Jason Statham Box - DVD

DVD Start: 02.09.2016
FSK: ab 18 - Laufzeit: 375 min

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Inhalt

Inhalt
"Wild Card - Extended Cut"
"Homefront"
"Redemption - Stunde der Vergeltung"
"Blitz"

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DVD Details

Medienanzahl: 4
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universum Film
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte
Bildformat: diverse
Bonusmaterial:
Blitz: B-Roll, Blitz: Interview mit Cast & Crew, Blitz: Trailer, Homefront: Featurettes „Gator“ und „Standoff“, Deleted Scenes, Teaser& Trailer, Redemption: B-Roll, Interviews mit Cast & Crew, Trailer, Wild Card: Interviews, Featurettes

DVD und Blu-ray | Jason Statham Box

DVD
Jason Statham Box Jason Statham Box
DVD Start:
02.09.2016
FSK: 18 - Laufzeit: 375 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Jason Statham Box Jason Statham Box
Blu-ray Start:
02.09.2016
FSK: 18 - Laufzeit: 401 min.

DVD Kritik - Jason Statham Box

DVD Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 8/10
Ton: | 8/10
Extras: | 5/10
Gesamt: | 7/10


Nach der Concorde- und Studio Canal-Box bringt nun auch Universum-Film ihre eigene Jason Statham-Collection heraus. Enthalten sind vier recht unterschiedliche Filme des britischen Action-Stars, die allesamt unterschiedliche Aspekte von „The Stath“ zum Vorschein bringen. Da wäre der schmutzige britische Polizeithriller „Blitz“ aus dem Jahr 2011, das ungewöhnliche Drama „Redemption“ von 2013, das womöglich Stathams beste Schauspielleistung enthält, den geradlinigen Old-School-Actioner „Homefront“ (ebenfalls von 2013) und schließlich zum ersten Mal die Extended Edition des 2015 erschienenen Actiondramas „Wild Card“. In allen vier Filmen beweist Statham seine unzweifelhaften Qualitäten als Actionheld, aber auch als charmante und coole Leinwand-Präsenz, die jeden seiner Filme problemlos zu tragen weiß.

Hier die Filme im Überblick:

Jason Statham Box Szenenbild BLITZ
In „Blitz“ macht Statham als Londoner Cop und „Dirty Harry“-Verschnitt Jagd auf einen völlig durchgeknallten und perversen Polizistenmörder mit letztlich wenig glaubwürdigem Motiv. Trotz einiger durchaus gelungener Actionszenen ist Elliott Lesters Film eher ein knüppelharter und rauer, sehr britischer Polizeithriller, der Statham in einer etwas ungewohnteren Rolle als Polizist mit fragwürdiger Moral und Hang zur Selbstjustiz zeigt.

Der Film ist gesäumt von Logiklöchern und ist mit seiner dreckigen Atmosphäre eine eher unangenehme Angelegenheit, Pluspunkte sammelt „Blitz“ aber durch eine mindestens sehenswerte, total von der Rolle gelassene Performance von Aidan Gillen („Game of Thrones“, „The Wire“, „The Dark Knight Rises“), der in jedem Moment, in dem er zu sehen ist als sadistischer und ekelhafter Killer alles um sich herum zu verschlucken droht. Seine charismatische und durchaus inspirierte Darstellung ist zwar ein typischer Fall von hemmungslosem Overacting, faszinierend ist er aber allemal anzusehen. Statham ist eben Statham, seine betont coole Präsenz trägt den Film wie gewohnt, zahlreiche lässig-abgebrühte Sprüche natürlich inklusive. Unterstützt wird er neben Gillen von einer sehr ansehnlichen Nebendarstellerriege, darunter der immer zuverlässige Paddy Considine („The World’s End“, „Dead Man’s Shoes“) als homosexueller und pfeilgerader Partner von Stathams britischem Dirty Harry, David Morrissey („The Walking Dead“, „Basic Instinct 2“) als übertrieben schmieriger Journalist, Luke Evans („Fast & Furious 6“, „Der Hobbit 1-3“) in einer recht verschwendeten Rolle eines Inspectors und der neue Steven Spielberg-Liebling und Oscar-Preisträger Mark Rylance („Bridge of Spies“, „The BFG“) als Stathams Freund und Kollege.

