Immigrants - L.A. Dolce Vita - DVD

DVD Start: 16.10.2009
FSK: ab 0 - Laufzeit: 80 min

Immigrants - L.A. Dolce Vita DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

Wie viele hunderttausende Auswanderer vor ihnen träumen auch Vlad aus Russland und sein bester Kumpel Joska aus Ungarn von einem neuen Leben in Amerika.Sie leben in Hollywood in dem etwas heruntergekommen Apartmenthaus Vista del Mar mit einer bunten Schar an Nach- barn, darunter Falco aus Mexico, Herrn Chea dem China-Imbiss-Besitzer, Nazim der pakista- nische Atomwissenschaftler der jetzt Bus fährt, und Mr Spit, einen alten schwarzen Zuhälter. Vlad und Joska - die beiden liebenswerten Chaoten wollen viel Geld verdienen und schöne Frauen treffe. Und um dieses Ziel zu erreichen kommen sie auf die haarsträubendsten Ideen. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten geraten die beiden in jede Menge Schwierigkeiten und Abenteuer und schlittern von einer lustigen Situation in die nächste.

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DVD Details

Regionalcode: 2
Vertrieb: Sunfilm
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Ungarisch(Dolby Digital 5.1)
Bildformat: 16:9 / 1,85:1 Anamorph Widescreen


DVD und Blu-ray | Immigrants - L.A. Dolce Vita

DVD
Immigrants - L.A. Dolce Vita Immigrants - L.A. Dolce Vita
DVD Start:
16.10.2009
FSK: 0 - Laufzeit: 80 min.

zur DVD Kritik

DVD Kritik - Immigrants - L.A. Dolce Vita

„Von den Machern von THE SIMPSONS und RUGRATS“ tönt es leicht großspurig vom Cover. Doch wenn nur ein Kunde sich von dieser Werbezeile überzeugen lässt, kann man diesen Beinahe-Schwindel beruhigt durch winken. Denn ein Publikum verdient die ungarisch-amerikanische Co-Produktion „Immigrants“ in jedem Fall. Tatsächlich hat der ungarische Regisseur und Animator Gabor Csupo bereits an einigen Episoden der „Simpsons“ mitgearbeitet und bei den Serien und Filmen um die „Rugrats“ wichtige kreative Funktionen erfüllt. Seinem ersten animierten Langfilm ist der Einfluss dieser künstlerischen Vergangenheit unleugbar anzusehen, was besonders für den seriellen Charakter der Storylines und der Charakterzeichnung gilt.

Grafisch ganz hip und modern ordnet sich der Zeichenstil irgendwo zwischen unsäglichen MTV-Serien, in deren Tradition beispielsweise die knallige, grellbunte Kolorierung steht, und den schrägen Produktionen des TV-Senders Nickleodeon ein. Auch erzählerisch hat „Immigrants“ nur wenig mit einem Spielfilm zu tun: salopp stolpern die beiden Hauptfiguren alle zehn Minuten in einen neuen Handlungsabschnitt, die eigentliche Rahmenhandlung dreht sich dabei immer wieder im Kreis. Was als dramaturgischer Mangel angekreidet werden könnte, wird von Regisseur Csupo elegant in eine Stärke umgemünzt: Das die lose verknüpften Handlungsfäden immer wieder ins Leere laufen, liegt stets am Verlust des jeweiligen Jobs – denn jede Mini-Handlung des Films findet ihre Klammer durch einen Berufswechsel der Figuren. So entspricht der Erzählrhythmus dem ziellosen Alltag der Immigranten, die sich von einer Anstellung zur nächsten driften und dabei mit Ausbeutung, Erpressung und der eigenen Chancenlosigkeit konfrontiert werden.

