Ingmar Bergman Arthaus Close-Up - DVD

DVD Start: 03.02.2011
FSK: ab 16 - Laufzeit: 271 min

Ingmar Bergman Arthaus Close-Up DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

Ingmar Bergman ist die Seele des Autorenkinos. Wie kein zweiter Regisseur prägte er die europäische Filmkunst über drei Jahrzehnte und beeinflusste Filmemacher rund um den Globus. Von seinen über 50 Arbeiten präsentiert Arthaus Close-Up drei der bekanntesten Werke, darunter Bergmans wohl größten internationalen Erfolg „Das siebente Siegel“ (1956), sein Meisterwerk um Leben, Tod und Gott, „Wilde Erdbeeren“ (1957) mit dem großen schwedischen Stummfilmregisseur Victor Sjöström in der Hauptrolle und den Skandalfilm „Das Schweigen“ (1963), mit dessen Sexszenen er die Kirchenväter gegen sich aufbrachte.

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DVD Details

Medienanzahl: 3
Regionalcode: 2
Vertrieb: Kinowelt Home Entertainment
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 2.0 Mono)
Schwedisch (Dolby Digital 2.0 Mono)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 1,33:1 (4:3 Vollbild)
Bonusmaterial:
Biografie Ingmar Bergman; Produktionsnotizen; Starinfos; Fotogalerie; Trailer; 3 Wendecover

DVD und Blu-ray | Ingmar Bergman Arthaus Close-Up

DVD
Ingmar Bergman Arthaus Close-Up Ingmar Bergman Arthaus Close-Up
DVD Start:
03.02.2011
FSK: 16 - Laufzeit: 271 min.

zur DVD Kritik

DVD Kritik - Ingmar Bergman Arthaus Close-Up

DVD Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 4/10
Ton: | 6/10
Extras: | 2/10
Gesamt: | 7/10


Ingmar Bergman – diesen Namen dürften selbst jene Filmfans, die sich nicht Stück für Stück mit der Kinohistorie auseinander gesetzt haben, schon einmal gehört haben. Bergman war nicht einfach nur ein Regisseur, sondern ein kompletter Filmemacher, der alle Elemente seiner Filme, von Setdesign bis Schnitt, seinen Vorstellungen unterordnete und vollends auf die Tiefenwirkung seiner Filme setzte. Dieses Element hat Bergman, vor allem in unserer heutigen Zeit, den Ruf eingebracht, schwere Kost geschaffen zu haben, also Filme, die etwas zugeknöpft und kühl wirken, zumal sie nicht auf pure Unterhaltung angelegt sind. Grundsätzlich ist dies auch gar nicht falsch, allerdings kann man es auch positiv auslegen: es sind Werke, die ihr Publikum herausfordern, zur Reflexion anregen und gleichzeitig über Interpretation funktionieren. Aufgrund der universellen Thematiken ist die große Klasse Bergmans aber zeitlos, nicht ohne Grund wurde Bergman 1997 beim Filmfestival Cannes zum „Besten Filmregisseur aller Zeiten“ gekürt.

Erfreulicherweise ist in der Reihe Arthaus Close-Up ein schönes Set mit drei Filmen des Regisseurs erschienen, dessen Titelauswahl vortrefflich ist, weil es sich mit „Das siebente Siegel“, „Das Schweigen“ und „Wilde Erdbeeren“ nicht nur um Höhepunkte der Filmographie des Filmemachers handelt, sondern diese Werke auch hervorragend für Bergman-Einsteiger geeignet sind. Wer also Erfahrungen mit dem schwedischen Meisterregisseur sammeln möchte, sollte hier zuschlagen.