Der Film ist extrem gewalttätig, einige der Polizistenmorde sind verabscheuungswürdig grafisch, Gillens Psychopath schießt, sticht und erschlägt seine Opfer mit sadistischer und verstörender Freude. Ansonsten erinnert der recht solide Cop-Thriller mit seiner erdig-gelblichen Farbpalette, der präzisen Bildkomposition von „Ex Machina“-Kameramann Rob Hardy, seiner schmutzigen Atmosphäre und kompromisslosen Gewalt an manche Kultklassiker des britischen Gangster- und Polizeikinos der Siebziger Jahre.

Bild/Ton
Das Bild der DVD ist sicher nicht das allerbeste. Es ist ein ständiges Rauschen zu vernehmen, was aber auch zur schmutzigen Grundstimmung des Films passt. Die Farbpalette ist betont in bräunliche und gelbliche Töne gehalten, die Kontraste und Schwarzwerte sind ebenfalls eher schwach, tragen aber auch zur Ästhetik des Films bei. Akustisch weiß die Disc zu gefallen, die Original-Tonspur ist dynamisch und räumlich abgemischt, auch der Subwoofer kommt gelegentlich kraftvoll zur Geltung. Nur die Stimmen könnten etwas lauter sein.

Extras
Im Grunde liegt hier Standard-EPK-Material vor, durchaus einsichtsreich, aber unspektakulär.
B-Roll (11:50 Min.)
Interviews (34:58 Min.)
Trailer (01:58 Min.)
Trailershow

Film: 6/10
Bild: 6/10
Ton: 8/10
Extras: 5/10
Gesamt: 6/10


Jason Statham Box Szenenbild REDEMPTION
Einer von Stathams bisher besten und ungewöhnlichsten Filme ist ganz sicher der sträflich unterschätzte und ambitionierte „Redemption“, der „The Stath“ von einer bedeutend menschlicheren Seite zeigt. Das atmosphärische und langsam erzählte Krimi-/Sozialdrama von dem Oscar-nominierten Autor („Kleine schmutzige Tricks“, „Tödliche Versprechen“, „Bauernopfer – Spiel der Könige“) und Regisseur („No Turning Back“) Steven Knight überzeugt durch seine starke Regie und differenzierte Charakterzeichnung und beinhaltet wohl Stathams bisher beste schauspielerische Leistung. Hier erweist sich der Brite in einer vielschichtigen, komplexen und erstaunlich anrührenden Rolle als ernst zu nehmender dramatischer Akteur.

Sein Joey Smith ist eine gepeinigter und traumatisierter Ex-Special Forces-Soldat, der nach schrecklichen Erfahrungen im Irak desertiert ist und vor das Militärgericht gestellt werden soll. Nun lebt er untergetaucht und alkoholkrank als Obdachloser in den Gossen Londons, bis er eines Nachts mit seiner Freundin Isabel (Victoria Bewick) von einer Schlägergruppe überfallen und zur Flucht gezwungen wird. Er verliert Isabel aus den Augen, findet aber Unterschlupf in einem luxuriösen Apartment, dessen Besitzer für einige Zeit im Ausland ist. Joey versucht sein Leben wieder in den Griff zu kriegen und arbeitet bald für die chinesischen Triaden als Fahrer und Schutzgelderpresser. Zugleich wärmt er aber langsam durch die Beziehung zur befreundeten Nonne Cristina (Agata Buzek) auf, die er aus seiner Suppenküche für Obdachlose kennt und ihm bei der Suche nach Isabel hilft.

Manche Plotentwicklungen in „Redemption“ wirken vielleicht etwas weit hergeholt und konstruiert, doch diese Makel werden durch die starke Figurenzeichnung und selbstbewusste Regie mehr als wettgemacht. „Redemption“ hat tatsächlich sehr viel Seele und Stathams gebrochene Figur und glaubwürdige Darstellung als traumatisierter Veteran zieht in den Bann und berührt sogar. Doch auch in seiner potentiell klischeehaften und melodramatischen Figur der polnischen Nonne überzeugt der Film, denn auch sie ist komplex und menschlich gezeichnet und hat ebenfalls eine traumatische Vergangenheit aufzuweisen. Agata Buzek ist zudem eine angenehm unkonventionelle Präsenz, deren besonderes Aussehen mal nicht dem gängigen Schönheitsideal entspricht. Der emotionale Anker des Films bewirkt trotz behutsamer Erzählung (die Fans von Stathams Actionfilmen frustrieren könnte) eine durchweg packende und interessante Erfahrung. Zum überzeugenden dramatischen Part des Films gibt es dazwischen aber auch immer wieder perfekt und mit großer Klarheit und Wucht inszenierte Actionmomente.

