John Carpenter: Fürst der Dunkelheit - DVD

DVD Start: 09.11.2012
FSK: ab 16 - Laufzeit: 75 min

John Carpenter: Fürst der Dunkelheit DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

John Carpenter ist ein Meister des Filmemachens. Er schuf neue Muster für viele Genres und bei eingefleischten Horrorfans gilt er als Erfinder des Serienkiller Genres. Carpenter schrieb Filmgeschichte mit Titeln wie HALLOWEEN, THE FOG - NEBEL DES GRAUENS oder VAMPIRES. Düster apokalyptische Geschichten, nahezu hypnotische und selbst komponierte, vielfach ausgezeichnete Soundtracks und sehr subjektive Perspektiven machen seine Filme zu hochspannenden Filmerlebnissen. In dieser Dokumentation gibt der menschenscheue und zurück gezogen lebende "Meister des Grauens" Einblicke in seine Arbeit und seine Welt des Filmschaffens. "Hinter den Kulissen" und mittendrin berichten zahlreiche seiner Weggefährten von der Arbeit mit ihm, darunter Debra Hill (Produzentin), Austin Stoker (Schauspieler) , Adrienne Barbeau (Schauspielerein) u.v.m. Ein Muss für jeden Film. Und Horrorfan!

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Alive AG / Pasadena Pictures
Tonformate:
Englisch (Dolby Digital 2.0)
Bildformat: 1,33:1 (4:3 Vollbild)
Bonusmaterial:
- Biografie John Carpenter
- Bilder und Zitate
- Textauszug "Escape to Fear"

DVD und Blu-ray | John Carpenter: Fürst der Dunkelheit

DVD
John Carpenter: Fürst der Dunkelheit John Carpenter: Fürst der Dunkelheit
DVD Start:
09.11.2012
FSK: 16 - Laufzeit: 75 min.

zur DVD Kritik

DVD Kritik - John Carpenter: Fürst der Dunkelheit

DVD Wertung:
Film: | 6/10
Bild: | 7/10
Ton: | 7/10
Extras: | 1/10
Gesamt: | 6/10


Knapp zwei Minuten voller Symbolkraft: Zu sphärischen Klängen ein Panorama-Schwenk auf die berühmten Hollywood-Versalien. Weiter streift die Kamera über die Hollywood Hills und nähert sich einem sitzenden älteren Herrn mit weißen Haaren, schwarzer Sonnenbrille und Zigarette, der Blick in den Himmel, die Traumfabrik zu seinen Füßen. Das war nicht immer so. Denn dieser Mann über den Dingen ist Regie-Legende John Carpenter, der zwar mit „Halloween“ (1978) einst das Teen-Horror-Genre begründete, aber zeit seines Schaffens ein sehr gespaltenes Verhältnis zur amerikanischen Filmindustrie hat und hatte. Er wurde hofiert und verrissen, unterschätzt und verehrt, analysiert und ignoriert.

Einen (kleinen) Einblick in die teilweise wegweisende Arbeit des heute 64-Jährigen vermittelt der Franzose Julien Dunand in seiner Dokumentation „John Carpenter - Fürst der Dunkelheit“ anhand von Interviews mit dem scheuen Meister selbst, mit ehemaligen Weggefährten wie Schauspielerin und Ex-Frau Adrienne Barbeau („The Fog“) und Produzentin Debra Hill, französischen Filmkritikern (Carpenter wurde in der Grande Nation missverstanden als anti-amerikanischer Regisseur) sowie Slideshows mit Szenenfotos aus seinen berühmtesten Werken, kurzen Originalsequenzen und Behind-the-Scenes-Aufnahmen.

John Carpenter selbst gibt das Tempo der Doku vor, wenn er mit seinem Auto entspannt über den Sunset Boulevard fährt und über seine Anfänge sinniert. Wie er mit dem radikalen Großstadtwestern „Assault on Precinct 13“ (1977), einer „Rio-Bravo“-Variation (Vorbild Howard Hawks), beim London Film Festival für so großes Aufsehen sorgte, dass es ihm ein Jahr später die Erschaffung einer Horrorfilm-Ikone ermöglichte: Michael Myers. Das personifizierte, absolut Böse brach an Halloween über die Vorstadtidylle in Haddonfield herein und machte die 18-jährige Jamie Lee Curtis als verängstigte Laurie Strode zur Mutter aller Scream Queens.