„Wilde Erdbeeren“ ist im Grunde ein Road-Movie, in dem die Hauptfigur, ein alter Professor, zu einer Preisverleihung reist. Der Weg gerät zu einer so philosophischen wie psychologischen Reise in alte Erinnerungen und Tagträume, die wichtige Stationen im Leben des alten Mannes offenbaren. Als Gegenpol der reifen Rekapitulierung des eigenen Seins ist die gegenwärtige Realität verankert. Obwohl sich der zurückhaltende Tonfall des Films im Gegensatz zu anderen Werken des Regisseurs nicht ändert, wird „Wilde Erdbeeren“ zu keinem Zeitpunkt langweilig. Dies liegt vor allem an Victor Sjöström in der Hauptrolle. Sjöström schuf mit „Der Fuhrmann des Todes“ einen hervorragenden Stummfilm, der zu den Lieblingsfilmen von Bergman gehörte und einen Grund für die Besetzung seines Kollegen darstellt. „Wilde Erdbeeren“ wiederum prägte unzählige Regisseure nachfolgender Generationen. So schuf beispielsweise Woody Allen mit „Harry außer sich“ eine äußerst gelungene Hommage, die an dieser Stelle jedem ans Herz gelegt sei.

„Das siebente Siegel“ stellt einen wichtigen Punkt in Bergmans Schaffen dar und wird in unzähligen Listen zu den besten Filmen aller Zeiten gezählt (ein Phänomen, das bei Filmen des Regisseurs häufig auftritt). „Das siebente Siegel“ ist inszenatorisch sehr ambivalent, wandelt sich vom mittelalterlichen Drama zur leicht ironischen Komödie, ohne seine ernsten Thematiken zu verlieren. Inhaltlich ist der Film ebenso vielfältig, beschäftigt sich mit dem Wesen des Glaubens, dem Sinn des Lebens und ähnlich essentiellen Fragen unseres Daseins. Sehr schön ist auch die Kinematographie, die mit tollen Schwarz-Weiß Bildern beeindruckt und eine stimmige Atmosphäre erschafft.

Neben diesen beiden eher konventionellen Filmen ist mit „Das Schweigen“ auch ein wesentlich kontroverserer Titel enthalten, der dennoch ein wichtiger Bestandteil in Bergmans Œuvre ist. Eine Handlung ist hierbei eher der Symbolik und der düsteren Atmosphäre untergeordnet, der Film lebt von der Suggestion seiner Bilder und spielt in einem kafkaesken Hotel, das nicht von dieser Welt zu sein scheint. 1963 sorgte Bergmans Werk aufgrund zu offen gezeigter Sexualität für Kontroversen, heutzutage sind diese Andeutungen aber keine Aufregung mehr wert. Mit seinen surrealen Elementen ist „Das Schweigen“ kein typischer Bergman, zählt allerdings zu seinen besten Arbeiten und wertet die Kollektion erheblich auf.

Abstriche muss man bei der Veröffentlichung machen. Lobenswert ist zwar, dass der Originalton enthalten ist und die Audiospur trotz Monotons zumindest solide klingt, die Bildqualität ist leider nur dürftig ausgefallen. Das Bild in „Das Schweigen“ weist in dunklen Bereichen (und davon gibt es nicht wenige) recht deutliches Rauschen auf, dasselbe trifft auf „Das siebente Siegel“ zu, nur dass hier umgekehrt die hellen Bereiche betroffen sind. In „Wilde Erdbeeren“ überzeugt die Bildqualität hingegen und betont den hohen Stellenwert von guten Kontrastwerten bei Schwarz-Weiß Filmen. Die Extras sind mager ausgefallen. Auf allen drei Scheiben sind unterschiedliche Trailer sowie Bildergalerien vorhanden, zusätzlich gibt es Texttafeln mit Infos zu Regisseur, den Darstellern und Produktionsinfos.

Aufgrund der gelungenen Filmauswahl mit drei Filmen, die alles andere als langatmig oder unzugänglich sind, ist das Set eine schöne Gelegenheit für Filmfans, die Bergman entdecken wollen oder für Anhänger des Regisseurs, die auf einen Schlag drei wichtige Werke erhalten können. Gerade bei zwei der drei Schwarz-Weiß Filme ist die niedrige Bildqualität ärgerlich, aber angesichts des guten Preis-Leistungsverhältnisses zu verschmerzen.

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by Tom Schünemann
Bilder © Kinowelt Home Entertainment