Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte - DVD

DVD Start: 08.04.2010
FSK: ab 6 - Laufzeit: 122 min

Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

Mit Humor und Empörung erkundet Michael Moores KAPITALISMUS: EINE LIEBESGESCHICHTE ein Tabuthema: Welchen Preis zahlt Amerika für seine Liebe zum Kapitalismus? Vor vielen Jahren schien diese Liebe so unschuldig zu sein. Heutzutage allerdings gleicht der amerikanische Traum mehr einem Albtraum. Moore nimmt uns mit zu den Menschen, deren Leben komplett auf den Kopf gestellt wurde und sucht dabei nicht nur in Washington, D.C. nach Erklärungen. Was er findet sind die nur allzu bekannten Symptome einer Liebesgeschichte auf Abwegen: Lügen, Missbrauch, Betrug ... und 14.000 Arbeitsplätze, die jeden Tag gestrichen werden.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Eurovideo / Concorde Home Entertainment
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Deutsch (5.1 DTS)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 1,78:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Harvard Professorin Elizabeth Warren: „Wie die Wall Street mit Mord davongekommen ist.“
„Sorry Immobilienhaie und Banken – Ihr seid in Flint, Michigan, erledigt!“
U.S. Kongressabgeordneter Elijah Cummings wagt, das Unaussprechliche auszusprechen.
Pulitzer Preisträger und NY Times Reporter Chris Hedges über „Kapitalismus: Der Killer“
Pater Dick Preston: „Warum die Reichen sich keinen Platz im Himmel kaufen können.“
Was, wenn wir 1979 auf Jimmy Carter gehört hätten?
U.S. Food Philosoph Michael Pollan („The Omnivore´s Dilemma“) über Menschen, die Lebensmittel ohne Kapitalismus erzeugen.
„Sprechen Sie mit mir?“ - Die Taxifahrer in Wisconsin lechzen nach Demokratie
Der Gedanke hinter einem Arbeitnehmergeführten Unternehmen
Hier eine Idee: Die Volksbank von North Dakota.
„Miami Max hat ein Haus für Dich.“

Video on demand - Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte

DVD und Blu-ray | Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte

DVD
Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte
DVD Start:
08.04.2010
FSK: 6 - Laufzeit: 122 min.

zur DVD Kritik
Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte - SZ-Cinemathek Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte - SZ-Cinemathek
DVD Start:
22.10.2010
FSK: 6 - Laufzeit: 122 min.
Blu-ray
Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte
Blu-ray Start:
03.02.2011
FSK: 6 - Laufzeit: 127 min.

DVD Kritik - Kapitalismus: Eine Liebesgeschichte

DVD Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 7/10
Ton: | 7/10
Extras: | 4/10
Gesamt: | 8/10


Die Welt befindet sich im Wandel und Schuld daran trägt ein großes Wort, das bereits bei seiner bloßen Nennung für Angst und Schrecken in der Gegenwart sorgt : die Finanzkrise. Doch wie kam es dazu und welche Auswirkungen hat sie wirklich gehabt? War sie vielleicht nur ein großer Schwindel oder hätte sie möglicherweise verhindert werden können? „Kapitalismus -Eine Liebesgeschichte“ gibt auf nahezu unvergleichliche Weise eine Antwort auf die vielen Fragen und offenbart hierbei einen noch schmutzigeren und gefährlicheren Sumpf als ihn Mutter Natur je hervorbringen könnte.

Doch wer steckt hinter diesem Zeugnis von menschlicher Gier und den Abgründen humaner Seelen? Es ist Michael Moore und dieser hat bereits mit seinen Dokumentationen „Bowling for Columbine“ und „Fahrenheit 9/11“ bewiesen, dass seine Art eine Dokumentation über ein weltbewegendes Problem selten konform mit denen der meisten Filmemacher sind. Ganz im Gegenteil: Michael Moore zeigte sich in diesen Werken stets Konflikt -suchend und neben diesem Aspekt zog er das meiste seiner Anziehungskraft aus bitterbösen und zynischen Kommentaren.

„Kapitalismus-Eine Liebesgeschichte“ hingegen ist kein Film, der zum Schmunzeln anregt und auf gute Pointen wird gänzlich verzichtet, denn erstmalig stellt Michael Moore weder sich selbst noch seinen Humor in den Vordergrund. Es sind die Einzelschicksale und stellenweise erschütternden Fakten, die den Motor dieses Films darstellen und auf eine unangenehme und hoch sensible Weise dem Zuschauer näher bringen, was das Wort „Finanzkrise“ wirklich bedeutet. So bekommt man es mit zahlreichen Fällen zu tun, die davon zeugen wie unverständlich menschliche Individuen handeln, wie unmoralisch unsere Welt ist und wie machtlos man selbst in diesem Labyrinth sitzt und Maus-artig nicht weiß was vor sich geht.

Man könnte an dieser Stelle Inhalte des Films wieder geben, doch würde man so dem Zuschauer, der den Film noch schauen möchte, einen großen Teil der Faszination berauben, denn so lustig und skurril die früheren Werke Moores waren, merkt man mit jeder Einstellung und jeder weiteren Person, dass echte Menschen leiden und das berührt ungemein. Dies geht sogar so weit, dass man am Ende des Films auf eine merkwürdige Art und Weise noch mehr erfahren möchte über die grausamen Dinge, die sich im Land der unbegrenzten Möglichkeiten abspielen, weil die bereits erzählten Dinge so unvorstellbar sind. Diese Tatsache ist es auch, die den Zuschauer auch nach dem Film noch zu packen weiß und ihn dazu zwingt über das gesehene nachzudenken.