„Redemption“ profitiert außerdem von der sehr guten und atmosphärisch dichten Bildern von Kamera-Veteran und zweifachem Oscar-Gewinner Chris Menges („The Mission“, „The Killing Fields“, „Der Vorleser“), der London hier neue und interessante Seiten abgewinnt. Auch die sehr gelungene Filmmusik von Oscar-Gewinner Dario Marianelli („Abbitte“, „Stolz & Vorurteil“, „V wie Vendetta“) unterstützt die Stimmung des Films wunderbar, ohne je zu aufdringlich zu wirken. So üräsentiert sich hier letztlich ein überraschend gelungener und ernsthafter Film mit Klasse, der mindestens sehenswert für die Offenbarung von Stathams zarter und menschlicher Seite ist.

Bild/Ton
„Redemption“ ist ein sehr gut aussehender Film, der hier auf DVD auch bestmöglich zur Geltung kommt. Kontraste und Schwarzwerte sind stark, die präzise gestaltete Farbpalette ist eines der Highlights der Bildgestaltung dieses digital auf Arri Alexa aufgezeichneten Films. Das häufig nächtlich fotografierte London sieht hier einfach sehr cool und atmosphärisch aus. Auch in Sachen Schärfe und Detailumfang weiß die DVD angesichts ihrer technisch begrenzten Möglichkeiten zu überzeugen.

Sehr zu gefallen weiß auch die akustische Gestaltung des Films, die durch ihren sehr guten und differenzierten Raumklang auffällt. Dario Marianellis sehr guter Score ist sehr präsent und dynamisch auf alle Boxen abgemischt, ebenso wie zahlreiche effektive atmosphärische Geräusche. An entsprechenden Stellen kommt „Redemption“ auf DVD auch sehr wuchtig unter Einbezug des Subwoofers daher. Hier gibt es wenig Anlass zum Meckern.

Extras
Das Bonusmaterial verläuft hier nach demselben Muster wie auch bei „Blitz“, jedoch gibt es hier weniger Interview-Material, dafür aber mehr unkommentierte Blicke hinter die Kulissen. Solide.
Interviews (22:46 Min.)
B-Roll (14:07 Min.)
Trailer (02:06 Min.)
Trailershow

Film: 8/10
Bild: 8/10
Ton: 8/10
Extras: 5/10
Gesamt: 8/10


Jason Statham Box Szenenbild HOMEFRONT
„Homefront“ ist wahrscheinlich der geradlinigste und konventionellste der hier beinhalteten Filme. Ursprünglich war das schon vor langer Zeit von Sylvester Stallone verfasste Drehbuch als weiterer „Rambo“ konzipiert, wurde jedoch zur Mottenkiste gelegt, bis schließlich Jason Statham sein Interesse bekundete. Unter der Regie von Thriller-Experte Gary Fleder („Denn zum Küssen sind sie da“, „Das Urteil“, „Sag kein Wort“) ist hier ein solider, wenig origineller Old-School-Actionstreifen heraus gekommen, der ziemlich genau das macht, was er verspricht. „Homefront“ scheint direkt dem formelhaften 80er Jahre-Actionkino à la „Phantom-Kommando“ entsprungen zu sein, bietet eine geradlinige, wenig inspirierte und vorhersehbare Handlung, was den Film für Fans aber gerade dank Actionheld Statham letztlich doch überraschend zufriedenstellend macht – auch wenn man sich am Ende etwas leer fühlt und den Film eigentlich direkt wieder vergisst.
v Hier wird eine typische „Ex-Undercover-Gesetzeshüter will mit seinem Kind in abgelegenem Ort alles hinter sich lassen, wird jedoch von seiner harten Vergangenheit eingeholt“-Story geboten, die man so schon recht oft gesehen hat. Genauer gesagt spielt Statham den Ex-DEA-Agenten Phil Broker, dessen Undercover-Einsatz in einer Bikergang in die Hose ging und der nun versucht in einem kleinen Örtchen in Louisiana einen Neuanfang zu wagen. Seine Frau ist vor kurzem gestorben und er lebt mit seiner neunjährigen Tochter Maddy (Izabela Vidovic) nun alleine. Schnell kommt er über unglückliche Umstände mit der örtlichen Gang von dem gefürchteten Meth-Dealer Gator (James Franco) in Kontakt, der bald auch seine reale Identität rausfindet und den Kontakt zur Bikergang sucht, die Broker auffliegen ließ. Broker sieht sich nun einer Konfrontation nach der anderen gegenübergestellt und muss versuchen das Leben von sich und seiner Tochter zu verteidigen.

