Laufzeit: 97 min.

DVD Kritik - Kein Weg zurück

DVD Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 9/10
Ton: | 7/10
Extras: | 3/10
Gesamt: | 8/10


„Du wirst nie wieder der Mann sein, der du warst.“ - Einleitung, Abrundung und Kern des Entwicklungsthrillers bildet jener Satz, während um ihn herum das wuchernde Gestrüpp menschlicher Psyche in die Höhe schießt, um ein dutzend vielseitige, mal philosophisch, mal gesellschaftskritisch basierte Ranken filmischer Grenzerfahrung auszuformen und den Zuschauer in seiner immergrünen, unverwüstlichen Mitte gefangen zu nehmen.

Mit unruhiger Kamera und spannungsinitiierendem Voice-Over steigt „Kein Weg zurück“ behutsam in eine Szenerie magischer, eisig kalter Extremhelligkeit ein, um die Gefühlswelt des Zuschauers durch einfachste, filmtechnische Mittel wie indirekte Lense-Flares unverzüglich zum Teil des Films zu machen. Über Extreme-Wide-Shots und Mid-Shots führt der schnelle Schnitt das Publikum in abrundende Point-of-Views, sodass die dynamische Perspektivik des ruhigen Szenarios zunächst variabel bleibt, um das beklemmende Gefühl verlierender Isolation in Mitten einer tief spirituellen, tödlich schönen Naturkulisse zu intensivieren. Dabei hilft schon die Schnitttechnik selbst, die Protagonisten einzuführen und den Weg für den Plot zu ebnen. So befinden sich Paul, Julian und John zwar gemeinsam auf ihrem Survival Trip in vollkommener Einsamkeit, dennoch stellt das schnittintensive Bild die drei Männer nicht im Sinne einer Einheit vor, sondern zeigt sie in Reaction-Shots und Shot-Reverse-Shot Technik als einzelne Parteien, sodass sie sich selten zusammen auf ein und derselben Aufnahme befinden und schon anfangs klar wird, dass sie - obgleich zusammen - bei ihrem Kampf ums Überleben auf sich alleine gestellt sind.

Horrorgenreunüblich scheint dabei nicht nur der Verzicht auf pulsierende Tracking-Shots, auch die Story selbst geht tiefer als man es einem Horrorstreifen womöglich zutrauen würde. Was als Survival Trip und Kampf gegen die Natur beginnt, splittet sich in minimalistisch aufeinander aufbauende Handlungsvignetten auf. So wirkt der Kampf ums Leben auf mehreren Ebenen auf den Zuschauer ein - kämpfen die Protagonisten doch nicht nur gegen die Natur, gegen ihren eigenen Körper und einander. Als innerster Rahmen des Überlebenskampfes lässt sich in Mitten des Wüstenstaubs der härtester Gegner erkennen, den man sich nur vorstellen kann - die Abgründe der eigenen Psyche.

Für die Wirksamkeit der Story sollten dabei vor allem Unmittelbarkeit und Authenzitität des Films eine ausschlaggebende Rolle spielen. Kennt man die Kulisse atmosphärisch einsamer Natur als Seelen- und Gesellschaftsspiegel doch zu gut und erscheint einem auch die Figurencharakteristik allzu vertraut, gelingt es Roze's Regiedebut dennoch immer wieder zu überraschen. So verrät die Dialogtechnik nicht zu viel über die 3 Männer, trotzdem genug, um ihre Hintergründe und Entscheidungen in der gegebenen Extremsituation menschlich klar nachvollziehbar zu machen. Genauso beweglich und echt wie die Kameraführung des Streifens bleiben Charakterstrukturen und Interaktion der Protagonisten. So verfolgt der Zuschauer das dynamische Gegenspiel von Greenhorn Paul und Einzelgänger Julian gerne, wenn es der toten Szenerie neben smarten Montageelementen und durchdachten Series-of-Shots die nötige Dosis Leben gibt. Dazu erscheint die Dreierkonstellation der Männer an sich schon bemerkenswert und genreungewöhnlich - Nebencharaktere finden sich im Grunde überhaupt nicht im Film wieder, was dem Zuschauer die Konzentration auf das Wesentliche deutlich erleichtert.