Dazwischen gestreut sind kurze Gespräche mit Beteiligten und Sequenzen mit Carpenter aus dem Hier und Jetzt (Dunands Film ist von 2005) an markanten Orten aus dessen Vergangenheit wie der Original-Hauptstraße aus „Halloween“, dem legendären L.A. Theatre oder der University of Southern California. Dabei hat sich das einstige Genie, trotz seiner Vorliebe für übersinnliches Grauen aller Art, einen erfrischend nüchternen Blick auf die mitunter gnadenlose Realität des Filmgeschäfts und das eigene Wirken bewahrt: „Wenn es in der Kasse nicht klingelt, braucht man dich nicht, außer man hat sehr viel Klasse, die ich sicher nicht besitze.“

Was die Dokumentation – wenn auch leider im Schnelldurchgang – nicht ausblendet ist das wechselvolle Auf und Ab in der Karriere des Amerikaners. So folgte seinem kommerziell größten Hit „Escape from New York“ (1981), der nebenbei Kurt Russell als „Klapperschlange“ Snake Plissken zum Star machte, 1982 der Totalflop „The Thing“ – weil das SF-Schlachtfest im Box-Office-Kampf gegen Knuddel-Gesicht „E.T.“ gnadenlos abschmierte. Und an die Auftragsarbeit und Stephen-King-Verfilmung „Christine“ (Carpenter: „Ich bin ein glücklicher Horrorkapitalist.“) und den märchenhaften „Starman“ („Ich war Hollywoods Lieblingssohn für etwa 14 Minuten.) reihte sich erneut ein totaler Griff ins Klo: „Big Trouble in Little China“ (1986). Seit der völlig missglückten „Klapperschlangen“-Fortsetzung „Escape from L.A.“ (1997) ist es ohnehin recht still um den ergrauten Fürsten der Dunkelheit geworden. Nur sein Credo fürs Handwerk dürfte nach wie vor gelten: „Filme sind keine intellektuelle Kunstform; sie sind emotional.“

Abstriche gibt es in verschiedenen Bereichen. Zum einen hätte man sich an einigen Stellen der mit 75 Minuten recht kurzen Doku mehr Tiefgang gewünscht. Zum Beispiel wäre eine Analyse der legendären Eröffnungssequenz von „Halloween“, in der der junge Michael Myers mit der subjektiven Kamera gefilmt seine Schwester abschlachtet, sicher geeignet gewesen, Carpenter-typische Filmperspektiven zu ergründen. Auch der gesellschaftskritische SF-Film „They live“ (1988) hätte mehr Beachtung verdient gehabt. Zudem fehlen Querverweise über die Einflüsse des 64-Jährigen auf folgende Regisseur-Generationen. Hat er doch zum Beispiel mit „Halloween“ den Archetypus für eine ganze Reihe von Teen-Slasher-Filmen wie die „Friday the13th“- oder die „Scream“-Reihe geschaffen. Andererseits setzt das Werk dann wieder zu viel Insider-Wissen voraus, wenn Leute zu Wort kommen und deren Namen eingeblendet werden, ohne dass man ihre Funktion erfährt.

In Sachen Bild- und Tonqualität sollte man zudem nicht zuviel erwarten, denn vor allem den Originalsequenzen sieht man den Zahn der Zeit an. Als Zugaben gibt es nur eine Bildergalerie und eine Biographie des Meisters.

„John Carpenter-Fürst der Dunkelheit“ bietet interessante Innenansichten aus der Blütezeit eines Regisseurs, der seinen Zenit wie es scheint lange überschritten hat, aber noch heute fasziniert. Für Filmkenner bleibt aber letztlich zuviel unberührt.

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by Florian Ferber
Bilder © Alive AG / Pasadena Pictures