„Homefront“ sollte Fans von klassischer Action befriedigen, allzu viel Spannung sollte man aber nicht erwarten. Statham verkörpert seine still trauernde Figur durchaus glaubhaft, die meiste Zeit des Films ist aber seine Präsenz als unzerstörbarer Actionheld gefragt. Eine echte Bedrohung ist eigentlich zu keiner Zeit spürbar, denn Stathams Phil Broker ist letztlich jedem Kontrahenten überlegen und hat nicht viel Mühe, sie auszuschalten. Wer von James Franco eine durchgeknallte Rolle als Meth-Dealer-Psychopath erwartet, wird wohl enttäuscht sein, denn letztlich ist sein großartig benannter Gator Bodine ein eher zahmes Kätzchen, das nur auf dicke Hose macht. Er wirkt so selten ernsthaft gefährlich und immer wieder erwartet man, dass Franco in seine selbstironische Comedy-Routine aus „Ananas Express“ oder „Das ist das Ende“ zurückfällt. In weiteren Rollen sind noch Kate Bosworth als erschreckend abgemagerter und damit glaubwürdiger White Trash-Meth Head und Winona Ryder als Bodines abgehalfterte Freundin Sheryl zu sehen. Am ehesten gefährlich wirkt hier noch Frank Grillo („The Grey“, „“The Purge: Anarchy“, „The First Avenger: Civil War“) als neuer Anführer der Bikergang.

Fleder inszeniert die Action insgesamt solide, der Film ist recht brutal, leidet aber unter gelegentlich etwas zu exzessiver Wackelkamera, wodurch die Wucht von Stathams Kampfkunst nur bedingt spürbar wird. Dennoch ist „Homefront“ adäquate Hausmannskost, die nette Unterhaltung für zwischendurch bietet.

Bild/Ton
Auch bei „Homefront“ überzeugt die Umsetzung auf DVD. Der größtenteils auf Arri Alexa aufgezeichnete Film verfügt über eine recht digitale Ästhetik, wirkt aber insgesamt ausgewogen und gut anzusehen. Die Bildschärfe ist für DVD-Verhältnisse ansprechend ausgefallen, Kontraste und Schwarzwerte überzeugen mit wenigen nächtlichen Ausnahmen ebenfalls. Bildfehler bleiben hier aus.

In akustischer Hinsicht fällt ein sehr dynamisch abgemischter Ton aus, der sehr gut zwischen Laut und Leise variiert. Bei diversen Explosionen kommt so der Subwoofer überaus laut und kräftig zur Geltung, die Stimmen in der Orginalversion könnten insgesamt aber eine Spur präsenter sein. Die Surroundkanäle sind eher subtil eingesetzt, meistens ertönt hier die Filmmusik, gelegentlich kommt aber auch etwas Atmosphäre auf. Hier wäre noch mehr drin gewesen.

Extras
Von all den hier enthaltenen DVDs bietet diese hier leider das knappste Bonusmaterial. Neben diversen Trailern und entfernten Szenen erfährt man lediglich in zwei Featurettes mit einer Gesamtlaufzeit von gerade mal vier Minuten ein wenig über die Produktion.
Deleted Scenes (08:09 Min.)
Featurette „Gator“ (01:27 Min.)
Featurette „Standoff“ (02:31 Min.)
Trailer (01:47 Min.)
Teaser (00:46 Min.)
US-Trailer (01:01 Min.)
Trailershow

Film: 6/10
Bild: 7/10
Ton: 7/10
Extras: 2/10
Gesamt: 6/10


Jason Statham Box Szenenbild WILD CARD – EXTENDED EDITION
„Wild Card“ ist ein Remake des wenig bekannten Burt Reynolds Thrillers „Heat“ von 1986 (nicht zu verwechseln mit Michael Manns Klassiker), in dem nun Jason Statham in die Rolle des spielsüchtigen Bodyguards Nick Wild übernimmt. Das ehemalige Brian De Palma Projekt, bei dem nun „Con Air“, „The Expandables 2“ und „The Mechanic“ Actionroutinier Simon West auf dem Regiestuhl Platz nehmen durfte, war wohl etwas wie eine Herzensangelegenheit für „The Stath“, der sichtlich bemüht ist, aus der festgefahrenen Actionschiene herauszukommen. „Wild Card“ ist in der Tat ein eher ruhiger, primär charakterbasierter Film, der nur gelegentlich Statham-typische Kampfszenen einbaut. Der Film ist darüber hinaus gespickt mit guten Charakterdarstellern, u.a. sind solch bekannte Qualitätsgaranten wie Stanley Tucci oder Hope Davis in kleinen Rollen zu sehen, die wohl von dem Skript der Hollywood Legende William Goldman („Butch Cassidy and the Sundance Kid“, „Die Unbestechlichen“, „Die Braut des Prinzen“) angezogen waren. Leider ist das 30 Millionen Dollar teure Projekt recht böse gefloppt, in den USA reichte es bei nur limitierten Kinostart und Video-on-Demand-Verwertung nur für ein 1,6 Millionen Dollar Einspiel. „Wild Card“ ist letzten Endes trotz guter Absichten hauptsächlich Statham-Fans zu empfehlen, denn Wests Film funktioniert nie so richtig.