So lässt sich der Plot auch mit dem Fortlauf der Handlung mit angenehmer Leichtigkeit verfolgen. Während fließender, kaum merklicher Schnitt zeitliche Grenzen verwischt, um die Orientierungslosigkeit der Protagonisten zu transportieren, dienen kunstvolle Bridging-Shots dem Zuschauer immer wieder als zeitliche Orientierungspunkte. Die Natur selbst ist dabei zuweilen nicht als Hintergrund, sondern Vordergrund der Handlung zu verstehen - wird hier und da sogar durch sie hindurch gefilmt, sodass sich die Atmosphäre des wüstenhaften Todes wie ein hitziger Schleier auf die Hauptcharaktere niederlegt. Gleichmäßig und stetig steigert sich während dessen Action- und Spannungsfluss des Films. Ellipsen, Lichtfades und immer kürzere Takes fusionieren mit obsessivem Ton und immer nervöserer Kamera zu einem adrenalingeladenen Szenario aus Blut und Schock, welches mit Hilfe von Mettes, bildzerrenden und bildbeschleunigenden Elemente in furchterregend grotesken Zügen menschliches Urinstinktverhalten verfestigt. Immer unmittelbarer und schockierender manifestiert sich die Psychologie von Wahnsinn und Einsamkeit in matchcut-armen Sprüngen zwischen gedeckter Ruhe und plötzlich eskalierendem Chaos, während sich der Trip der Männer immer mehr zur Wanderung durch die karge Weite der eigenen Seele transformiert. So mag die ein oder andere Wende vorhersehbar sein und die bildlich eingefangene Gewalt einen nicht sonderlich schockieren, dennoch wird man schockiert und das nicht allzu schwach, weil "Kein Weg zurück" energisch einen derart nachvollziehbar echten Weg geht, dass es einem das Blut fassungslos noch in den Adern verkochen lässt, bis nichts als verstörend beklemmende Übelkeit in der Unendlichkeit der landschaftlichen Schönheit zurückbleibt.

Nicht zuletzt ermöglicht die schauspielerische Seite des Films die volle Intensität jenes atemlos bebenden Schocks. Liefert Shane Dean (Love and Honor) zwischen eiskalter Starre und feurigem Irrsinn eine psychologisch so treffsichere, dabei allzeit authentische Interpretation des Julian, dass er im Zuschauer einen ganzen Tsunami der Panik auslöst. Als Play-Against hätte man ihm dabei kaum einen gegenpoligeren Partner als Cavin Schneider (Piranha) zur Verfügung stellen können, wenn der seine symbolhafte Rolle als Spiegel der Gesellschaft gleichsam überzeugend wie beängstigend erfüllt. Mag der Kritiker die Bildqualität von "Kein Weg zurück" hier und da in Frage stellen, sitzt neben der schauspielerischen Qualität auch der Ton des Films umso perfekter. Zwar enttäuschen die DVD-Extras, die sich als noch karger erweisen als die landschaftliche Kulisse, dennoch bleibt "Kein Weg zurück" ein kluger und subtil bewegender Survival-Thriller, der mit kalt lichtintensiven Bildern todbelastet stiller Natur gesellschaftskritisch die lauten Abgründe ursprünglich menschlicher Philosophie beleuchtet. Fest steht, wer sich auf den Film in seiner Totalen einlässt, wird nie wieder der Mann sein, der er einmal war. Kein Weg zurück, also, denn einmal angesehen, wird man „Kein Weg zurück“ gerne wieder ansehen und die übliche Plumpheit des Horrorgenres womöglich nie wieder ins eigene Wohnzimmer holen wollen.

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by Sima Moussavian
Bilder © Sunfilm