Im Gegensatz zu vielen artverwandten Produktionen stehen die vielen geschmacklosen, nicht selten auch albernen und längst nicht durchweg komischen Gags hier also in einem ernst zu nehmenden sozialkritischen Kontext, der durch die respektlose Aufbereitung eine angenehme Frische erhält. Eine tristere Bildgestaltung und vielleicht der ein oder andere Moment der Ruhe hätten sicher nicht geschadet, denn auf Dauer ermüdet die atemlose Odyssee der beiden liebenswerten Osteuropäer, die sich mit rasendem Tempo durch die einzelnen Kapitel fortsetzt. Einige nebensächliche Konflikte bleiben dabei auf der Strecke (so zum Beispiel der kleine Nebenplot um die Tätowierung der Tochter) und auch die schrillen Nebenfiguren tauchen beliebig auf, nur um wieder in der Versenkung zu verschwinden. Überhaupt sind nur die beiden Hauptfiguren wirklich überlegt charakterisiert während ihre Freunde größtenteils auf Originalität getrimmte Stichwortgeber bleiben.

Nicht nur die Figuren-Konstellation erinnert an eine TV-Serie, auch der Wohnkomplex in dem alle Beteiligten hausen stellt die ideale Plattform für ein serielles Konzept dar. Dazu kommen die in sich geschlossenen Storylines, die zu ihrem Ende hin immer wieder zur Ausgangsbasis zurück führen. Dermaßen gehetzt, bleiben die satirischen Schärfen meist ungenutzt oder bleiben als selbstzweckhafte Pointe im Raum stehen. Echte Entfaltung findet keiner der zahlreich angebotenen Subtexte – so muss der Zuschauer schon genau hinsehen, um die Tragik hinter dem ungebrochen naiven Glauben an den amerikanischen Traum zu sehen, an dem die Immigranten hartnäckig festhalten. So verfallen sie auch dem Geltungsbedürfnis, „jemand zu sein“ in der schnelllebigen High Society in Los Angeles. Wie verschwindend gering die räumliche Trennung hier zwischen arm und reich verläuft, unterfüttert den Glauben an einen kometenhaften Aufstieg im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Das keinem der gekonnt überzeichneten Immigranten verschiedenster Nationalitäten hier eben die Erfüllung dieses Wunschtraums zugesprochen wird und der Film dennoch mit einem lockeren Happy End schließt, spricht für seine Qualitäten, das Spektakuläre im Profanen zu suchen. In den besten Momenten gelingt dies ausgesprochen gut.

Immer wieder wird der Raum für solche Überlegungen genommen und zugunsten deftigen Gross-Out-Humors und einer hohen Gag-Dichte verwässert. Zudem entwickelt der Plot einfach keine nachhaltig wirkende Substanz, lässt seine einzelnen Segmente motivationslos im Raum stehen und boykottiert eine emotionale Bindung von Beginn an. Für wirklich erwachsenen Zeitgeist-Humor wagt „Immigrants“ zu wenig, bedient zu viele publikumswirksame Allgemeinplätze und verliert sich trotz vieler reizvoller Ansätze in seichter Verklärung seines Settings. Schade, denn das humoristische Timing stimmt überwiegend, die flüssigen Animationen können bei der internationalen Konkurrenz mithalten und auch die Figurenzeichnung weist genug Individualität auf um sich von den offensichtlichen Vorbildern zu lösen.

Die DVD von Sunfilm gefällt schon äußerlich durch die liebevolle Gestaltung des Covers, inklusive eines dünnen Pappschubers. Auf Extras muss weitgehend verzichtet werden, nur ein Musikvideo und eine Bildergalerie haben es in das Bonusmaterial geschafft. Die Bildqualität ist exzellent und gibt die farbenfrohen Animationen sehr gut wieder – was auch für den Ton gilt, der auf der englischen Spur allerdings wesentlich klarer, kräftiger und druckvoller zur Geltung kommt. Leider hat es die ungarische Sprachfassung nicht auf die deutsche DVD geschafft, für die englische Synchronisation stehen dafür deutsche Untertitel bereit. Die englische Fassung glänzt übrigens mit den Simpsons-Sprechern Hank Azaria und Dan Castellaneta und ist der deutschen Übersetzung klar überlegen, wenn diese auch überraschend gelungen ist und nur wenige Witze unter den Tisch fallen lässt. Insgesamt eine empfehlenswerte Veröffentlichung dieses kleinen und relativ unbeachteten Zeichentrickfilms.

by Marco Siedelmann
Bilder © Sunfilm