Nick Wild ist ein Mann für alle Fälle, der sich in Las Vegas mit verschiedenen Jobs rumschlägt, unter anderem als Bodyguard. Er hat ein Spielproblem, will eigentlich aus der Stadt raus, doch ihm fehlt natürlich das nötige Geld, um sich seinem Traum vom Rückzug nach Korsika zu erfüllen. Wild (im Original übrigens Nick Escalante) hat aber ein Herz aus Gold und kann zu Anderen nicht nein sagen, hilft immer wo er kann, verlangt auch mal weniger für seine Dienste, vernachlässigt dafür aber seine eigenen Probleme. Eines Tages steht seine Ex-Freundin Holly (Dominik Garcia-Lorido) übel zugerichtet vor der Tür. Sie wurde von dem Mafiosi Danny DeMarco (Milo Ventimiglia) vergewaltigt und von seinen Kompagnons krankenhausreif geschlagen. Holly bittet Nick die Gangster ausfindig zu machen, um sie zur Rechnung zu ziehen. Nick willigt ein, doch natürlich bringt er so eine Welle von Problemen ins Rollen.

Wild Card“ beginnt recht verwirrend und zäh und nimmt auch leider im weiteren Verlauf nie so recht an Tempo zu. Man erkennt die Mühen der Beteiligten, Goldmans Drehbuch (das auf seinem eigenen Roman basiert) in einen guten Film zu verwandeln, doch West scheint letztlich das Talent dafür zu fehlen, glaubwürdige und interessante menschliche Zwischenbeziehungen zu entwickeln. Der Film fühlt sich weitestgehend etwas leblos und steif an, der erste Akt nimmt sich Zeit die Charaktere einzuführen, hier etabliert der Film seinen überraschend ruhigen und zurückhaltenden Ton. Mit dem Holly-Subplot kommt etwas Aufregung ins Spiel, plötzlich kommt es zu einer Konfrontation, die in einer visuell verspielten Slo-Mo-Kampfszene mündet. Man hat hier den Eindruck, dass „Wild Card“ sich seiner Selbst unsicher ist und das Gefühl hat, für Stathams Stammzielgruppe die ein oder andere brutale Actionszene einzubauen. Denn nach diesem Moment geht der Film wieder in seine ursprüngliche, eher ernste und reflektierte charakterorientierte Tonalität zurück, die auch später wieder an zwei Stellen auf die gleiche Art gebrochen wird.

Die von Martial Arts Ikone Corey Yuen choreografierten Kampfszenen sind wirklich toll gemacht, mit seinen Ultra-Zeitlupe-Großaufnahmen von Objekten, die Gesichter treffen und in schmerzverzerrte Fratzen verwandeln, wirken sie aber als seien sie aus einem anderen Film entnommen. Auch der dann hektisch pulsierende Soundtrack und die nach der Zeitlupe beschleunigten Bilder erinnern in ihrer stilisierten Videoclip-Ästhetik an vergleichbare Momente aus Guy Ritchie-Filmen. Wie dem auch sei, es wird einfach nicht klar, was für eine Art von Film „Wild Card“ sein möchte, Spannung baut sich nur vereinzelt auf. Im Großen und Ganzen ist der Film vorhersehbar und eher unspektakulär, die Charaktere werden nicht so recht zum Leben erweckt, weshalb der episodisch wirkende Film merkwürdig flach bleibt. So ist „Wild Card“ letztlich nichts Halbes und nichts Ganzes, man spürt, dass eine gewisse Ambition und gutes Material unter der Oberfläche steckt, aber am Ende bleibt leider trotz manchen guten Moments hauptsächlich heiße Luft und wenig Erinnungswürdiges.