Und obwohl dies wohl das größte Lob an eine Aufklärungs-Dokumentation ist, ist es Michael Moore selbst, der sich den Weg zum Bewertungs-Olymp verbaut. Leider schafft er es nicht sich mehr zurückzuhalten und versucht zwischendurch mit einigen inszenierten Auftritten, das Thema aufzulockern oder aber sich selbst zu präsentieren, was jedoch im Fokus der Ernsthaftigkeit der Probleme und erschreckenden Fakten unangebracht sind. Zwar stören diese nicht auf erhebliche Weise, jedoch lenken sie ab und verhindern eine deutlichere Identifikation mit dem Film an sich.
Des Weiteren führte die Tatsache, dass der Film zwar gut strukturiert, jedoch ohne wirklichen Höhepunkt zum Ende kommt ebenfalls zu einem Punktabzug, da Moore wie aus dem Nichts mit seinem Film endet. Das ist für den Zuschauer besonders ärgerlich, weil er eben immer wieder damit bemüht war in das Thema neu hinein zu blicken und gerade, wenn man es geschafft und den Anschluss gefunden hat, kommt auch schon das Ende oder aber zumindest eine kleine „Pause“ in denen Moore seine Spielerein vollzieht.

Dennoch sei an dieser Stelle betont, dass diese Dokumentation eine der besten der letzten Jahre ist, einerseits wegen der Aktualität des Themas und andererseits schafft sie es den Zuschauer wirklich zu bewegen und zum nachdenken zu bringen.


by Sven Hensel
Bilder © Eurovideo / Concorde Home Entertainment





DVD Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 7/10
Ton: | 7/10
Extras: | 7/10
Gesamt: | 8/10


Der beliebte Filmzyniker Michael Moore meldet sich mit einem Paukenschlag zurück. Diesmal fokussiert er, akuter könnte es kaum sein, jenes System, das die Welt in eine der größten Krisen aller Zeiten stürzte. Kapitalismus und bankenverbrämte Turbo-Geldmacherei: Aber Vorsicht: Auch ein Michael Moore ist mit Vorsicht zu genießen, ertrinkt er doch jedes Mal in seiner typischen Polemik, bei der Objektivität auf der Strecke bleibt: In Moores Visier: Von den goldenen Zeiten des Kapitalismus in den 50er-Jahren, von rasselnden Fabrik-Maschinen und rasenden Fließbändern. Doch Anfang der 80er-Jahre zogen die ersten Gewitterwolken am Himmel auf und Ronald Reagan ins Weiße Haus ein. In seiner Gefolgschaft eine Meute von industrielle, die das land der begrenzten Unmöglichkeiten despotisch lenken wollten, wie ein eingeschliffenes Unternehmen. Und dieses Unternehmen missachtet und missbraucht seine Mitarbeiter: So bebildert Moore in gewohnter Manier, wie auch wie Schusswaffenabrechnung "Bowling For Columbine" (2002) und sein Anti-Bush-Dauerspot "Fahrenheit 9/11" (2004) in pathetischen Szenen Familien, die ihr Haus verlassen müssen, weil sie auf krude Kreditversprechen hereinfielen. Witwer und Witwen, die nach dem Verlust ihrer Ehepartner feststellen müssen, dass deren Arbeitgeber von ihrem Tod erheblich profitierten, und so weiter und so fort...
Den markantesten Aphorismus lässt er durch einen Sheriff kommentieren, der sich mittlerweile vehement weigert, Menschen aus ihren Häusern zu entsorgen, die der Bank Geld schulden. „Irgendwann“, bemerkt dieser, werde es „so schlimm, dass die Leute nur noch demonstrieren können. Das nennt man dann eine Revolution.“

Das Konzept des Agent Provokateur, des sarkastischen Agitatoren und Superman und Ikone der der amerikanischen Linken greift abermals. EEr kann einfach den Betrachter in seinen bann ziehen, auch wenn dieser sich bewusst wird, dass auch hier polarisierend manipuliert wird. Und darin liegt die Stärke des Zelluloid-Robin Hoods Moore. Das Werk Moores bleibt jedoch durch seine polemischen Elemente antagonistisch und dichotomisch zugleich. So gibt es im Internet neben Fan-Seiten von Anhängern auch Anti-Michael-Moore-Seiten. Kritiker monieren, Moores Filme seien aufgrund der Subjektivität der Darstellung keine Dokumentationen, und seine Bücher enthielten sachliche Fehler. Ebenso existieren verschiedene Beschuldigungen bezüglich angeblich künstlich inszenierter und, im Sinne Moores, missverständlich geschnittener Szenen. Aber: Wenigstens „Sicko“, des Journalisten Moores (Ex-Chefredakteur von „The Flint Voice“, nun „The Michigan Voice“) Abrechnung mit dem kariösen US-Gesundheitssystem hat irgendwie etwas bewirkt. Barack Obama konnte im März 2010 endlich seine erbittert erkämpfte Gesundheitsreform knapp durchbringen.

by Jean Lüdeke