Johnny Mad Dog - DVD

DVD Start: 24.06.2011
FSK: ab 16 - Laufzeit: 96 min

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Inhalt

Die Gier nach Macht hat viele Gebiete Afrikas in einen furchtbaren Krieg gestürzt, der den Menschen unendliches Leid bringt und in dem ein menschliches Leben keine Bedeutung mehr hat. An vorderster Front stehen Kinder und Jugendliche, die als Kindersoldaten missbraucht werden. Die Mörder in Kinderkörpern sind berühmt für ihre unerschrockene und erbarmungslose Brutalität. Der 15-jährige Johnny ist einer von ihnen. Mit einer schweren AK-47 bewaffnet zieht er mit seiner Truppe raubend, vergewaltigend und mordend durch das Land. Als er in der Hauptstadt ankommt, gibt es heftige Zusammenstöße mit Snipern, UN-Soldaten und Zivilisten. Eine von ihnen ist die 16-jährige Lakolé, die verzweifelt versucht, ihren kranken Vater und ihren kleinen Bruder zu retten. Es kommt zu einer schicksalhaften Begegnung zwischen Johnny und dem Teenager-Mädchen.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Koch Media Home Entertainment
Tonformate:
Französisch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (5.1 DTS)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 2,35:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Trailer, Kurzfilm, Making of

Video on demand - Johnny Mad Dog

DVD und Blu-ray | Johnny Mad Dog

DVD
Johnny Mad Dog Johnny Mad Dog
DVD Start:
24.06.2011
FSK: 16 - Laufzeit: 96 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Johnny Mad Dog Johnny Mad Dog
Blu-ray Start:
24.06.2011
FSK: 16 - Laufzeit: 100 min.

DVD Kritik - Johnny Mad Dog

DVD Wertung:
Film: | 9/10
Bild: | 9/10
Ton: | 8/10
Extras: | 9/10
Gesamt: | 9/10


Verlorene Kinder
„Johnny Mad Dog“ nimmt sich auf eindrucksvolle Art und Weise eines der unverdaulichsten Themen an: das der afrikanischen Kindersoldaten. Dabei schafft es der Film, jeglichen Voyeurismus zu vermeiden und die Gewalt zurückzuschrauben. So geht es nicht nur um die Brutalitäten, sondern vielmehr um die psychischen Auswirkungen und darum, dass in den Konflikten in Afrika die Kindheit verloren geht. Gewalt kommt zwar vor, aber die grausamsten Aspekte geschehen außerhalb des Bildes und sind umso eindrucksvoller. Der Film schafft es, eine permanente Stimmung der Gewalt und damit der Spannung zu schaffen. In jeder Szene spürt man die Unberechenbarkeit der Protagonisten und die Gewaltbereitschaft, die unvermittelt ausbrechen kann. Nah am Geschehen angesiedelt, sind auch die Rollen mit Laien besetzt, die zum größten Teil selber Kindersoldaren waren und ihre Erfahrungen einfließen lassen. Dadurch wird eine dermaßen bedrohliche, aber auch faszinierende Stimmung erschaffen, dass der Zuschauer nicht mehr wegsehen kann. Faszinierend, weil der Film psychologische Einsichten liefert. Im liberianischen Bürgerkrieg wurden auf beiden Seiten Kindersoldaten eingesetzt. Kinder, die töten, foltern, plündern und vergewaltigen, sind allein schon eine grauenhafte Vorstellung. Oft wurden sie gezwungen ihre eigenen Eltern umzubringen, damit sie keinen Ort mehr haben, zu dem sie zurückkehren können. Gerade in diesen jungen Jahren ist der Geist und Charakter besonders formbar und so fallen nicht nur Parolen auf frucht- und furchtbaren Boden. Die Kinder kennen nichts anderes mehr als töten und können auch nichts anderes mehr. Nach dem Krieg waren sie ohne Eltern, ohne Wurzeln, ohne berufliche Fertigkeiten, oftmals versehrt, drogenabhängig und völlig verroht. Die meisten wurden von den Kriegsparteien einfach fallengelassen und ohne Geld und ohne Job auf die Straße gesetzt, wo sie heute leben. Die Kinder wurden auf die fürchterlichste Weise benutzt und zugleich wurde ihnen alles genommen. Die Vergangenheit, die Entwicklung und die Zukunft. Indem der Film dieses alles thematisiert und kein Actionspektakel liefert er einen Sog ab, die in die Abgründe des Menschen führt, der gerne verdrängt wird. Das ist unangenehm aber wichtig. Allein der Anblick von zwölfjährigen mit den Augen von greisen, will einem das Herz brechen. Doch nicht nur das Thema, welches zudem mit einem semidokumentarischen, nüchternen Blick geschildert wird, vermag zu überzeugen, sondern auch die Darsteller. Diese sind ja vor allem Laien gewesen, aber deren Kriegserfahrungen schienen durch. Allen voran ist aber Daisy Victoria Vandy eine Entdeckung. „Johnny Mad Dog“ ist ihr bislang einziger Film und es ist erstaunlich, dass trotz ihrer Jugend sie eine so ungeheure Würde, Kraft und Stärke ausstrahlt. Ihre Ausstrahlung ist so stark und wirkt wie ein Magnet. Besonders das eindrucksvolle Finale fasst mit ihrem Blick alles zusammen: die Trauer um den Verlust der Kindheit und die Wut über die Verrohung und die Bereitschaft, oder besser die Erkenntnis um die Fähigkeit ebenso brutal zu agieren.

Das Bild und der Ton sind sehr gut. Dass der Film im Originalton mit deutschen Untertiteln präsentiert wird, mag manche abschrecken, entfaltet aber eine große Sogwirkung, da so der Zuschauer auch sprachlich unvermittelt in die Geschichte und in den Konflikt versetzt wird. Neben dem Trailer und einer Bildergalerie gibt es noch ein hochinteressantes Making-Of, das seinen Namen verdient. Hier gewinnt der Zuschauer schockierende Einsichten über Kindersoldaten.

Intensiver und beeindruckender wie bedrückender Film. Kein Actionspektakel, was hier zu einem unpassenden Voyeurismus geführt hätte, sondern einen Blick in die Psyche von Kindersoldaten. Die sehr guten Laiendarsteller machen den Film unvergesslich.


by Jons Marek Schiemann
Bilder © Koch Media Home Entertainment




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