Aber zum Positiven: Jason Statham ist mit seiner natürlich-lakonischen Präsenz einfach immer sehenswert, er muss im Prinzip nichts machen, um zu fesseln. Er ist ein geborener Filmstar, der hoffentlich in Zukunft mehr bessere Rollen in besseren Filmen bekommt. Im diesjährigen Komödienhit „Spy“ hat er beispielsweise bewiesen, dass er ein enormes komödiantisches Talent besitzt, wie er es auch schon in den Filmen von Guy Ritchie gezeigt hat. „Wild Card“ bietet ihm zwar eine zurückhaltendere Rolle, die auf dem Papier komplexer erscheint, seine Schauspielmuskeln werden aber auch hier letztlich nur begrenzt gefordert. Dennoch: Sehenswert ist Statham auch hier allemal. Von den weiteren Darstellern macht hauptsächlich Stanley Tucci auf sich aufmerksam, der gegen Ende ein paar gute Szenen an sich reißt. Milo Ventimiglia gibt außerdem recht überzeugend einen hassenswerten Bösewicht. Schade nur, dass gute und gestandene Akteure wie Hope Davis, Anne Heche oder Jason Alexander in Miniparts verschwendet werden. So bleibt letztlich nicht mehr als eine nette und annehmbare Zeitverschwendung für Jason Statham Fans, der Thrills gegen eine leider eher müde Inszenierung eintauscht und daher nur der gut gemeinte Versuch eines charakterorientierten Dramas bleibt.

Bild/Ton
In technischer Hinsicht bietet die „Wild Card“ DVD solide Werte. Der digital auf Red Epic aufgezeichnete Film verfügt leider auch über eine sehr digital wirkende Ästhetik, die sich vor allem in einer etwas überbearbeitet wirkenden Farbgestaltung zeigt. So wirkt der Film ästhetisch gesehen merkwürdig billig und unattraktiv, dank einer eher zurückhaltenden Farbpalette flach und weitestgehend düster. Das sind allerdings nur Kritikpunkte an der allgemeinen Ästhetik des Films, nicht der DVD selbst. Der Transfer ist solide gelungen, Bildfehler gibt es quasi keine, bis auf gelegentliches kaum sichtbares digitales Rauschen in dunklen Stellen, die wohl auch ein Erzeugnis der digitalen Kameras selbst sind. Schwarzwerte sind überzeugend, gerade in heller beleuchteten Nahaufnahmen weiß auch die Bildschärfe zu gefallen. Alles in allem also eine gute Umsetzung einer streitbaren Ästhetik.

Akustisch gibt es hier keinen Anlass zur Kritik. Die Tonspuren überzeugen durch einen kraftvollen Subwoofer-Einsatz, der besonders bei den Kampfszenen deutlich zur Geltung kommt. Dialoge sind sehr gut verständlich, schön ist auch die recht atmosphärische Surround-Abmischung, die gerade in den Casino-Szenen für Atmosphäre sorgt.

Extras
Auch beim Bonusmaterial zu „Wild Card“ handelt es sich um das übliche EPK-Material, bei dem die Beteiligten über die Hintergründe des Projekts informieren, ohne groß in die Tiefe zu gehen.
Featurettes: Original Sin: Las Vegas und die Charaktere in Wild Card (16:26 Min.), Das Drehbuch (04:34 Min.), Die Stunts (03:18 Min.)
8 Interviews à ca. 1:20 Min.: Wie bei Universum üblich, werden hier die Interviewschnipsel aus den Featurettes nochmal wiederholt, hier und da ist noch der eine oder andere zusätzliche Satz dabei.
Original Trailer (02:02 Min.)
Deutscher Trailer (02:04 Min.)
Trailershow

Film: 6/10
Bild: 8/10
Ton: 8/10
Extras: 6/10
Gesamt: 7/10


Fazit:
Diese Jason Statham Box ist wohl vor allem für diejenigen kaufenswert, die die beinhalteten Filme noch nicht kennen, aber einen Hang zum vielleicht größten Actionstar der Gegenwart empfinden. Die vier enthaltenen Filme offenbaren alle jeweils subtil unterschiedliche Seiten von „The Stath“, sind aber mit Ausnahme von „Redemption“ eher solide Genre-Kost. Schade, dass Universum nicht noch „Crank“ und die drei „Transporter“-Filme beigelegt haben, denn dann wäre hier die Referenz unter den bisherigen Statham-Collections entstanden.

by Florian Hoffmann
Bilder © Universum Film